Engelhardsberg
Tradition

Kerwa am heiligen Bühl

Die beiden Juradörfer Engelhardsberg und Wölm feiern immer dann ihre Kirchweih, wenn der Weihetag der St.-Georgs-Kirche ansteht. An diesem Wochenende ist es wieder so weit.
Artikel drucken Artikel einbetten
Karl Kreutzer feierte 1951 die erste Messe am heiligen Bühl.  Repro: Paul Pöhlmann
Karl Kreutzer feierte 1951 die erste Messe am heiligen Bühl. Repro: Paul Pöhlmann
+1 Bild
Als der damalige Pfarrer und spätere Dekan Karl Kreutzer 1950 nach Muggendorf versetzt worden ist, hat er bereits ein Jahr später den ersten Kirchweihgottesdienst nach dem Krieg in der Kirchenruine des heiligen Bühls feiert. Gekommen war dazu eine Handvoll Gläubige.
Damals diente noch ein einfacher Tisch als Gebetsstätte. Nur wenige Jahre später wurde der heutige Altar errichtet. Der Wölmer Paul Messingschlager erinnert sich: "Das Baumaterial für den Sockel besteht aus Tuff aus einem nahen Steinbruch. Der Maurer war Konrad Trautner."


Auf halbem Weg

Über dem Steinsockel wacht das Kreuz in einer knorrigen Buche.
"Wenn die beiden Juradörfer Engelhardsberg und Wölm ihre Kirchweih feiern, so halten sie sich nicht an den Weihetag ihrer zuständigen Pfarrkirche in Muggendorf, sondern sie richten sich nach der St.-Georgs-Kirche am heiligen Bühl", sagt der Chronist Hermann Fischer. Die Kirche soll am Bartholomäustag geweiht worden sein.

Der Gottesdienst am Sonntag, 23. August, findet auf der Kirchenruine auf halbem Weg zwischen Engelhardsberg und Wölm statt und beginnt um 9.30 Uhr. Schriftliche Zeugnisse nach dem 30-jährigen Krieg sagen aus, dass das Kirchlein am heiligen Bühl von den Rittern von Streitberg im 15. Jahrhundert erbaut worden sei. Was bewog sie dazu? Hier seien leider keine Aufzeichnungen auffindbar.

Im 15. Jahrhundert lag der Rittersitz Streitberg, zu welchem die beiden Juradörfer gehörten, im Bereich des Hochstiftes Bamberg. Wenn also die Ritter von Streitberg zu dieser Zeit eine Kirche am heiligen Bühl erbaut haben, so wollten sie wohl dem heiligen Ort eine besondere Bedeutung zukommen lassen. Ein Baumeister erhielt dann wahrscheinlich den Auftrag, mit den Frondienstleuten der beiden Dörfer den Kirchenbau auszuführen. Das Steinmaterial stammte aus der umliegenden Flur und musste zusammengetragen und mit Ochsenkarren angefahren werden.


Erhalt der Bräuche

Die Kirche am heiligen Bühl war nach den noch erkennbaren Grundmauern 20 Meter lang und 9,22 Meter breit.
Der gegen Osten gerichtete, fünfseitige Chor war 8,45, das Kirchenschiff 11,55 Meter lang. Die Kirchenruine liegt auf Wölmer Flur. So waren es die Bewohner des Bergdorfs, die nach den ersten Gottesdiensten Bänke aufstellten und sich heute um die Pflege und den Erhalt des heiligen Bühl kümmern.

Das Engelhardsberger-Wölmer Patronatsfest ist auch durch den Erhalt alter Kirchweihbräuche bekannt. So wird am heutigen Samstag gegen 13 Uhr der Kirchweihbaum aufgestellt. Zur gleichen Zeit wird "rumgspielt" und die Feuerbeschau ausgeführt. Für das Kontrollieren der offenen Feuerstellen in Haus und Hof gibt es Naturalien oder Bares.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren