Gräfenberg
Stadtrat

Jugendpfleger im Zentrum

Christian Schönfelder sprach über seine vielfältigen Aufgaben und warum ihm die Arbeit nicht ausgeht.Auch das Internet sorgte für recihlich Gesprächsstoff.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jugendpfleger Christian Schönfelder - hier links neben Jugendlichen auf der Skaterbahn - stand im Mittelpunkt der Stadtratssitzung. Foto: Petra Malbrich
Jugendpfleger Christian Schönfelder - hier links neben Jugendlichen auf der Skaterbahn - stand im Mittelpunkt der Stadtratssitzung. Foto: Petra Malbrich
Cybermobbing zieht unheimliche Kreise, und auch das Thema Alkohol, wenn Jugendliche über Facebook aufgerufen werden, Bier auf Ex zu trinken. Die Gefahr der Nachahmung ist groß. Wie geht man damit um, wie schützt man sich davor, sind einige der Fragen, die Christian Schönfelder, der Jugendpfleger der Stadt Gräfenberg mit den Jugendlichen aufgreift und durchspricht.
Unter den Punkt Präventionsaufgaben fallen die genannten Probleme, mit denen Jugendliche konfrontiert werden. Aufgaben, die der Jugendpfleger hauptsächlich in der Mittelschule umsetzt, mit Unterstützung der Jugendkontaktbeamten der Polizei, wie Christian Schönfelder in der Stadtratssitzung von seinem Jahresbericht erzählt. Fahrten mit den Jugendlichen ins NS-Dokumentationszentrum zeigen, dass trotz Schulunterricht wenig Wissen über Nationalsozialismus und Extremismus vorhanden sei. Das Open Mind Festival in Gräfenberg passt da bestens dazu.
Schönfelder, der selbst Musik spielt und im Megafon dabei ist, gelingt es, Jugendliche fürs Open Mind Festival zu interessieren.

"Größere Projekte kaum möglich"

Seine Aufgabe, den Jugendlichen Räume zu verschaffen, ist mit den Räumen im ehemaligen Telefunkengebäude gelungen. Räume, die von den Jugendlichen genutzt worden sind, bis genau vor einem Jahr von Amts wegen die Betriebserlaubnis wegen mangelnden Brandschutzes entzogen worden ist. "Das Hauptproblem ist, dass ich deshalb nicht öffentlich in die Räume einladen kann", sagt der Jugendpfleger. Größere Projekte sind derzeit also kaum möglich, und gerade jetzt, wo sich mit etwa 20 Jugendlichen eine neue feste Gruppe gefunden hat, die sich derzeit noch auf der neu eröffneten Skaterbahn trifft, aber dort die kalten dunklen Wintermonate nicht verbringen können.
Die Verantwortung kann Schönfelder nicht übertragen, wenn sich in den Räumen des Jugendzentrums getroffen wird, muss er dabei sein. Große Vorhaben müssen noch auf Eis gelegt werden. "Vor vier Jahren haben wir uns für eine offene Jugendarbeit entschieden, weil nicht alle Jugendlichen in den Vereinen eine Heimat finden und so einen Ansprechpartner haben", sagt Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) und macht damit die Dringlichkeit der Brandschutzmaßnahmen deutlich. Diese notwendigen Maßnahmen seien doch schon etliche Jahre immer weggeschoben worden. Eine Nutzungsänderung und ein Bauantrag sind dafür nötig, was Nekolla sich für die Januarsitzung als Ziel gesetzt hat.
Der Jugendpfleger wird aber immer häufiger auch bei persönlichen Problemen und Situationen um Hilfe gebeten. Aufgaben, die eigentlich nicht zu seinem Tätigkeitsfeld gehörten, aber immer häufiger vorkommen. Der Verdacht auf Depressionen, Schulverweigerung oder Internetsucht, nennt Schönfelder diese Hilferufe beim Namen. "Christian Schönfelder ist immer engagiert und bewegt etwas. An die Schwerpunktthemen hätte vor zehn Jahren niemand gedacht", lobt Hans Derbfuß (CSU) die Arbeit des Jugendpflegers. Eine Anerkennung, der alle Räte zustimmten.


Weitere Themen aus dem Stadtrat Gräfenberg


Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren