Montagmorgen, kurz nach zehn. Alles geht rasend schnell. Ein Mann läuft auf der Äußeren Nürnberger Straße stadtauswärts, als ein Toyota-Geländewagen mit "60 - 70 Sachen" von links aus der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße über die Einmündung schießt. Ein erster Schutzengel, verhindert, dass Radfahrer oder Fußgänger im Weg stehen.

Derweil steht ein Hausbesitzer in der Äußeren Nürnberger Straße in der Küche am Fenster. "Ich habe mit meiner Frau telefoniert, als plötzlich der Jeep durch meinen Zaun in den Garten fliegt. Ich habe sofort zu meiner Frau am Telefon gesagt, ich muss auflegen, und schauen, wo unsere Tochter ist." Der Wagen brettert durch den Gartenzaun, fliegt über eine kleine Mauer, haarscharf an einem großen Baum vorbei. Schutzengel Nr. 2 hatte hier wohl seine Hände im Spiel. Die kleine Tochter des Hausbesitzers spielt mit ihrem Fahrrad auf der Terrasse, der Hund der Familie liegt daneben, als der Jeep nur wenige Meter entfernt über den Rasen zwischen Gartenstühlen und einer Kinderschaukel hindurch fliegt. Hier ist wohl Schutzengel Nr. 3 am Werk gewesen.

"Der hatte noch locker Tempo 50 drauf. Der Wagen ist regelrecht in der Luft gestanden", erzählt der Hausbesitzer immer noch völlig fassungslos, als sich bereits Rettungskräfte und ein Notarzt um den Fahrer kümmern.
Die Sanitäter versorgen den Mann in seinem Fahrzeug, hieven ihn auf eine Trage und bringen ihn ins Krankenhaus nach Erlangen. "Der Fahrer hatte wohl ein internistisches Problem", sagt die Polizei. Sprich, aus gesundheitlichen Gründen, hat der Mann wohl die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Auf einen Alko-Test verzichtet die Polizei vor Ort. Die rasante Unfallfahrt endet für den Geländewagen an einem kleinen Baum am anderen Ende des idyllischen Gartens. Glücklicherweise ist der Mann am Steuer angeschnallt gewesen.

Im Vorgarten des Familienhauses hat der Wagen eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Die Polizei schätzt den Sachschaden vor Ort vorsichtig auf rund 10.000 Euro. Der Maschendrahtzaun ist auf ein paar Metern hinüber. Auch ein Grill wurde über den Haufen gefahren.

Wie durch ein Wunder, ist die spektakuläre Unfallfahrt noch relativ glimpflich verlaufen. Der Fahrer ist nicht mit voller Wucht gegen ein größeres Hindernis gebraust. Wie durch ein Wunder, sind keine Menschen bei der rasanten Irrfahrt zu Schaden gekommen. Insgesamt haben wohl viele Schutzengel ihre Hände im Spiel gehabt. Die Familie erholt sich nun von dem Schock.