Heroldsbach
Auftritt

Heroldsbacher musizieren über Krieg und Frieden

In seinem Jahreskonzert setzen sich die Gruppen des Heroldsbacher Musikvereins mit dem Krieg und dem Frieden auseinander. Den glänzend eingestellten Musikern gelingt das auf eine leichtfüßige Art und Weise.
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Als man sich vor einem halben Jahr Gedanken über das diesjährige Motto des Jahreskonzerts gemacht habe, hätte man nie daran geglaubt, dass die Themen Krieg und Frieden derart stark im Bewusstsein der Weltgesellschaft sein würden. Das sagte die Vorsitzende des Musikvereins Heroldsbach, Diana Werner, in ihrer Begrüßung. Sich bezog sich mit diesen Worten unter anderem auf die Attentate von Paris und den nicht enden wollenden Krieg in Syrien.

Für viele Gäste sind die Auftritte ihres Musikvereins Termine, die man sich dick und rot im Terminkalender angestrichen hat. Auch heuer ist es dem Musikverein Heroldsbach gelungen, ein bedrückend aktuelles Thema auf großartige Weise musikalisch umzusetzen. Den Auftakt des Jahreskonzerts machte Warren Barkers "In Praise of Freedom"; ein Stück, das sich durch den Gegensatz von militärischer Stimmung und melodischer Schönheit auszeichnet. Gemeinsam musizierten hier die Blech- sowie die Holzbläser-Fraktionen des Musikvereins. Mit dem Konzertmarsch "Procession to Peace" des japanischen Komponisten ging es mit schnellen Schritten weiter.

Wenn man an John Williams denkt, denkt man unweigerlich an die zahlreichen Filmmelodien, die er geschrieben hat. Zwei davon waren an diesem Abend zu hören: die Titelmelodien aus dem Kriegsdrama "Der Soldat namens James Ryan" und zum Abschluss die Klänge der "Stars Wars"-Saga.


Freunde der Freiheit

Schnelle Tempowechsel zeichneten das nächste Stück aus. Hier hatte sich das Komponisten-Duo Zimmer und Greson-Williams musikalische Gedanken zum Kinofilm "The Rock" gemacht.

Bevor es in eine zwanzigminütigen Pause ging, stand für alle Freunde von Frieden und der Freiheit das Stück "Friends of Freedom" von Karel Deseure auf dem Programm. Den zweiten Teil des kurzweiligen Jahreskonzerts eröffnete Orchesterleiter Hans-Jürgen Lorenz mit seinem Orchester. Das Orchester war hervorragend in Schuss. Eine Frage blieb aber nach dem Auftritt des Schülerkonzerts noch offen: warum der arme Soldat im Stück "The Soldier and the Princess" 99 Tage unter dem Balkon der Prinzessin verbrachte und nur einen Tag, bevor er die Prinzessin für sich gewonnen hätte, von dannen zog.


Ein Ort in Schutt und Asche

Danach schlug die Zeit des großes Blasorchesters. Bereits der erste Programmblock des Orchesters war nicht nur eine Augen- sondern auch eine Ohrenweide.

Im zweiten Teil konnte sich die Musiker aber sogar noch einmal steigern. Sie spielten den "Großen Kurfürsten Reitermarsch" mit feierlichem Charakter. Schön hier vor allem die Soli der Trompeten.

Den Höhepunkt des Abends bildeten die letzten zwei Stücke des offiziellen Programmblocks; zum einen "Kraftwerk" von Jacob de Haan, welches die Geschichte des fränkischen Orts Grafenrheinfeld vertont. Der Ort wurde am 24. Februar 1944 in einem Bombenhagel in Schutt und Asche gelegt. Auf einer LED-Leinwand wurden schon zuvor Filme und Bilder gezeigt, die zu den jeweiligen Musikstücken passten. Bei "Kraftwerk" sahen die Zuschauer Bilder des völlig zerbombten Grafenrheinfelds. Musikalisch inszeniert wurde der Bombenhagel durch laute Pauken- und Trommelschläge, der anschließende Wiederaufbau dagegen durch das hoffnungsvolle Klarinetten- und Flötenspiel.

Am Ende eines sehr gelungenen Konzertes gilt es auch die Dirigenten hervorzuheben. Ihnen ist es hervorragend gelungen, die Orchester auf ihre Auftritte vorzubereiten. Zu nennen sind hier Bernhard Schleicher, der auch die Gesamtleitung inne hatte, sowie Jasmin Weitzenfelder, Hans-Jürgen Lorenz und Stefanie Nowecki. Letztere hatte erst am selben Tag ihre Prüfung zur staatlich geprüften Dirigentin bestanden.
Natürlich durften die Musiker nicht ohne eine Zugabe von der Bühne, die das Publikum zuvor mit Nachdruck eingefordert hatte.


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