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Kersbach
Notbremsung

ICE überrollt mit Tempo 160 Schottersteine bei Kersbach

Ein ICE donnerte am Dienstagabend mit Tempo 160 zwischen Forchheim und Baiersdorf über aufgelegte Schottersteine und kam nach einer Notbremsung bei Kersbach zum Stehen. Vorsorglich wurden alle Rettungskräfte alarmiert.
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Der ICE nach der Notbremsung bei Kersbach Foto: Feuerwehr Forchheim
Der ICE nach der Notbremsung bei Kersbach Foto: Feuerwehr Forchheim
Bislang unbekannte Täter haben am Dienstagabend in der Nähe des Haltepunktes Kersbach mehrere Schottersteine auf die Bahngleise gelegt. Ein ICE und eine S-Bahn überfuhren die Hindernisse.

Wie die Bundespolizeiinspektion Nürnberg mitteilt, kam es gegen 21 Uhr auf der Bahnstrecke von Bamberg nach Nürnberg zu den Vorfällen. Ein ICE überrollte die aufgelegten Steine mit einer Geschwindigkeit von etwa 160 Stundenkilometern. Der Triebwagenführer des Intercitys leitete nach dem Überfahren eine Schnellbremsung und informierte die Bundespolizei. Der ICE kam auf Höhe des Bahnhofs Kersbach zum Stehen.

Auf dem Nebengleis
Nur wenige Sekunden später überfuhr eine S-Bahn auf dem Nebengleis weitere Schottersteine. Durch die Vorfälle kam es zu keinen Personen- oder Sachschäden. Die Bundespolizei ermittelt nun wegen des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Wie die Feuerwehr Forchheim berichtet, war sie um 21.18 Uhr alarmiert worden. Nach eingehender Überprüfung der Gleisanlagen sowie des Zuges in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, der Polizei Forchheim sowie der Bundespolizei stellte sich heraus, dass kein Personenschaden vorlag. Nachdem diesbezüglich Entwarnung gegeben werden konnte, verließen alle Einsatzkräfte gegen 22.30 Uhr die Einsatzstelle wieder. Die bis dahin gesperrten Gleise der Bahnstrecke zwischen Forchheim und Baiersdorf konnten bereits einige Minuten früher durch den Notfallmanager der Deutschen Bahn wieder freigegeben werden.

Auch Notarzt vor Ort
Beim Einsatz in Kersbach war die Feuerwehr Forchheim mit vier Fahrzeugen und die Feuerwehr Kersbach mit zwei Fahrzeugen vor Ort, 25 Aktiven waren im Einsatz. Das Bayerische Rote Kreuz Forchheim war mit Rettungswagen, Notarzt und Einsatzleiter nach Kersbach gekommen.

Die Deutsche Bahn hatte am Abend die Streckensperrung zwischen Baiersdorf und Forchheim wegen eines Notarzteinsatzes gemeldet. "Bei solchen Vorfällen, wenn ein Zugführer einen Schlag verspürt, liegt immer auch der Verdacht eines Personenunfalls vor, deshalb werden alle entsprechenden Einsatzkräfte verständigt", erklärt dazu Bahn-Pressesprecher Anton Knapp aus München.

Die Regionalzüge und die S-Bahnen der Linie S1 aus Richtung Nürnberg fuhren zwischenzeitlich nur bis Erlangen, aus Richtung Bamberg nur bis Forchheim. Ein Schienenersatzverkehr mit Bus zwischen Erlangen und Forchheim wurde eingerichtet. Die Streckensperrung wurde im Laufe der Nacht aufgehoben.

Erst am Montagmorgen war es auf diesem Streckenabschnitt ebenfalls zu einer Sperrung gekommen. Hierbei handelte es sich um einen Personenunfall am Gleis.

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