Weilersbach
Seminar

In Weilersbach lernen Männer das Küchlabacken

Es gibt sie tatsächlich: Gestandene Mannsbilder, die sich für das Handwerk des Küchlabackens interessieren.
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Alexandra Krause (l.) und Marga Alt (2.v. l.) brachten den Männern das Backen bei. Fotos: Heidi Amon
Alexandra Krause (l.) und Marga Alt (2.v. l.) brachten den Männern das Backen bei. Fotos: Heidi Amon
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Wer denkt, Männer können keine Küchla backen, der täuscht sich da mal ganz gewaltig. Bei einem "Küchla-Backkurs für Männer" in der Schulküche der Verbandsschule Kirchehrenbach wurde er eines Besseren belehrt.
Von wegen "des mog wos wern" oder "des können doch Männer net" oder auch "des geht doch net". Stattdessen sagten sich neun gestandene Männer: "Dös ko doch net so schwer sein" und wollten wissen, wie das Küchlabacken geht.

Und es ging. Das Ergebnis: "Die Stimmung war klasse und Spass hat es obendrein gemacht", schwärmten zum Schluss die begeisterten Hobby-Bäcker. Warum sie überhaupt gekommen waren? "Weil ich mich dafür interessiere und auch einmal zu Hause backen möchte", sagte beispielsweise Jürgen Weiskopf. Und Stefan Roppelt, der Vorsitzende des Musikvereins Weilersbach, sagte halb im Scherz: "Vielleicht muss ich bei der Musikerkerwa einmal eingreifen, wenn es beim Backen knapp hergeht."
Organisiert hatte den Backkurs der Trachtenverein Weilersbach. Eigentlich sollte der Kurs im Weilersbacher "Trachtenhäusla" stattfinden, doch aus Platzgründen wich man in die Schülküche aus. Vorsitzender Bernhard Hack, der die Idee zum Seminar hatte, konnte als fachkundige Krapfenbäckerin die Hauswirtschaftsmeisterin und Landwirtin Marga Alt aus Seidmar gewinnen.


Heißes Fett

Als Hack bei ihr anfragte, sagte diese spontan zu. Ihr ist nämlich sehr daran gelegen, dass diese Tradition des Küchlabackens erhalten bleibt. "Mit den Männern macht das Backen richtig Spaß . Sie sind pflegeleicht", lachte Marga Alt.

Einige Konzentration war gefordert, als Marga Alt Einblick in die Kunst des Küchlabackens gab, die Zubereitung des Teiges erklärte, Fragen beantwortete und viele Tipps rund ums Küchlabacken gab. Die Temperatur zum Ausbacken zum Beispiel ist laut Marga Alt dann perfekt, wenn das heiße Fett am Stiel eines Holzkochlöffels Bläschen bildet.

Gemeinsam wurde auch ein Teig für viereckige Küchla zusammengerührt, die an diesem Abend ebenfalls gebacken wurden. "A Schnaps kommt a nei", staunten die gelehrigen Backkünstler nicht schlecht.
Aus Gründen der Zeitersparnis hatte Alt schon einen Küchla-Teig vorbereitet. Nun wurde es ernst. Und die Männer legten los. Natürlich hatte keiner von ihnen einen Schimmer vom Krapfenbacken. Da traf es sich gut, dass als Backassistentin die Zweite Vorsitzende des Trachtenvereins, Alexandra Krause, mit einer helfenden Hand zur Seite stand.

Zuerst mussten sich die Männer ihre Hände waschen und die roten Vereinsschürzen umbinden. Dann war Fingerspitzengefühl angesagt. Es war fast nicht zu glauben: Es war bewundernswert, wie geschickt sie sich alle anstellten und in einer lockeren Atmosphäre beispielhaft zusammenarbeiteten. Ein kleiner Teigballen nach dem anderen wurde abgestochen, auf dem bemehlten Brett abgedreht und auf ein Tuch gelegt. "Die sehen aus wie im Katalog", sagte Rudolf Pfeufer vergnügt. Freilich war das für die Männer eine ungewohnte Tätigkeit. Doch auch die "Marga" war überrascht darüber, wie gewandt und mit welcher Geschäftigkeit gearbeitet wurde.


Der Duft von Butterschmalz

"Ja", meinte Marga Alt "man lernt nur, wenn man etwas selber macht. Zuschauen reicht nicht."
Sogar der letzte Teig wurde aus den Schüsseln gekratzt. "Man will doch nichts "versäuen", so die allseitige Meinung. Nun gings an den schwierigsten Teil, das Küchlaziehen. Bald zog der Butterschmalzgeruch durch die Küche.

Obwohl das Ziehen der Küchla für die Männer etwas völlig Neues war und ihnen davor doch ein bisschen bange war, hatten sie bald raus, den Teig so zu ziehen, dass in der Mitte das sogenannte Fenster entsteht. "Perfekt" lobte Marga Alt, bevor ein Küchla nach dem anderen im Butterschmalz gold-braun gebacken wurden.
Die Küchla wanderten auf den langen Krapfentisch, um den sich die Bäcker sichtlich stolz reihten. Die von ihnen selbst hergestellten Küchla durften sie dann genüsslich schmecken lassen. Es war einer der schönsten Kurse, die ich gemacht habe", freute sich Marga Alt.

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