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Kersbach
Defekt

In Kersbach blieb die Sirene stumm

Trotz vorheriger Wartung versagte in der vergangenen Woche bei einem Brand in Kersbach die Sirene.
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Die Sirene auf dem Dach der FFW Kersbach funktioniert leider immer noch nicht.  Foto: Josef Hofbauer
Die Sirene auf dem Dach der FFW Kersbach funktioniert leider immer noch nicht. Foto: Josef Hofbauer
Es brennt, aber die Feuerwehrsirene funktioniert nicht? Hier in Deutschland, dem Land, das die halbe Welt um seine Gründlichkeit und technische Effizienz beneidet?
Genau das war vergangene Woche in Kersbach passiert. Es brannte, aber die Sirene blieb stumm. Deshalb sind anfangs auch kaum Feuerwehrleute am Einsatzort gewesen. So jedenfalls stand es auf Facebook. "Eine Gefahr bestand grundsätzlich nicht", beruhigt indes Kreisbrandrat Oliver Flake. Eine defekte Feuerwehrsirene heißt nicht, dass eine Alarmierung komplett ausbleibt.


Ein Stichwort für den Einsatz

Tatsächlich wurde die Kersbacher Sirene erst vor Kurzem gewartet. Sie funktionierte auch. Doch an dem Tag des Brandes blieb die Kersbacher Sirene wegen eines technischen Defekts still. Das könne passieren, sagt Flake. Es sei wie bei einem Auto. Dieses könne auch vorher beim Kundendienst geprüft worden sein und tags darauf brenne eine Sicherung durch.

Nachteile für die Brandopfer bestreitet Flake aber entschieden. Das habe mit der Art und Weise zu tun, wie die Feuerwehr mit einem eingehenden Alarm umgeht. Will man eine Unfall oder einen Brand melden und Hilfe holen, wählt man die 112. In der Rettungsleitstelle Bamberg-Forchheim wird dieser Anruf entgegengenommen. Der Disponent gibt die Straße des Einsatzortes ein und ein Einsatzstichwort wird festgelegt. "B 3" könnte dies beispielsweise lauten: "B 3" steht dann für "Brand der Kategorie 3".
Anhand dieses Stichworts wird bestimmt, wie viele Löschfahrzeuge und Atemschutzträger nötig sind und ob auch eine Drehleiter am Einsatzort benötigt wird.


Mögliche Nachalarmierung

Die örtliche Feuerwehr wird grundsätzlich immer alarmiert, da sie die Einsatzleitung übernimmt. Zudem werden ausnahmslos auch die Führungskräfte - das sind die Kreisbrandmeister, die Kreisbrandinspektoren und der Kreisbrandrat - informiert. Sei es nur zur Kenntnisnahme, oder um den Einsatzort selbst anzufahren.

Die Feuerwehr meldet sich bei der Rettungsleitstelle, wenn sie am Feuerwehrhaus losfährt und sie meldet sich nochmals, wenn sie am Einsatzort eingetroffen ist. "Bei einer fehlender Meldung wird nach kurzer Zeit nachalarmiert", sagt Flake. Die Nachalarmierung findet statt, wenn kurz nach dem Sirenengeheul keine Meldung einging, dass die Wehr zum Einsatzort unterwegs ist. Zugleich wird eine andere Wehr alarmiert. Dass keine Feuerwehr alarmiert wird, nur weil die Sirene nicht defekt ist: Das ist laut Flake schlicht und ergreifend nicht möglich. "Die Hilfe unterbleibt in diesem Fall nicht, sondern es werden gleich die angrenzenden Wehren alarmiert", beteuert Flake.

Zeitgleich wird ein Teil der Feuerwehrleute per Funkmeldeempfänger informiert. Diesen hat nicht jeder Feuerwehrmann, aber so viele, dass eine Gruppenstärke erreicht wird.


Keine Frage von Leben und Tod

Eine fehlende Alarmierung durch eine defekte Sirene würde schlimmstenfalls zu einer zeitlichen Verzögerung führen. Dass diese wenigen Minuten Verzögerung bei einem schweren Einsatz die Situation der Opfer verschlechtern könnten, dementiert Flake: "Je schwerer der Einsatz, desto mehr Dienststellen sind vor Ort".

Selbst bei einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person würden zwei Rettungssätze alarmiert werden, denn schließlich könnte bei einem Rettungswagen ein Aggregat oder ähnliches defekt sein. Bei Kleineinsätzen, wenn beispielsweise ein Keller unter Wasser steht oder ein Wespennest beseitigt werden muss, und deshalb in der Regel nur die Führungskräfte und die örtliche Wehr alarmiert wird, kann es zu minimalen zeitlichen Verzögerungen kommen. Diese entscheiden laut Flake aber nicht über Leben und Tod.

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