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Gefahr

Hohe Gefahr: Feuer trifft auf trockene Böden

Die Regierung von Oberfranken mahnt, wegen der hohen Waldbrandgefahr besondere Vorsicht bei den Sonnwendfeiern walten zu lassen.
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Forchheim/ Heroldsbach Immer um Johanni herum werden im Landkreis die Sonnwendefeuer entfacht. Wie viele Sonnwendfeiern an den entsprechenden Wochenenden allerdings stattfinden, weiß das Landratsamt Forchheim nicht, wie Pressesprecher Holger Strehl einräumen muss.
Er verweist in diesem Zusammenhang auf die einzelnen Kommunen als zuständige Ordnungsbehörden. In der Regel aber wird in fast jedem Ort des Landkreises ein Feuerstapel entfacht und der längste Tag des Jahres gefeiert.


Warnung von der Regierung

Das große Feuer von Heroldsbach brannte beim Erlebnispark Schloss Thurn bereits in der vergangenen Woche. Nun wollen an diesem Wochenende auch die Menschen in Poppendorf und Oesdorf ihre Sonnenwende feiern.
Allerdings lag am Donnerstagmorgen ein Schreiben von der Regierung von Oberfranken im Postfach von Herlodsbachs Bürgermeister Edgar Büttner (SPD): "In Anbetracht der hohen Temperaturen und der hohen Waldbrandgefahr sollen wir die Veranstalter darauf hinweisen, dass der Schutz bei einem benachbarten Wald in jedem Fall gewährleistet sein muss. Gegebenenfalls sollte man die Veranstaltung lieber absagen", fasst Büttner den Wortlaut des Schreibens zusammen. Über dessen Inhalt hat er die Veranstalter unverzüglich in Kenntnis gesetzt.

Bei den Veranstaltern sind viele Feuerwehrleute dabei, denen die Gefahr ohnehin bewusst sei. "Die Poppendorfer hatten am Mittwoch überlegt, das Feuer zu verschieben", sagt Büttner.

Genehmigt worden sind die Feuer vor mehr als zwei Wochen genehmigt. Dass sich die Lage derart verschärft, konnte damals niemand ahnen. Ein grundsätzliches Nein zu den Sonnwendfeuern möchte Kreisbrandrat Oliver Flake allerdings nicht aussprechen. Natürlich aber mahnt auch er zu unbedingter Vorsicht: "Durch die anhaltende Trockenheit und der damit verbundenen Gras- und Waldbrandgefahr ist besondere Vorsicht beim Abbrennen von Johannisfeuern walten zu lassen." Und doch hat das eine - die Waldbrandgefahr - nur bedingt mit dem anderen - den Sonnwendfeuern - zu tun.

Denn unabhängig von Hitze und Trockenheit sollte das Feuer grundsätzlich auf festem, nicht brennbarem Untergrund abgebrannt werden. Ein Erdreich mit wenig Bewuchs eignet sich laut Flake besonders gut. "Es ist wichtig, dass für die Umgebung keine Brandgefahr entsteht. Dies kann nur gewährleistet werden, wenn genügend Abstand zu gefährdeten Objekten gehalten wird", erklärt der Kreisbrandrat.

Darüber hinaus muss genügend Abstände zu Waldgebieten eingehalten werden. Angesichts der derzeit prekären Lage rät Oliver Flake, das Risiko zu minimieren. Es sollten kleinere Feuer entzündet und größere Abstände eingehalten werden. Der jeweilige Veranstalter steht dabei laut Flake in der Verantwortung, das höhere Risiko entsprechend zu kompensieren.


Wichtige Überlegungen

Ein Feuer sollte nur so groß sein, dass man es im Problemfall auch noch handhaben kann. "Je größer das Feuer, um so größer die Gefahr", sagt Flake.
Unerlässlich sei darüber hinaus auch, dass sich die Veranstalter bereits im Vorfeld darüber Gedanken machen, wie sie ein außer Kontrolle geratenes Feuer löschen könnten. "Das muss geplant und vorbereitet sein", sagt Flake.
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