Forchheim
Konzert

Grandiose Stimmen kitzeln in Forchheim alle Sinne

Drei Chöre aus dem Landkreis verwandeln St. Johannis in eine Kathedrale der Sangeskunst. Zum Abschluss stimmt das mehr als begeisterte Publikum selbst mit ein - und singt einfach mit.
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Die Chöre aus dem Landkreis verzückten in St. Johannis das Publikum mit ihrer großen Kunst. Foto: Elisabeth Görner
Die Chöre aus dem Landkreis verzückten in St. Johannis das Publikum mit ihrer großen Kunst. Foto: Elisabeth Görner
Ja, es war wirklich das Klangerlebnis, das im Programm angekündigt worden war. Die drei Männerchöre aus Langensendelbach und Reuth sowie der "Chor der Chorleiter Frankens" füllten die St. Johanniskirche mit ihren sonoren Stimmen und mit anspruchsvoller Chormusik aus ungefähr zweieinhalb Jahrhunderten: von Joseph Haydn bis Franz Biebl.

Nachdem Dekanatskantorin Stephanie Spörl an der Orgel das Konzert mit dem "Präludium g-Moll" von Dieterich Buxtehude eingeleitet und Pfarrerin Elisabeth Düfel auf die Passion einstimmende Begrüßungsworte gesprochen hatte, begannen die Langensendelbacher von der MGV Cäcilia das Chorkonzert mit "Du bist´s, dem Ruhm und Ehre gebühret" von Haydn.

Besonders das Hinarbeiten auf den sanften, ruhigen Schluss - nach vorhergehender sich steigernder Dramatik - gelang den Männern auf eine bewegende Weise. Auf F. Silchers "Jauchzet, jauchzet dem Herrn" folgte der berühmte, von B. Klein musikalisch umgesetzte Psalm 23: "Der Herr ist mein Hirte".

Der Wunsch "Frieden dieser Welt" von Otto Groll, der erst 1935 geboren worden ist, wirkte fast politisch: "Gib den Herrschenden die Kraft zum rechten Handeln! Herr Gott, erhöre uns, gib' Frieden dieser Welt" - so lautet der Text, der auch gesungen sehr gut zu verstehen war und an Inbrunst nichts vermissen ließ.

Nur wenig bekannt

Die Langensendelbacher mit Chorleiter Jochen Sitzmann beschlossen ihren Beitrag mit einem Marienlied von Johannes Schweitzer. An der Orgel erklang anschließend die "Partita" über das bekannte "Jesu, meine Freude".

Der Männerchor Eintracht Reuth überraschte mit dem "Cherubinischen Lobgesang" des hier wohl weniger bekannten ukrainisch-russischen Komponisten Dimitri Bortniansky. Es folgte Felix Mendelssohn-Bartholdys "Es strahlen die Gerechten". Und die strahlten wirklich: sowohl was die Komposition anbetrifft als auch die Darbietung der Reuther Sänger mit ihrem Leiter Erich Staab. Auf das aus jeder Messe bekannte "Sanctus" von Silcher folgte das fast volkstümlich wirkende "Jerusalem" von Stephan Adams nach einer Bearbeitung von Fritz Ihlau.

Textlich handelt es sich um eine Art Vision von "Jerusalem, dem Stern einer neuen Zeit". Fast jeder wird die Melodie aus der Oper "Der Evangelimann" von Wilhelm Kienzl wiedererkannt haben. Sehr sauber und sehr innig brachte der bekannte Chor aus Reuth den Zuhörern diese Seligpreisung nahe.

Nach vertiefenden "Gedanken zur Passion" von Pfarrerin Düfel und einer "Canzona BWV 588" von J.S.Bach trat der "Chor der Chorleiter Frankens", der mit fast 40 Männern die größte Sängergruppe war, in den Altarraum und überzeugte vom ersten Moment an durch gewaltigen und wunderbaren Klang.

Der Motette für Männerstimmen "Ehre sei Gott in der Höhe" von Moritz Hauptmann folgten zwei siebenstimmige Chorsätze mit dem geradezu als Gespräch komponierten "Pater noster" und dem "Ave Maria" von Franz Biebl.
Drei Stimmen wurden von den Solisten Hans Georg Busch (Tenor), Bernd Thoma (Bariton) und Rolf Otto (Bass) bestritten.

Besonders wenn diese drei Sänger zusammen erklangen, rieselte es über den Rücken. Der von allen Chören gemeinsam gesungene Kanon "Dona nobis pacem" lud zum Abschluss des Konzerts das wirklich begeisterte Publikum zum Mitsingen ein.

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