Willersdorf
Angeln

Hobbyangler fischt 28-Kilo-Waller aus der Aisch

Erst wollte der Hobbyangler seinen Augen nicht trauen. Doch als er dann tatsächlich einen riesigen Waller aus der Aisch bei Willersdorf zog, war Tobias Tilgner richtig ergriffen.
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Tobias Tilgner hat einen riesigen Wels an Land gezogen.  Foto: privat
Tobias Tilgner hat einen riesigen Wels an Land gezogen. Foto: privat
Es ist nur wenige Tage her, dass Tobias Tilgner einen absoluten Traumfisch an den Haken bekommen hat. Der 39- jährige Schreinermeister ist bereits seit frühester Kindheit ein leidenschaftlicher und Angler mit Leib und Seele. Plötzlich riss es seine Angelrute aus den Haltern. "Ein Raubfisch mußte meinen Köder genommen haben. Die harten Schläge in der Rute ließen mich sehr schnell erkennen, dass da nur ein Waller zugeschlagen haben konnte", erinnerte sich Tilgner.

Diese Schläge und die brachiale Gewalt, die ein Wels auf das Angelgerät und den Angler ausübt, seien einfach unverkennbar. Die nicht all zu rasante Flucht am Anfang ließen Tilgner zuerst glauben, der Fisch habe eine Länge von maximal 1,30 Metern.

Als der Fisch allerdings nach einer knappen halben Stunde im Lichtkegel seiner Stirnlampe in dem schwarzen Wasser auftauchte, konnte er es kaum glauben.
"Meine Kräfte waren nach all den harten Fluchten, die der Fisch unternommen hatte, restlos aufgebraucht. In so einem Drill macht der Fisch mit dem Angler, was er will und man kann nur reagieren und hoffen, dass das Material der Belastung Stand hält", sagt Tilgner.

Mit den letzten Reserven

Es bedurfte seiner letzten Energie-Reserven, den Fisch per Wallergriff mit beiden Händen und vollem Körpereinsatz das steile Ufer hinauf zu befördern. Schweißüberströmt, zitternd und mit enormem Puls legte er das Maßband an, das an der Schwanzspitze des gigantischen Flossenträgers 1,76 Meter anzeigte. "Das zählt zu den Augenblicken im Leben, die man nie wieder vergisst und in denen die Welt kurzzeitig aufhört, sich zu drehen", schwärmt Tilgner.

Florian Selzle, ein Verwandter Tilgners, hatte bereits vor einigen Jahren in Uttstadt in der Aisch einen Waller mit 1,70 Meter gefangen. "Doch welch gewaltige Ausmaße so ein Fisch besitzt, konnte ich mir bis jetzt nicht wirklich vorstellen", sagte Tilgner. Er ist Mitglied beim Fischereiverein Willersdorf-Haid.

Die Versorgung des Welses am nächsten Morgen ergab ein Gewicht von 28 Kilogramm bei leerem Magen und leeren Geschlechtsorganen.

Dies bedeutet, dass der Waller bereits abgelaicht hatte und gerade dabei war, seinen aufgebrauchten Energiehaushalt aufzufüllen. Denn ansonsten wären dem Gewicht noch einige Kilos dazu zu rechnen gewesen. Seit einigen Jahren schon macht die Aisch im Bereich immer wieder auf sich aufmerksam. Grund dafür ist das immer stärkere Auftreten des Welses oder Wallers. Im Zuge der Klimaerwärmung findet dieser Fisch, der ursprünglich aus dem Verbreitungsgebiet der Donau stammt, in der Aisch ein perfektes Refugium, um sich fortzupflanzen - und überdies Bedinungen, um zu beachtlichen Größen heranzuwachsen.

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