Heiligenstadt
Fasching

Heiligenstadter Stadtschnecken sind ganz närrisch

Bei der Prunksitzung in Heiligenstadt ging es lustig zu.
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Foto: Carmen Schwind
Foto: Carmen Schwind
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Premiere über Premiere gab es in der Prunksitzung des Faschingsvereins "Die heiligen Stadtschnecken" am vergangenen Samstag in der voll besetzten Oertelscheune in Heiligenstadt. In diesem Jahr präsentierte zum ersten Mal das neue Tanzmariechen, Chantal Wicher, ihr Können. "Tanzmariechen zu werden war mein Traum", meinte die 17-Jährige gerührt und bedankte sich bei allen, die es ermöglicht hatten, dass sie diesen hatte umsetzen können.

"Mut ist, wenn man alleine auf der Bühne tanzt, denn da sieht man jeden Fehler gleich. Dein Tanz war dann auch noch sehr anspruchsvoll", lobte Präsidentin Eva-Katharina Schmidt, die mit Hofdame Silke Arndt schwungvoll durch das Programm führte. Neu war auch das Markgrafenpaar: Michael und Gitti Handwerger. "Das macht richtig Spaß", meinte Markgraf Michael, der anfangs gar nicht unbedingt Markgraf werden wollte. Tochter Mia tanzt bei den "Schneckenzwergen" und verriet der Präsidentin, dass sie die Eltern überzeugen musste und deshalb ein Jahr lang täglich pünktlich ins Bett gehen und früh aufstehen musste.

Sohn Jonas Handwerger durfte auf der Bühne einen Witz vortragen. Markgraf Michael zeigte sich sehr sportlich, denn für ihn gab es eine Kussparade: Jede Tänzerin der Markgrafengarde trug ein kleines Kunststück vor, das der Markgraf nachmachen musste, um einen Kuss zu bekommen. Dabei gelang ihm fast ein Spagat.
Die "Schneckenzwerge" entführten das begeisterte Publikum mit ihrem Tanz in die Tiefen des Meeres. Dafür bekamen die kleinen Meerjungfrauen riesigen Applaus.

Im abwechslungsreichen, fünfstündigen Programm wurden neben Garde- und Showtänzen nicht nur Witze vorgetragen: Mut ist wenn nach einer durchzechten Nacht der Mann heim kommt, von der Frau mit Besen erwartet wird und dann fragt: "Putzt du oder fliegst du noch mal weg?"


Keine Nachwuchsprobleme

Eine weitere Neuheit war die Kinderbütt der 11-jährigen Mia Braungart, die über die Gattung Mann erzählte. Vorbild hierzu sei der Papa gewesen, erzählte sie den Moderatorinnen: "Wir dachten schon er wird nicht mehr, doch saß dann nur ein Fürzchen quer." Allein 17 Schnirkelschnecken zeigten, dass es keine Nachwuchsprobleme im Verein gibt. Auch sie bekamen viel Applaus von den Gästen. Jürgen Friedrich vom Patenverein Narrlangia Rot-Weiss Erlangen verlieh den "Goldschneck" der "Heiligen Stadtschnecken" an Christian Leitermann, Leiter der "Wendenguggn", Guggenmusikern aus Wendelstein. Sie werden seit einigen Jahren zum Rathaussturm nach Heiligenstadt eingeladen.


Schunkeldnes Publikum

Neu war in diesem Jahr auch, dass Büttenredner Hans Göller von Fritz Penning auf dem Akkordeon begleitet wurde. Göller sprach über Aichingers Gerstensaft, der Spuren in der Unterwäsche hinterlässt; Wein, in dem die Wahrheit liegt und Schnaps, der die Verdauung fördert. Dazwischen brachte Penning das lachende Publikum zum Schunkeln. Matthias Müller begeisterte als Betrunkener, der sein Auto suchte. Die "Sternschnecken" erhielten viel Applaus für ihre Darbietung. Tänzerin Alina fragte anschließend, ob das Publikum wisse, wie ein übergewichtiger Veganer heißt - "Biotonne!".

Die Besucher freuten sich auch über das Männerballett von "Narrlangia", das die Entwicklung der Olympischen Spiele vortrug. Nach der Pause tanzten die Sternschnecken zu Discomusik aus mehreren Jahrzehnten und die Markgrafengarde zeigte Bollywood-Tänze. Bei der Publikumspantomime mussten Besucher Begriffe raten und die Markgrafengarde von Narrlangia - begleitet von Margit von und Thomas zu Narrlangen - zeigte ihren Gardetanz.

Zugabe wurde auch von den Mitgliedern der Feuerwehr Oberngrub verlangt, die einen gesungenen Sketch zum Besten gaben. Heiß ersehnt war der Auftritt der "Linden von Heiligenstadt", eine Persiflage auf "Waltraud und Mariechen" von den Fürther Kabarettisten Martin Rassau und Volker Heißmann. Silke Arndt und Eva-Katharina Schmidt philosophierten bei Stadtwurst mit Senf über die neue Kläranlage. Sie fragten sich ob die nicht überdimensioniert sei, denn "so viel kackern tu ich fei net." Das Männerballett Heiligenstadt, in dem auch Markgraf Michael mittanzte, heizte am Ende das Publikum noch einmal mit "AC/DC" richtig ein, sodass der Abend mit fetzigen Rhythmen und viel Applaus zu Ende ging.
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