Linker Haken, rechter Haken, Aufwärtshaken und dabei immer schön auf die Deckung achten. Seit er 14 Jahre alt ist, boxt Oleksandr Koptjev in verschiedenen Vereinen. Seit vier Jahren trainiert der 33-Jährige jetzt schon den Boxnachwuchs der "Warriors Gym" in Forchheim.
Boxen ist ein Sport, der von den Menschen alles fordert. Seinen Geist, vor allem aber seinen Körper. Im Ring kann nur der gewinnen, der Beweglichkeit, Koordianation, Kraft und Ausdauer vereint. "Im Ring brennt der ganze Körper", sagt Koptjev.
Er war 14 Jahre alt, als er mit dem Kickboxen aufgehört hat und sich im Ring anschließend nur noch auf die Kraft seiner Fäuste verließ: "Boxen hat mir dann einfach mehr Spaß gemacht." Für eine Karriere als Profi hat es leider nicht gereicht. Er hat ein paar entscheidende Kämpfe verloren, und später fehlte ihm auch einfach die Zeit für das Training. Das Studium ging dann einfach vor.
Heute geht es Koptjev, wenn er selbst die Handschuhe schnürt, nur noch um Spaß und körperliche Fitness. Seine Schüler dagegen haben oft ehrgeizige Ziele. Sie wollen vor allem Kämpfe gewinnen. Und Koptjev weiß, was man braucht, um im Ring zu bestehen. "Um professionell zu boxen, sind zwei Sachen wichtig: die richtige Einstellung und ein guter Trainer."
Denn das Talent alleine reicht nicht. Man muss auch den richtigen Willen zeigen. Nur ein regelmäßiges und gewissenhaftes Training, Ehrgeiz und die Bereitschaft, den eigenen Lebensstil dem Sport anzupassen, bringen die jungen Boxer nach oben.
Und etwas Anderes, eigentlich Selbstverständliches, bleut Koptjev seinen Kämpfer auch immer wieder ein: "Wer im Ring gewinnen will, muss zuschlagen können." Seine Aufgabe als Trainer ist es dabei, die Sportler körperlich, technisch und taktisch auf die Kämpfe vorzubereiten. Be- und Entlastung müssen sich die Balance halten, denn sonst "geht nach zwei bis vier Wochen gar nichts mehr". Nur wenn sich die Schüler im Training und in den freien Wettkämpfen, den Sparrings, beweisen, lässt Koptjev sie an professionellen Wettkämpfen teilnehmen. Denn das letzte Wort hat immer der Trainer.

Ärger über das Fernsehen


Aus dem Stegreif kann Koptyev berühmte Boxer, Kämpfe und alle Gewichtsklassen der Männer und Frauen aufzählen. Wer mit so viel Fachwissen glänzen kann, verpasst natürlich auch die Boxkämpfe bei den Olympischen Spielen in London nicht. "Für mich sind die Leute, die dort kämpfen Halbgötter." Vier Jahre trainieren die Olympiateilnehmer auf die Wettkämpfe hin und achten in dieser Zeit genauestens auf ihre Ernährung. Um nicht aus der Gewichtsklasse zu rutschen, für die sie sich qualifiziert haben. Denn sonst war es das mit Olympia.
Allerdings ärgert Koptjev, dass die meisten Vorkämpfe nur im Internet zu sehen sind. Denn erst die Finals in den jeweiligen Gewichtsklassen werden im Fernsehen übertragen. Wenn nicht gerade die Klitschkos kämpfen, interessiert sich das deutsche Fernsehen nur noch selten für das Boxen.
Jetzt hat die Zeit vor dem Internet-Stream aber ein Ende. Heute und morgen kämpfen die Boxer um die Medaillen - leider ohne deutsche Beteiligung. Als letzter Deutscher war Stefan Härtel im Viertelfinale ausgeschieden. Am Samstag überträgt das ZDF ab 21.30 Uhr, am Sonntag die ARD ab 14.30 Uhr.