Gräfenberg
Kultur

Gräfenberger lebt die Musik

Christoph Kasch aus Gräfenberg zählt zu den besten bayerischen Trompetern. Mittlerweile ist der 26-Jährige Jurist, gibt die Musik aber nicht auf.
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Vielfach begabt: Christoph Kasch spielt Gitarre, Trompete, Schlagzeug und Klavier. Foto: privat
Vielfach begabt: Christoph Kasch spielt Gitarre, Trompete, Schlagzeug und Klavier. Foto: privat
Wenn Christoph Kasch auf dem Klavier, dem Schlagzeug, der Gitarre oder der Trompete einfach so spielt, sind die Leute von seinem musikalischen Talent und den vielen Instrumenten, die er beherrscht, begeistert. "Acht Instrumente spielen, ist für die Musiker im bayerischen Landesjugendposaunenchor nichts Ungewöhnliches. Das können hier alle. Hier ist man einer von Vielen", sagt der 26-jährige Gräfenberger bescheiden. Nur die besten aus ganz Bayern schaffen es in dieses Orchester. Neben dem Gräfenberger Paul Kunzmann ist dessen Freund Christoph Kasch der Zweite aus Oberfranken, der es in dieses Ensemble geschafft hat.

Auch bei Christoph Kasch liegt das musikalische Talent in der Familie. Mutter Gertrud und Franziska, Christophs Schwester, spielen Posaune - auch in der Kirche. Schwester Andrea spielte Tuba und irgendwo lag die Trompete des Vaters herum, die dann Christophs Interesse geweckt hat.
Gerade acht Jahre war er alt, als er dem Instrument die ersten Töne entlockte. "Ich habe die Trompete immer noch", sagt Kasch. Und die Trompete blieb das Hauptinstrument des Gräfenbergers - im bayerischen Landesjugendposaunen-Chor, dem er mit 16 Jahren nach der Aufnahmeprüfung beitreten durfte. Mit ihr spielte Kasch sogar in Spanien ein Konzert.


Musik oder Jura?

Das Spielen der Gitarre und am Klavier hat er sich selbst beigebracht. Unterricht erhielt er nur noch am Schlagzeug. Anfangs stellte er sich immer Blechdosen auf und schlug mit chinesischen Essstäbchen drauf herum. "An Weihnachten stand ein Schlagzeug da. Ich bin völlig ausgeflippt", erinnert sich Christoph Kasch. Unterricht hatte er in der Igensdorfer Sing- und Musikschule. "Das hat mich sehr voran gebracht. Schlagzeug ist ein großer Vorteil für jede Musik, denn Rhythmik ist für mich kein Thema mehr", erklärt Kasch. Mit seinem Freund Paul Kunzmann gründete er die Band "Brass`d Scho", die sich zum Bedauern vieler Musikfans vor einiger Zeit auflöste.

Als nach dem Abitur der Berufsgedanke immer mehr in den Vordergrund rückte, war Christoph Kasch kurzfristig am Überlegen, Lehramt Musik zu studieren. "Ich hatte Angst, durch ein Musikstudium den Spaß an der Musik zu verlieren", sagt Kasch. Seine Entscheidung fiel deshalb auf Jura. "Ich finde die Gedankengänge und Herangehensweise interessant. Man muss objektiv betrachten und nicht nach seiner eigenen Sichtweise, sondern nach dem Gesetz bewerten", erklärt Kasch.


Eigenes Musikzimmer

Die ersten Semester in der Uni in Erlangen sind ohne großen Aufwand recht gut gelaufen. Nun hat Kasch sein erstes Staatsexamen in der Tasche und darf sich Diplom-Jurist nennen - wie Theodor von und zu Guttenberg, fällt Kasch ein. Auf die Musik hat er im Studium trotzdem nicht verzichten müssen. Er hat sich eigens ein Musikzimmer eingerichtet und dort neben seinem E-Piano und vier Gitarren alle anderen Instrumente griffbereit.

Hauptsächlich mit seiner Schwester Franziska ist er derzeit auf Tour, schreibt und komponiert Stücke, die beide dann bei Hochzeiten oder beim Standesamt vortragen. Ein abendfüllendes Programm haben sie bei der Jubiläumsfeier der Altstadtfreunde gespielt. Das Konzert mit dem bayerischen Landesjugendposaunenchor in der Weißenoher St. Bonifatius Kirche war wohl Kasch letztes Konzert in dem Orchester. Aus Altersgründen scheidet er im Juli aus. Und zu dem Zeitpunkt befindet er sich in Australien, Neuseeland oder Kanada - auf seiner kleinen Weltreise, die er eigentlich schon nach dem Abitur im Gymnasium in Eckental machen wollte. Auf jeden Fall bevor er seine zwei Jahre Referendariat im Landgericht in Nürnberg beginnt und dann als Volljurist den Menschen in Rechtsangelegenheiten helfen darf.
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