Forchheim
Malerei

Harald Hubl zeigt, was in den alten Mappen steckt

Der Wahl-Forchheimer zeigt in seiner aktuellen Ausstellung auch vergessene Werke seiner frühen Schaffensphase.
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Harald Hubl vor einem seiner größeren Bilder aus den 90er Jahren. Fotos: Sören Rohde
Harald Hubl vor einem seiner größeren Bilder aus den 90er Jahren. Fotos: Sören Rohde
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"Ohne Skizzenbuch und Malpapier geht ein Maler nicht aus dem Haus", sagt Harald Hubl. Er muss es wissen:"Harald Hubl: Arbeiten aus vier Jahrzehnten", ist aktuell in den Forchheimer Rathaushallen zu sehen (bis 6. September, Montag bis Freitag, 11 bis 17 Uhr und Samstag 10 bis 13 Uhr)
"Schon in der Kindheit habe ich immer das Bedürfnis gehabt zu malen", erinnert sich der 64-Jährige. Gefördert wurde er dabei von seinem Vater, der Porzellanmaler war, und auch von Lehrern, die schon früh seine Begabung erkannten. Rückblickend ist Hubl froh, durch "glückliche Umstände" seine künstlerische Laufbahn weiterverfolgt haben zu können. Nach Abschluss seiner Lithographen-Lehre studierte er an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, wo er seit 1978 als Leiter der Studienwerkstätte für Radierung aktiv ist.
Den Titel laufenden Ausstellung würde Harald Hubl um einen Beisatz ergänzen: "Ein recht zufällig
entstandener Überblick einer künstlerischen Entwicklung". Das Heraussuchen der Werke sei der größte Aufwand gewesen, berichtet er. Ohnehin sei die Idee der Ausstellung auch gewesen, ältere Arbeiten wieder einmal betrachten zu können, "die sonst nur in den Mappen und Schüben schlummern".
Während seines Werdegangs habe er immer wieder verschiedene Phasen durchlebt, berichtet Hubl. Diese unterscheiden sich auch in den angewandten Techniken. Die zu sehenden Aktzeichnungen stammen vor allem aus seiner Studienzeit, in der das Aktzeichnen zur klassischen Ausbildung dazugehörte. "Dadurch lernt man die Proportionen gut kennen, das bringt eine gewisse Sicherheit", erklärt der Wahl-Forchheimer.
Zu seinen früheren Werken zählen auch Selbstporträts im Linolschnitt, mit dem sich Hubl schon von frühester Jugend an beschäftigte. Ebenso wie mit dem Holzschnitt, den er vor allem in den 70er-Jahren bevorzugt verwendete. Die so dargestellten Landschaftsmotive bezeichnet er heute als "sehr literarisch und inhaltsbeladen".

Griff zum Selberstift

Es folgte eine starke, zeichnerische Phase, in der Hubl eine Serie von Portraits mit einer Mischung aus Silberstiftzeichnung und Feder anfertigte. Sein Lieblingsmodell war der Opa seiner Frau Marianne. In dieser Zeit versuchte sich Hubl auch an größervormatigen Motiven, die er "sonst nicht so pflegte".
Gerne erinnert sich Harald Hubl auch an die Studienreisen in seiner Assistentenzeit. Mit Kollegen reiste er etwa nach Venedig um dort gemeinsam zu malen, zu zeichnen und zu diskutieren. Auch aus dieser Zeit sind Werke ausgestellt.
Überhaupt ist den Arbeiten von Harald Hubl deutlich anzumerken, dass er "immer viel unterwegs war", wie er selbst sagt. So entstanden auch Pastelle am Lago Maggiore, der im Herbst wieder als Reiseziel geplant ist.
Wie gesagt: Hubl hat stets sein Skizzenbuch dabei, um seine Eindrücke in Zeichnungen festzuhalten. Er selbst bezeichnet das als "Fingerübung, so wie ein Klavierspieler, der seine Finger locker hält". Überhaupt sei es ihm sehr wichtig, seine Arbeiten vor Ort anzulegen. Allerdings handelt es sich dabei nur um Vorzeichnungen, die später im Atelier mit Aquarell überarbeitet werden. Hubl selbst sieht sich nicht als "den Künstler, der direkt mit dem Pinsel loslegt".

Konzentration auf Harmonie

In den letzten zehn Jahren hat sich Harald Hubl vor allem auf die Darstellung "harmonischen Landschaften" konzentriert. Diese fertigt er vorwiegend in Aquarell oder direkt vor Ort mit Buntstiften an. Auch durch seine Tätigkeit als Gestalter der Annafest-Krüge entstehen dabei viele Motive am Forchheimer Kellerwald, wo Hubl gerne mit seinem Hund einkehrt und zeichnet. Die einzelnen Bilder gruppiert er im Anschluss, um das Ganze interessanter zu gestalten, wie er selbst sagt. Außerdem entstehen heutzutage viele von Hubls Werken in der Fränkischen Schweiz; so auch eines seiner Lieblingsmotive der Ausstellung, das den Blick vom Reifenberger Keller ins Tal zeigt.

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