Forchheim
Neujahrsempfang

Julia Lehner: Kultur lohnt sich doch

Die Nürnberger Kulturreferentin war Gastrednerin beim Neujahrsempfang des Förderkreises Pfalzmuseum in der Kaiserpfalz.
Artikel drucken Artikel einbetten
Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner
Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner
+2 Bilder
Der Neujahrsempfang, zu dem der Förderkreis des Pfalzmuseums gemeinsam mit der Stadt Forchheim in die Räume der Kaiserpfalz eingeladen hatte, fand zum zweiten Mal statt. Er soll fester Bestandteil des Forchheimer Kulturkalenders werden, wünschte sich Ewald Meier, Erster Vorsitzender des Förderkreises Kaiserpfalz.

Nicht nur die alten Kulturtechniken, wie Lesen, Schreiben und Rechnen seien in einem radikalen Wandel begriffen, führte Meier aus, sondern auch die Art und Weise, wie Menschen dank der technologischen Errungenschaften miteinander kommunizierten: "Wer ständig miteinander im Kontakt steht, der verlernt, sich auszutauschen."
Im altehrwürdigen Ambiente der Kaiserpfalz waren an diesem Tag viele echte Begegnungen möglich: "Es bleibt eine ständige Aufgabe, die Kulturschätze unserer Heimat zu beleben", konstatierte Meier.

Oberbürgermeister Franz Stumpf erinnerte ebenfalls daran, dass immer wieder unter alten Mauern Erstaunliches zutage tritt, wie die Funde im Klosterhof beweisen, die von den Archäologen auf Ende 8./ Anfang 9. Jahrhundert datiert werden.

Julia Lehner, Kulturreferentin aus Nürnberg, betonte in ihrem Vortrag "Kulturschätze heben und erleben", dass die Kultur nicht nur für eine regionale Identität, sondern auch als Faktor für die örtliche Wirtschaft zu sehen sei. Sie widersprach der Auffassung, dass mit Kultur kein Gewinn zu machen sei. Im Gegenteil: Kultur stifte Identität.
Ohne Kultur gebe es keine Bildung, sie bringt die Menschen zusammen, spricht alle Sinne an und berühre alle Teile des Zusammenlebens. Dafür müssten die Städte ihren Beitrag leisten: Während viele kulturelle Standorte in München beispielsweise durch den Freistaat gefördert werden, finanziere Nürnberg vieles selbst. Die Pro-Kopf-Ausgaben in Nürnberg für Kultur sind somit höher, als in der Landeshauptstadt.

"Neue Wege finden"

Es gehe darum, neue Wege zu finden, wie sich die Menschen für kulturelle Belange interessieren und begeistern lassen, führte Lehnert aus, da der klassische Bildungstransfer nicht mehr so wie früher funktioniere. Die Kulturreferentin belegte ihre Aussagen mit vielen Beispielen aus der Nürnberger Kulturlandschaft, führte unter anderem die Criminale, die Kunstvilla, die Blaue Nacht und den Südpunkt Nürnberg als gelungene Beispiele dafür an, dass sich Kultur lohne.

Ewald Meier dankte der Referentin für ihre Denkimpulse und wünschte sich eine engere Zusammenarbeit der Kulturreferenten in der Metropolregion: "Vielleicht lässt sich ein gemeinsamer Kulturpass einrichten?" Jens Wimmer und sein Boogie-Trio erfreuten das Publikum mit beschwingten Klängen.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren