Laden...
Hallerndorf
Verkehr

Hallerndorfer Räte diskutieren über Bustourismus zum Kreuzberg

Der Kreuzberg bei Hallerndorf ist Ziel zahlreicher Pilger und vor allem Bierkellerbesucher. Die Parkplatzsituation ist ein echtes Problem.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Kreuzbergkirche Foto: erl
Die Kreuzbergkirche Foto: erl
Nach einer Ortsbegehung nutzten die Gemeinderäte in Hallerndorf nun ihre Sitzung für eine ausgiebige Vorberatung zum künftigen Flächennutzungsplan aus. Dass die Parkplatzsituation am Kreuzberg, gerade auf der Schnaider Seite, ein echtes Problem ist, darüber sind sich alle einig. Wie das Problem in den Griff zu bekommen sein könnte, darüber nicht.

Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG) schlug vor, an einer Seite des Fahrweges diesen aufzuweiten, so dass ein Einbahnstraßenverkehr im Ringverkehr möglich sei. Allerdings muss die Gemeinde diese Fläche erst erwerben. Radfahrer und Fußgänger könnten den Weg über den Hochbehälter Stiebarlimbach nutzen und von Hallerndorfer Seite gebe es auch einen eigenen Weg nur für Radfahrer und Fußgänger.


Für maximal fünf Tonnen

Doch man könne den Menschen nicht vorschreiben, auf welchem Weg sie zum Kreuzberg laufen, wandte Reinhold Ruschig (WG Schnaid-Stiebarlimbach) ein. Claudia Kraus (WG Trailsdorf) stimmte dieser Form des sanften Tourismus zu, wandte sich jedoch gegen jede Form von Busverkehr auf dem Kreuzberg, da die Straßen auf beiden Seiten nur für maximal fünf Tonnen Gewicht gebaut wurden. Die Verkehrssituation wird für alle einfach zu gefährlich, ist sich die Gemeinderätin sicher.

Hermann Seebauer, Geschäftsleitender Beamter in Hallerndorf bestätigte das: Die meisten Busunternehmer erkundigten sich zunächst bei der Gemeinde, ob sie auf den Kreuzberg fahren dürften. Einer, der einmal mit seinem Bus bis nach oben gefahren war, rief hinterher bei der Verwaltung an: Das sei ohne Wendemöglichkeit einfach katastrophal. "Wir wollen keinen Bustourismus zu den Kellern", bekräftigte Kraus.

Auch Georg Gunselmann (JAB) wandte sich entschieden gegen den Bustourismus und erinnerte daran, dass es auch anderswo Gastwirtschaften gebe, die nicht mit dem Bus erreicht werden können: "Wir sind als Gemeinderäte nicht dafür verantwortlich, wie die Leute in die Wirtschaft gelangen." Matthias Erlwein (JAB) ergänzte: "Die Straße ist als ehemaliger Flurbereinigungsweg nur für Fahrzeuge bis zu fünf Tonnen zugelassen" und wies darauf hin, dass die Parkplätze eigentlich reichen müssten. Schließlich beschwere sich nur einer der drei Wirte, die dort oben ihre Wirtschaft betreiben.


Für zwei Busparkplätze

Stephan Beck (WG Willersdorf-Haid) plädierte für zwei Busparkplätze auf der Schnaider Seite: "Sonst stehen die Busse in der Ortschaft." Allerdings sollten Busse eine saftige Parkgebühr zahlen, wenn sie dort oben stehen wollen. Ruschig konterte: "Was müssen die Schnaider denn noch alles für den Kreuzberg machen?" Torsten Gunselmann versuchte, zwischen den diskutierenden Gemeinderäten zu schlichten: Hallerndorf werde von anderen Gemeinden um den Tourismus beneidet, auch wenn dieser ein Problem für die Anlieger und Bürger sei. Er könnte sich vorstellen, dass alle drei Betriebe auf dem Kreuzberg für den Ausbau der Parkmöglichkeiten auf Schnaider Seite zur Kasse gebeten werden, nach einem gerechten Schlüssel aufgeteilt.


"Alles schon rammelvoll"

Auch Robert Linz (WG Trailsdorf) sprach sich gegen den Busverkehr aus, ebenso Reinhold Kotzer (WG Willersdorf-Haid): "Wir könnten es ja wie auf dem Walberla machen, und die Parkplätze unten im Ort schaffen." Georg Gunselmann wies darauf hin, dass es den Bürgern reicht: "Wir brauchen nicht noch mehr und noch mehr, es ist alles schon rammelvoll."

Thomas Bauer (WG Pautzfeld) glaubt nicht daran, dass sich die Situation durch mehr Parkplätze verbessern ließe, Georg Gunselmann stimmt zu: "Wenn der Flächennutzungsplan für 140 Parkplätze geändert wird, ziehen wir noch mehr Verkehr auf den Kreuzberg und alles wird noch dichter." Zumal der Gemeinderat keine Notwendigkeit für diesen Parkplatz sieht, da auf der Hallerndorfer Seite auch dann noch freie Parkplätze zu finden sind, wenn die Schnaider Seite längst dicht ist. "Wir sind als Bürger nicht dazu da, für einen Unternehmer alles zu ermöglichen, was dieser möchte", wird Gunselmann deutlich. Dazu komme, dass dieser Unternehmer oben ein Schild errichtet habe und sich wie ein Verwalter aufführe.

Gerhard Bauer (WG Hallerndorf) erinnerte an seinen Antrag, mit dem er Zahlen als Grundlage für die Entscheidungsvarianten der Gemeinderäte haben wollte. "Soll ich etwa die Parkplätze zählen?", wollte der Bürgermeister wissen.

Auf dieser Sitzung wurden sich die Gemeinderäte nicht einig, auch nicht hinsichtlich einer möglichen Erweiterung des Schlammersdorfer Gewerbegebietes.

Während Stephan Beck den Gemeinderäten aus Pautzfeld und Trailsdorf eine Blockadehaltung zum Vorwurf machte, konterte Claudia Kraus, dass die Bürger klar gezeigt hätten, dass sie dieser Erweiterung nicht zustimmen. Robert Linz wünschte sich hier ebenso eine Bestandsaufnahme wie am Kreuzberg.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren