Gräfenberg
Debatte

Gräfenberg will keine neue Tankstelle

Auf einem abschüssigen Gelände bei Gräfenberg will eine Gesellschaft eine Tankstelle errichten.
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Auf dem Hang links neben der Straße sollte nach dem Willen einer Gesellschaft eine Tankstelle entstehen. Foto: Petra Malbrich
Auf dem Hang links neben der Straße sollte nach dem Willen einer Gesellschaft eine Tankstelle entstehen. Foto: Petra Malbrich
Das Grundstück habe sich die Gesellschaft wohl nur aus der Luft angeschaut, vermuten die Stadträte zur Bauvoranfrage einer Gesellschaft, die eine Tankstelle errichten möchte. Das betreffende Grundstück, es handelt sich dabei um eine Wiesenfläche, liegt für dieses Vorhaben aber denkbar ungünstig: rechts von Gräfenberg in Richtung Weißenohe, direkt in der Kurve der Straße zum Bahnhof.
Abgesehen davon sahen die meisten Räte auch keine Notwendigkeit für eine weitere Tankstelle. Eine Tankstelle befindet sich bereits an der B2, bei der Abzweigung Ärztehaus. "Wir sind mit Tankstellen gut versorgt und die Landschaft muss nicht sinnlos mit Tankstellen zugestellt werden", sagte Heiko Kracker (GBL). Arbeitsplätze würde das Vorhaben auch nicht schaffen, allenfalls 450- Euro-Jobs. Das sei es nicht wert, meinte Kracker. Hans Derbfuß (CSU) lehnte das Vorhaben auch aufgrund der Nähe zu den Wässerwiesen ab. Etwas differenzierter betrachtete Lars Laufer (CSU) die Sache: "Es wären potenzielle Steuerzahler."
Strategisch günstiger für das Vorhaben betrachtete er den Standort bei den Supermärkten. Der Gesellschaft ein anderes Grundstück anbieten, wollten die Räte aber nicht. Da wünschte sich Heiko Kracker eher hochwertigere Firmen für die wenigen Gewerbeflächen der Stadt.


Einstimmig abgelehnt

Dass Kaufkraft abhanden komme, diese Sorge hatten die Stadträte nicht. Dass die Gesellschaft in die Nachbargemeinde abwandern würde, sei nicht realistisch. Auch in Igensdorf gebe es bereits eine Tankstelle. Einstimmig wurde die Tankstelle abgelehnt.
Von der einen zur anderen Tankstelle wechselte dann die Diskussion, denn die Stadträte sollten sich mit E-Ladestellen beschäftigen. Der Landkreis möchte die Ladeinfrastruktur vorantreiben und hat dafür schon geeignete Standorte in den Gemeinden untersucht. In einem kurzen humorvollen Videoclip sollte gezeigt werden, wie sehr sich der Mensch schon an den Strom gewöhnt hat - außer bei Autos.


Zwei Varianten

Laut Prognosen des Landkreises sollen Verbrennungsmotoren in den nächsten 20 Jahren der Vergangenheit angehören. "Ähnlich wie bei der Breitbandversorgung solle die öffentliche Hand vorangehen", sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD), bevor er die zwei möglichen Varianten kurz erläuterte.
Möglich wäre demzufolge erstens, Ladesäulen über die Städtebauförderung zu beantragen. 60 Prozent würden gefördert werden, das Betreiben der Säule bliebe bei der Kommune. Seit Kurzem gebe es aber auch ein Bundesprogramm, an dem sich die N-Ergie Nürnberg beteilige. Auch das würde zu 60 Prozent gefördert. Doch N-Ergie würde sich um alles Formale kümmern und darüber hinaus auch den Betrieb für die nächsten sieben Jahre garantieren.
Matthias Striebich (Grüne) sprach sich zwar für die E-Mobilität aus, mahnte aber, die Gräfenbergbahn nicht zu vergessen. Zudem hatte er Bedenken, sich von Stadtwerken abhängig zu machen. Ein erster Schritt in Richtung E-Mobilität sei aber dennoch sinnvoll.
Werner Wolf (FW) betrachtet den Ausbau von E-Ladesäulen nicht als primäre Aufgabe einer Kommune und wollte deshalb auch den Vergleich mit dem Breitbandausbau so nicht gelten lassen.
Als Anschub könne er sich das Projekt aber vorstellen, wenn es dann in privater Hand weitergeführt würde.
Ähnlich dachten auch Heinz Hofmann (FW) und Lars Laufer (CSU): "Die E-Fahrzeuge werden sich nicht so steigern, wie sich alle erträumen", sagte Hofmann.

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