Gößweinstein
Fragebogen

Gößweinsteiner Gläubige redet Tacheles

Die Gläubigen der Pfarrei Gößweinstein und ihrer Filialkirchen waren aufgerufen, sich über Gegenwart und Zukunft der Pfarrgemeinde zu äußern.
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Die dringend anstehende Sanierung der Klosterkirche in Gößweinstein schätzt Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer auf rund 600000 Euro. Die Statik der Kirche ist wegen eines früheren Baufehlers vor ca. 150 Jahren in Gefahr. Fotos: Thomas Weichert
Die dringend anstehende Sanierung der Klosterkirche in Gößweinstein schätzt Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer auf rund 600000 Euro. Die Statik der Kirche ist wegen eines früheren Baufehlers vor ca. 150 Jahren in Gefahr. Fotos: Thomas Weichert
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Mit Spannung haben viele Gläubige auf die Pfarrversammlung im Scheffel-Gasthof gewartet. Nicht zuletzt deshalb, weil die Versammlung zuvor einmal verschoben worden ist. Es ging dabei vor allem um die Auswertung eines Fragebogens der Pfarrgemeinderats. Den Fragebogen hatten 2729 Katholiken der Pfarrei Gößweinstein und der dazugehörigen Filialkirchen in Muggendorf, Tüchersfeld und Kleingesee bekommen.

Das erzbischöfliche Ordinariat hatte nun zu der Pfarrversammlung am Sonntagabend Pastoralreferent Alfons Staudt und die Bayreuther Krankenhausseelsorgerin Barbara Maier-Schäfer als Moderatoren der für zwei Stunden angesetzten Ergebnisanalyse der Fragebogenaktion und der Diskussion mit den Gläubigen entsandt. Neben Pfarrer Michali standen auch Kirchenpfleger Bernhard Schrüfer und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Monika Lang Rede und Antwort.

Wie Lang zunächst informierte, kamen aus der Pfarrei Gößweinstein 102, aus Muggendorf elf, aus Tücherfeld sieben und aus Kleingesee nur ein einziger ausgefüllter Fragebogen zurück.


Belohnung für Ministranten

Als "sehr positiv" sahen es viele in den Fragebögen an, dass es in der doch recht kleinen Pfarrei viele verschiedene Gruppen - von den Ministranten bis zum Frauenbund - gebe und und viele Mitglieder ehrenamtlich für die Kirchengemeinde aktiv sind.

Angeregt wurde, dass sich die Ministranten öfter treffen und vielleicht auch einmal ein Zeltlager veranstalten sollten. Wie Pfarrer Michali erklärte, habe man manche Dienste der Ministranten auch schon entlohnt, um die Motivation zu steigern. Bemängelt wurde, dass die Seelsorger nicht alle Kranken besuchen würden. Dazu erklärte der Pfarrer jedoch, dass man nirgends hingehe, wenn man von den Familienangehörigen nicht eingeladen wurde.

Derzeit werden Kranke in 37 Familien von den Patres betreut. Viele hätten den Pfarrer auch bei ihrem Geburtstagskaffee dabei. Dazu sei jedoch seine Zeit zu knapp.


Probleme mit dem Lautsprecher

Kritisiert wurde auch, dass man für die 170 ehrenamtlichen Helfer zu viel Geld ausgebe. "Die früheren Ausflugsfahrten wurden schon vor drei Jahren durch ein jährliches Dankesessen im Pfarrheim ersetzt", so Michali dazu.
Von einigen wurde auch bemängelt, das man die Lautsprecher der Vorbeter bei der Fronleichnamsprozession nicht höre. In den engen Gassen funktionieren die Lautsprecher oft nicht, hinzu kommt, dass dann auch noch die Kirchenglocken läuten und alles übertönen. Auch in der Basilika gäbe es oftmals während der Gottesdienste Probleme mit den Lautsprechern.

Hierzu erklärte Schrüfer, dass die Lautsprecher von Besuchern verstellt werden. Gewünscht wurden außerdem zwei Benefizkonzerte im Jahr. Ferner, dass die Seniorenfahrten am Vor- und nicht am Nachmittag beginnen und dass der Musikverein beim Pfarrfest später spielt.

Jemand wollte auch wissen, was mit dem Geld aus der Caritassammlung, geschieht. Hierzu erklärte Michali, das 70 Prozent der beiden jährlichen Caritassammlungen an die Caritas abgeführt werden. Die restlichen 30 Prozent gingen direkt an bedürftige Menschen in Gößweinstein oder an Bettler im Kloster zugute. Dieses Geld reicht aber bei weitem nicht aus, da es nur 400 bis 500 Euro im Jahr sind. "Mehrmals ist im letzten Jahr dieses Geld vorzeitig ausgegangen", so der Pfarrer.

Kritik gab es auch am hauptamtlichen Personal. Diese Kritik sei jedoch nich töffentlich zu behandeln, erklärte Monika Lang. Reinhard Brendel fand diese Antwort nicht in Ordnung. Auch über Kritik müsse diskutiert werden, so Brendel. Er wollte auch wissen, was zum Beispiel mit dem Friedhof sei. Dazu erklärte Schrüfer, das die Leichenhalle noch heuer renoviert wird und die Hecke um den Friedhof erneuert werden muss. "Wir haben uns schon Gedanken gemacht ob wir den Friedhof nicht an die Gemeinde abgeben", so Schrüfer.


Nötige Investitionen

Alarm schlug Schrüfer auch wegen dem Zustand der Klosterkirche. Die Untersuchung durch einen Statiker hätte ergeben, das in den vergangenen 150 Jahren ein Baufehler begangen worden war, das Mauerwerk bereits bröckele und die Klosterkirche sogar einsturzgefährdet sein könnte: "Die Statik muss dringend verbessert werden."
Noch heuer will man mit dem Kirchendach anfangen.

Allerdings müssen zuvor die beantragten Zuschüsse genehmigt worden sein. Schrüfer schätzt die Sanierungskosten für die Klosterkirche auf 600 000 Euro. Heuer müssen zudem noch rund 30 000 Euro in das Pfarrheim wegen Brandschutzauflagen investiert werden.

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