Gosberg
Versorgung

Gosberg löst das Problem mit dem Uran

Die Ehrenbürggruppe und die Gemeinde Gosberg kaufen für 85 000 Euro eine Entfernungsanlage. Zuvor waren zeitweise Grenzwerte überschritten worden.
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Die neue UV-Anlage in Gosberg  Foto: Galster
Die neue UV-Anlage in Gosberg Foto: Galster
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Was Alexander Dürrschmidt zu sagen hatte, hörten seine Zuhörer wohl recht gern: "Die Wasserversorgung des Zweckverbands Ehrenbürggruppe und der Gemeinde Pinzberg befindet sich auf dem gegenwärtigen Stand der Technik", sagte der Ingenieur.
Zu dieser Einschätzung kam Dürrschmidt als die Uranentfernungsanlage im Wasserhaus von Gosberg jetzt in Betrieb genommen worden ist. Dort laufen die Leitungen von den drei Brunnen in Gosberg, Pinzberg und Dobenreuth zusammen. Sie können aber auch getrennt geregelt werden.

Schädlich für Säuglinge

Eine lange Zeit hatten sich der Zweckverband und die Gemeinde Pinzberg intensiv mit der Anschaffung einer solchen Anlagen beschäftigt und dabei unter anderem auch eine Referenzanlage in Hirschaid besichtigt.


Die Grenzwerte für Uran im Trinkwasser sind nach einer ersten gesetzlichen Trinkwasserverordnung 2011 mit 10 mgr pro Liter festgeschrieben. Der gemeinsame Brunnen in Dobenreuth hatte aber teilweise Werte bis zu 30 mgr aufgewiesen. Uran im Wasser gilt gerade für Kinder im Säuglingsalter als bedenklich und kann innere Organe schädigen. Dank der Mischung der drei Quellen konnten die vorgeschriebenen Werte allerdings bisher eingehalten werden. Die neue Uranentfernunganlage lieferte eine Firma aus Bayreuth.

Das Herzstück der Anlage ist ein äußerlich unscheinbarer blauer Behälter, der 1,50 Meter hoch und einen Meter breit ist. Die Anlage kann sechs Leiter pro Sekunde filtern. Das entspricht rund 50 000 Kubikmeter im Jahr.

Regelmäßiger Austausch

Dürrschmidt betonte, dass der Ionentauscher mit Harz das Uran aus dem Trinkwasser effektiv holt. Messbar sei das Uran anschließend nicht mehr. Die Filter müssen voraussichtlich alle zwei bis drei Jahren getauscht werden.
Das Uran wird aus dem Harz entfernt und anderweitig weiter verarbeitet. Das Harz kann, nachdem es zuvor gereinigt worden ist, wieder eingesetzt werden. Da der Brunnen von Pinzberg ebenfalls stark mit Arsen belastet ist, entschlossen sich alle Verantwortlichen zur Installation einer UV-Bestrahlungsanlage.

Alle Messzahlen lassen sich übersichtlich im Kellerraum überwachen. So haben der Zweckverband Ehrenbürg und die Gemeinde Pinzberg ein komplettes Maßnahmenpaket geschnürt. Alle Beteiligte glauben sich auf diese Weise für die Zukunft gerüstet. Der Zweckverband und die Gemeinde Pinzberg teilen sich die Kosten von 85 000 Euro netto je zur Hälfte. An eine "wesentliche Erhöhung" des Wasserpreises ist dem Vernehmen nach nicht gedacht.

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