Forchheim

Katharinenspital Forchheim: Rohbau kommt im April

Das ehemalige Katharinenspital ist so gut wie abgerissen. Damit es weitergehen kann, musste der Stiftungsausschuss der Stadt den Geldfluss garantieren.
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Momentan sieht das Gelände des ehemaligen Katharinenspitals wie ein Trümmerfeld aus.  Foto: Josef Hofbauer
Momentan sieht das Gelände des ehemaligen Katharinenspitals wie ein Trümmerfeld aus. Foto: Josef Hofbauer
Thomas Krügel vom Architekturbüro "Reimann und Krügel" (Fürth) zeigte sich bei der Sitzung des Stiftungsausschusses der Stadt Forchheim zufrieden. "Wir sind im Terminplan", verkündete er den aktuellen Stand des Projektes "neues Katharinenspital".

Bisher seien die Altane an der Wiesent (Ende September) abgerissen, die Leitungen an der Zufahrt verlegt (ebenfalls September 2016) und das Gebäude an der Bamberger Straße (November und Dezember 2016) abgesichert worden. Anfang Dezember 2016 wurde dann auch der Hauptbau Bamberger Straße 3-5 abgebrochen. Zuerst wurde dort entrümpelt und die Abbruchbaustoffe wurden getrennt. Seit Februar 2017 ist ein Großbagger mit langem Greifarm vor Ort, um das Gebäude von außen nach Innen abzubrechen.


Ausschreibungen laufen

Aktuell laufe die europaweite Ausschreibungsphase für mehrere Arbeitsabschnitte. Einige Angebote liegen schon vor, manche Aufträge wurden sogar schon vergeben. Dazu gehören die Abbruch- und Verbauarbeiten, Rohbauarbeiten und die Kellertrennwände. Für Zimmerer, Flaschner, Fenster- und Alutüren , Dachdecker, Plattenbeläge, Aufzüge und für die Haustechnik liegen schon Angebote vor. Diese müssen nur noch vergeben werden.

Planmäßig wird im März 2017 der Abbruch abgeschlossen sein und der Rohbau im April beginnen - sofern sich keine weiteren archäologischen Funde gibt oder andere Behinderungen im Ablauf auftreten. Für solche Dinge sei ein Puffer von 14 Tagen eingerechnet, erklärte Kügel dem Gremium. Johanna Aas, Archäologin, sagte, dies sei ein guter Rahmen. Dieser müsste ausreichen,sofern nicht größere Funde ausgegraben werden. Stefan Voigt von der Eggolsheimer Firma Geocon stellte dem Stiftungsausschuss den aktuellen Stand der Schadstoff-Untersuchungen vor. Es wurden, soweit möglich, alle nicht mineralischen Bauteile ausgebaut. Nun läuft die Abfuhr des Materials.


Mehrkosten fast schon gedeckt

Einige Mehrkosten sind im Laufe der Zeit entstanden. Sie belaufen sich auf rund 257.000 Euro (Details siehe unten). Sigrun Wagner vom Sachgebiet Neubau und Sonderprojekte der Stadt Forchheim gab aber leichte Entwarnung, durch die Einsparungen bei den Auftagsvergaben habe man die Mehrkosten schon fast wieder eingespart.

Trotzdem musste sich der Stiftungsausschuss auch mit der Deckung des Finanzierungsbedarfs beschäftigen. Die aktuell herrschende "haushaltslose Zeit" könnte den Zeitplan durcheinander schmeißen. Da es noch keinen genehmigten Haushalt 2017 gibt, mussten die Stadträte weitere Verpflichtungsermächtigungen erteilen, damit die anstehenden Aufträge vergeben werden können, auch wenn der Stadtrat erst am 30. März über den Haushalt abstimmt.

Konkret könnten 2,475 Millionen Euro für die Haustechnik nicht investiert und die Ausschreibungen, die aktuell über das EU-Vergabe-Verfahren laufen, könnten nicht vergeben werden. Dies brächte eine halbes Jahr Bauverzögerung mit sich, was 250 000 bis 300 000 Euro Verlust an Mieteinnahmen bedeuten würde. Hinzu kämen voraussichtlich Baukostensteigerungen.


Bauplan soll eingehalten werden

Der Ausschuss beschloss, dass der Stopp der anstehenden Vergaben aufgrund der haushaltslosen Zeit im Interesse der Einhaltung des Bauzeitplans, sowie zur Kostenersparnis möglichst vermieden werden soll. Dazu stellte Detlef Winkler, Leiter der Forchheimer Finanzverwaltung auch zwei Varianten zur notwendigen Kreditaufnahme vor. Teil des befürworteten Plans war auch die Rückholung von rund drei Millionen Euro aus der Klinikkasse.

Ein weiterer Punkt in der Stiftungsausschuss-Sitzung war der Wirtschaftsplan des Altenheims Katharinenspital. "Es handelt sich nun nur noch darum, das alte Spital finanziell abzuwickeln", erklärte Christoph Schulz von der Stadtkämmerei. Die Räte verabschiedeten diesen letzten Wirtschaftsplan ohne Einwände.



Das neue Katharinenspital auf einen Blick


Wohneinheiten 55 Wohnungen in unterschiedlichen Größen (1-3-Zimmer-Wohnungen) werden im neuen Katharinenspital Platz finden. 37 von Ihnen sind bereits fest reserviert.

Tagespflege 15 Personen können in der geplanten Tagespflege betreut werden. Hinzu kommt ein Stadtteiltreff mit Quartiersmanagerbüro.

Mehrkosten Vier große Posten sind zu den ursprünglichen rund 11 Millionen Euro hinzu gekommen: Die archäologischen Grabungen kosten rund 165.000 Euro, die Entsorgung der Restmöbel wird mit 20.000 Euro beziffert, eine nachträgliche Forderung der Stadtwerke für die Küche mit 25.000 Euro und die nicht geplante zusätzliche Fundamentierung der Flussseite kostet rund 47.000 Euro. Weitere Mehrkosten entstanden durch Umplanungen in der Tagespflege. Ein Heilraum wurde hinzugefügt und aus einer Behindertentoilette mit Dusche wurden zwei Räume; Dusche und Toilette sind nun getrennt.

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