Forchheim
Amtsantritt

Kirschstein ist ins "gefühlte Rathaus" eingezogen

Uwe Kirschstein hat den Chefsessel der Forchheimer Verwaltung in der ehemaligen Stadtbücherei übernommen.
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Uwe Kirschstein in seinem neuen Büro Foto: Matthias Hoch
Uwe Kirschstein in seinem neuen Büro Foto: Matthias Hoch
Am Morgen war die Nervosität schon da, gibt Uwe Kirschstein (SPD) zu. Der erste Tag als neues Stadtoberhaupt war dabei gleich von Terminen durchzogen.

Nachdem er sich offiziell bei seinen Mitarbeitern vorgestellt hatte - mit Blumen für die Pressesprecherin Brigitte Fuchs und Vorzimmerdame Edelgard Striegel - begann er schon am Morgen mit einer "Tour durch die Verwaltung". Walter Mirschberger war der erste Referatsleiter, der den frischgebackenen Oberbürgermeister empfangen durfte. "Ich will sehen, wo die verschiedenen Abteilungen arbeiten", erklärt Kirschstein seine Antrittsbesuche, "es stellt sich mir auch die Frage, wie verstreut die Verwaltung in der Stadt ist".

Dabei gehe es auch darum zu sehen, wie die Entfernungen sich auf die Zusammenarbeit auswirken. "In einem Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist das eine andere Gesprächsatmosphäre", ist sich Kirschstein sicher.


Übergabe schon am Dienstag

In der Vorbereitung für den Amtsantritt hatte Kirschstein sich mit Alt-OB Franz Stumpf (CSU/WUO) zu einer Art Übergabe getroffen. "Wir haben versucht, uns der Situation anzunähern", sagt Kirschstein, "aber für so etwas gibt es keinen Masterplan. Herr Stumpf hat noch nie das Amt übergeben und ich habe noch nie so ein Amt übernommen."

Trotzdem habe es viel zu besprechen gegeben. "Viele Themen hat er versucht noch abzuschließen", sagt Kirschstein, "aber es gibt eben auch Dinge, die langwieriger sind, über die wir gesprochen haben."

Die Vorbereitungszeit sei jedoch sehr kurz gewesen, sagt Kirschstein. Bei der Kommunalwahl 2014 war die Wahl auch im März, am 1. Mai ging es damals für die neugewählten Bürgermeister los. Nun waren es nur zwei Wochen. "Ich fühle mich hier immer noch als Gast", sagt Kirschstein, "obwohl ich rational betrachtet, schon weiß, dass das jetzt mein Büro ist."

Er freue sich auf jeden Fall, dass er in das "gefühlte Rathaus" eingezogen sei. "Das richtige Rathaus ist es ja nicht", räumt er ein. Während der Sanierung des Rathauses ist das Bürgermeisterbüro in der ehemaligen Stadtbücherei untergebracht.

Da er ab dem 1. April Oberbürgermeister ist, musste Kirschstein in der vergangenen Woche schon viele Dinge unterschreiben. "Jubilare, die am 1. April Geburtstag haben, bekommen zum Beispiel von mir schon ihr Gratulationsschreiben", erklärt er.

Deshalb habe er in den vergangenen Tagen schon viele Urkunden und Briefe unterschrieben, die erst in den nächsten Tagen verschickt werden. Ein weiteres Thema, das Kirschstein von Stumpf übernommen hat, ist die Bürgersprechstunde. Diese wird auch künftig immer freitags stattfinden. "Freitagnachmittag ist ein guter Termin", findet Kirschstein, "zum einen sind die Leute dran gewohnt, zum anderen haben zu diesem Zeitpunkt auch mehr Bürger die Möglichkeit, den Termin wahrzunehmen."


Beim Bäcker angesprochen

Der Kontakt zu den Forchheimern habe sich schon etwas verändert, gibt Kirschstein zu. "Vorhin war ich nur kurz beim Bäcker", erzählt er, "und da bin ich beim Hin- und Rückweg angesprochen worden. Aber ich finde es schön, wenn die Mitbürger sich freuen und mir einen guten Start wünschen. Das tut gut." Das sei auch das schöne an der Kommunalpolitik: ein "direktes Miteinander". Kirschsteins erster Tag als OB wurde dann gestern übrigens ziemlich lang: Um 16.45 Uhr brach er zu seinem letzten Termin des Tages auf.

Der ist allerdings ein Empfang in Nürnberg. "Ich wurde aber gefragt, ob ich das machen möchte", räumt er ein. Dieses lohne sich aber sicher, denn so etwas sei gut zum Netzwerken.

Für die nächste Woche stehen schon einige Termine im Kalender des neuen OB. "Da bin ich auch sehr dankbar, dass ich jemanden habe, der das durchorganisiert", sagt Kirschstein, "so eine Präsenz und Terminverwaltung kannte ich bisher nicht."
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