"Viele Leute im Augraben haben Angst vor dem Elektrosmog der Leitung im Wohngebiet", dies schreibt der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Theodor Dietz, in einem Brandbrief an Oberbürgermeister Franz Stumpf.
"Wie wir erfahren haben", so erklärt Dietz, "soll im nächsten Jahr die Versorgungs-Hochspannungsleitung der Bahn im Süden von Forchheim erneuert werden, die durch unser Wohngebiet geht". Da die Masten sowieso neu gesetzt werden müssen, unterstützen die Siedler den Vorschlag der Stadt, die Leitungen ganz aus dem Augrabengebiet zu entfernen und sie stattdessen auf die östliche Seite der Bahnstrecke Nürnberg-Bamberg zu verlegen. "Zumal die Trasse von Bamberg kommend auf der östlichen Seite verläuft, dann auf die westliche Seite im Augraben wechselt und danach wieder nach Nürnberg führend auf der östlichen Seite verläuft", betont der erste Vorsitzende der Siedlergemeinschaft in seinem Schreiben.
Dass man sich jetzt noch einmal an die Stadt wende liege an aufkommenden Zweifeln, ob seitens der Bahn tatsächlich dem Wunsch nach einer Trassenverlegung gefolgt werde, erklärt der zweite Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Tassilo Schlurick. "Denn die Planung läuft weiter auf der alten Trasse", betont er. Lediglich ein Mast werde versetzt - von der einen Seite der Imkerstraße auf die andere, direkt an den Rand des Sportplatzes. "Doch es hat keinen Sinn den Mast zu versetzen - die ganze Leitung muss verlagert werden, fordert Schlurick.
Zwei Gründe macht er geltend: Zum einen sei eine Hochspannungsleitung über ein Wohngebiet grundsätzlich nicht schön. Zum anderen bestehe die Sorge, dass die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet sei. So habe eine Anwohnerin, deren Mann an Krebs gestorben sei, den Verdacht, dass Elektrosmog mit ein Ursache gespielt haben könnte. Und viele andere Siedler teilen diese Befürchtung.

Oberbürgermeister zeigt sich kämpferisch


Oberbürgermeister Franz Stumpf (WUO/CSU) gesteht, dass es schwer sei mit der Deutschen Bahn zu verhandeln. "Aber wir werden mit unserer Forderung nach einer Leitungsverlegung nicht nachgeben", verspricht er. Wenn die Bahn eh schon eine neue Leitung lege, könne man erwarten, dass dabei auch auf die Belange der Stadt und seiner Bürger Rücksicht genommen werde.