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Teichwirtschaft

Karpfensaison in Hallerndorf: Neue Gefahr für Fisch und Züchter

Ein Blick in die Weiher zeigt: Die Karpfensaison wird gut. Allerdings droht neuerdings Ungemach durch Fischotter.
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Keine Kiemenfäule, die K1- Karpfen wachsen gut heran und haben keinen Schädlingsbefall.  Foto: Georg Kratz
Keine Kiemenfäule, die K1- Karpfen wachsen gut heran und haben keinen Schädlingsbefall. Foto: Georg Kratz
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Das kleine Fangnetz von Teichwirt Michael Lindenberger ging wieder ins Leere. Kein einziger auch noch so winziger Fisch zappelte darin. Blöd nur, dass gerade die ganze Politik- und Fachprominenz darauf wartete, einen der diesjährigen Karpfen zu Gesicht zu bekommen. Die Haider Teichwirte und der Bezirk Oberfranken hatten wieder einmal zu den Haider Fischereifachgesprächen eingeladen. Dort wird traditionell auch kurz vor dem Beginn der Saison die Qualität der Karpfen begutachtet.

Bezirkstagspräsident Günther Denzler (CSU) konnte dazu viele namhafte Fischereiexperten an den Haider Weihern begrüßen. Neu in der Expertenrunde mit dem Leiter der Fischereifachberatung in Oberfranken, Thomas Speierl, dem Vorsitzenden der Teichgenossenschaft Mittelfranken, Walter Jakob, dem Vorsitzenden der Teichgenossenschaft Oberfranken, Peter Thoma, dem Ehrenpräsidenten des Bezirksfischereiverbandes Oberfranken, Albert Schütze, dem Bezirkspräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Hermann Greif, sowie Herbert Rebhan von der Regierung von Oberfranken und Martin Oberle von der Bayerischen Landesanstalt für Fischerei war in diesem Jahr Hans Klupp, Vorsitzender des Fischerzeugerrings und der Arbeitsgemeinschaft Arge Fisch e.V. in der Oberpfalz.


Kormoran, Biber, Otter

Der Gast referierte über die Probleme des benachbarten Regierungsbezirkes, die nach den Problemen mit Kormoran und Biber jetzt mit dem Fischotter zu kämpfen haben. Die Kormoran-Problematik konnte mit der Verlängerung der Allgemeinverfügung über längere Abschuss fristen eingedämmt werden. Doch die hiesigen Teichwirte treibt nun die Sorge um, dass das nächste, noch größere Problem bereits vor der Haustür steht. "Wir brauchen einen Notfallplan", mahnte der Sprecher der Haider Teichwirte, Georg Kratz, an. Dies ginge am besten mit einem landkreisübergreifenden Zusammenschluss, regte MdL Michael Hofmann (CSU) an: "Denn der Fischotter wird sicherlich nicht vor Landkreisgrenzen Halt machen".

Während der lebhaften Diskussion war es den Fischern dann doch noch gelungen, ein paar schlachtreife Prachtexemplare der diesjährigen Ernte aus dem Weiher zu bugsieren. Thomas Speierl nahm als erster die Karpfen in Augenschein: "Gut genährt, ohne Kormoran- Schrammen, keine Kiemenfäule und nicht zu fett", so sein überaus positives Urteil. Auch bei dem erst einjährigen Nachwuchs, den K1- Karpfen, ist alles in Ordnung. Die Karpfensaison kann also kommen.


"Karpfen sind nicht dumm"

Als eine der ersten Wirtschaften werden die Fische Ende August an der Willersdorfer Kirchweih beim Landgasthof Rittmayer auf der Speisekarte stehen. Der Seniorchef Erwin Rittmayer, selbst Karpfenzüchter, erklärt auf die Frage, warum die Karpfen trotz des Wassermangels in diesem Jahr so gut gewachsen, sind lapidar: "Kleine Wasser, große Fische". Denn der Karpfen sei nicht so dumm, wie viele meinen. Er könne hervorragend mit den Begebenheiten umgehen und sich anpassen. "Und der Karpfen gehört zu Haid wie zu München das Weißbier", ergänzte Georg Kratz. Er bat die Anwesenden noch einmal eindringlich, sich für die Belange der Teichwirte im Naturschutzgebiet einzusetzen. Mit der bis 2017 geltenden Regelung der gestückelten verlängerten Abschusserlaubnis könne man leben. Die Fangergebnisse der letzten drei Jahre belegten dies. Doch weitere Probleme - wie aktuell die Schäden durch den Biber - würden bestimmt viele der alten Teichbauern veranlassen, ihre Weiher nicht mehr zu besetzen.

Dem stimmte der Landtagsabgeordnete Michael Hofmann zu: "Auch im Naturschutzgebiet muss die Bewirtschaftung der Teiche weiterhin rentabel sein. ... Wir dürfen keinesfalls den Fehler machen, sie mit zu strengen Auflagen und Verordnungen zur Áufgabe ihrer Tätigkeit zu zwingen."

Bezirkstagspräsident Günther Denzler unterstützte ebenfalls die Anliegen der Teichbauern. Es gelte, weitere größere Schäden abzuwenden. Und wenn das Fangen des Bibers nicht funktioniere, müsse auch der Abschuss möglich sein. Denzler zog in seiner Argumentation einen Vergleich mit dem Kormoran, der erst geschützt und dann zur richtigen Plage wurde.
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