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Gößweinstein
Ausstellung

Gößweinsteiner Reise in die Dekadenz

Das Lebensgefühl des Barocks und seine Zeitgeschichte wird ab Donnerstag im Wallfahrtsmuseum Gößweinstein gezeigt.
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Viele der Gößweinsteiner Zeitdokumente werden nun in der Sonderausstellung "Die Welt als Theater: Barock und Rokoko" im Wallfahrtsmuseum gezeigt.  Foto: p
Viele der Gößweinsteiner Zeitdokumente werden nun in der Sonderausstellung "Die Welt als Theater: Barock und Rokoko" im Wallfahrtsmuseum gezeigt. Foto: p
Inszenierung und große Gesten kennzeichnen das Lebensgefühl des Barocks. "Die Welt als Theater: Barock & Rokoko" lautet deshalb die neue Sonderausstellung, die am Donnerstag, den 5. Juni, um 17 Uhr, im Wallfahrtsmuseum Gößweinstein eröffnet wird. Die Präsentation ist ein Beitrag des Gößweinsteiner "Jahr des Barock". Thematisiert wird folglich auch die Gößweinsteiner Kirchenausstattung, die nach der Weihe 1739, unter der Regie von Johann Jakob Michael Küchel, in Form eines "heiligen Theaters" inszeniert wurde.

Zwei Baumeister und ein Brand

Während der Ausstellungsdauer vom 6. Juni bis zum 12. Oktober, erläutert ein Bild- und Textbanner in der Wallfahrtsbasilika die Bühnenhaftigkeit der Chorausstattung. Weitere Ausführungen zum Thema Gößweinsteiner Kirche als "Neuer Tempel Salomons" zeigt die Sonderausstellung unter anderem auf einer Videostation. Dabei wird gezeigt, wie ein geniales Baumeister-Duo und ein verheerender Ortsbrand zum Spätbarockensemble als zentralem Ortsbild Gößweinsteins führten, und warum die Darstellung der Heiligen Kunigunde der barocken Maria Immaculata ähnelt.

Die Zeugnisse der Gößweinsteiner Barockepoche entfalten sich vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund, zu dem natürlich der Blick zum Versailler Hof Ludwig XIV. gehört. Wie Personen in Szene gesetzt wurden und ihre standesgemäße Rolle verkörperten, wird ebenso gezeigt, wie die Gestaltung ihrer Umwelt: barocke Schlossgärten und Städte zeigen sich streng geordnet und ausgerichtet auf den Herrscher von Gottes Gnaden.

Kostümführungen im Museum

Allegorische Darstellungen weisen auf ein Weltverständnis, in dem Natur und Realität als trügerischer Schein empfunden wurden. Der Untertitel "Barock & Rokoko" differenziert die große, fast 200-jährige Epoche zwischen Tridentinischem Konzil und französischer Revolution und berücksichtigt, dass die Gößweinsteiner Zeitdokumente im Dekorationsstil des Rokoko entstanden.

Die Barockausstellung ist dienstags bis sonntags, 10 bis 17 Uhr, im Wallfahrtsmuseum zu sehen. Weitere Infos unter Tel. 09242 / 740425.

Begleitend bietet das Museum Kostümführungen mit dem Barockensemble Gößweinstein an. Sie finden bis zum 9. Oktober jeden Donnerstag statt - ausgenommen Fronleichnam. Ersatztermin ist Mittwoch, der 18. Juni. Beginn ist jeweils um 14.30 Uhr auf dem Basilika-Vorplatz. Bei ausgesprochenem Regenwetter findet die Führung durch die Ausstellung und das Pfarrhaus mit Besichtigung des Fürstensaales statt.

Eine Voranmeldung im Haus des Gastes bis um 12 Uhr am jeweiligen Tag ist erforderlich unter Tel. 09242/456). Die Teilnahmegebühr beträgt drei Euro.

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