Langensendelbach
Kontroverse

Gemeinderat hat ein Herz für Kinder

Die Aufforderung eines Gemeinderates, die Öffnungszeiten des Bräuningshofer Spielplatzes einzuschränken, schmettert das Gremium entschieden ab.
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Auf dem Spielplatz in Bräuningshof darf auch weiter an Sonntagen gespielt werden.  Foto: Karl Heinz Wirth
Auf dem Spielplatz in Bräuningshof darf auch weiter an Sonntagen gespielt werden. Foto: Karl Heinz Wirth
Recht umfangreich war die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung in Langensendelbach. Der Neubau eines gemeindlichen Bauhofs, Bauleitplanung, das Kommunalinvestitionsprogramm der Städtebauförderung und der Standort Gemeindebücherei beschäftigten die Räte.
Für ungläubiges Staunen sorgte in der Sitzung die Forderung, die Öffnungszeiten am Spielplatz in Bräuningshof einzuschränken. Gemeinderat Norbert Händel (UWB) Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB) hatte demonstrativ aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass samstags ab 16 Uhr die Nutzung des Spielplatzes untersagt wird. Sonntags soll seinem Wunsch nach überhaupt nicht gespielt werden dürfen.


Ein Besuch vor Ort

Bürgermeister Siebenhaar konnte sich nicht erinnern, dass Langensendelbach eine Spielplatzordnung hat und dass am Kinderspielplatz ein Schild mit Öffnungszeiten steht.
Es sei lediglich ein Hinweisschild angebracht, dass die Benutzung nur für Kinder bis zwölf Jahre erlaubt ist.

"Ich weiß nicht", so Siebenhaar, "wie man den Kindern erklären kann, dass sie am Sonntag überhaupt nicht spielen dürfen." Bernd Meierhöfer, der Geschäftsstellenleiter, machte sich vor Ort selbst ein Bild davon und konnte ebenfalls keinen Hinweis auf Öffnungszeiten auf dem genannten Spielplatz in Bräuningshof finden.
Ein zukunftsweisendes Projekt soll laut Bürgermeister Siebenhaar der neue Bau- und Wertstoffhof werden. Der neue Standort in der Nähe der Wasseraufbereitung sieht im Konzept des Planungsbüros Harrer und Sauer eine Fahrzeughalle, Werkstatt, Sozialräume sowie ein Holzlager vor. Schüttboxen im Außenbereich für Salz, Sand und andere Baustoffe sind vorgesehen. Der integrierte Wertstoffhof ist mit Groß- und Kleinmulden gut bestückt. Ob die Mulden versenkt werden sollen, muss mit dem Landratsamt abgestimmt werden.


Schlüssiges Konzept

Die vorgetragenen Bedenken von Hans Knetzger (FW) bezüglich der Ausfahrt auf die Staatsstraße werden abgeklärt. Entscheidend wird hier der OD- Punkt sein. Die Gemeinde selbst hat diesbezüglich keine Entscheidungsbefugnis, klärte Siebenhaar die Räte auf.

Ein schlüssiges Konzept ist nötig, damit die Behörden wie das Wasserwirtschaftsamt Entscheidungen treffen können. Mit 40 Mal 45 Meter wird der neue Bauhof dreimal so groß sein wie der bisherige. Der Gemeinderat billigte den Vorentwurf mit der Auflage, den Flächennutzungsplan für die bebaubaren Grundflächen zu ändern. Nach Klärung aller Fragen kann der Bauantrag gestellt werden. Der Gemeinderat hat in seiner Mai-Sitzung beschlossen, für das Baugebiet "Frankenstraße" einen qualifizierten Bebauungsplan aufzustellen. Auf Antrag eines Eigentümers wurde eine Fläche von 200 Quadratmetern im Umgriff wieder herausgenommen.

Das Planungsbüro stellte vier Varianten mit unterschiedlicher Erschließung, Aufteilung und Gebäudearten im Umfeld des Bebauungsplans vor. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile favorisierte der Gemeinderat die Variante mit einem Wendehammer und der geringsten Versiegelungsflächen. Die notwendigen textlichen Festsetzungen werden in der nächsten Sitzung besprochen. Für die energetische Sanierung und barrierefreie Gestaltung des Rathauses hatte sich die Gemeinde beworben und wurde ins KIP-Programm aufgenommen. Das Planungsbüro stellte nun dem Gemeinderat ein Raumkonzept der einzelnen Amtszimmer vor. Dazu hatten die Räte erst einmal ihre eigenen Vorstellungen.


Alles auf einer Ebene

So wollte Hans Knetzger (FW) den Sitzungssaal dort belassen, wo er jetzt ist - und nicht im Dachgeschoss, wie es vorgestellt worden ist. Jochen Düsel (CSU) gab zu bedenken, dass der Sitzungssaal nur einmal im Monat benötigt werde.

Es wäre außerdem nicht gut, wenn die Verwaltung auf drei Stockwerke verteilt wäre. Alles sollte möglichst auf einer Ebene erreichbar sein. Bürgermeister Siebenhaar machte den Vorschlag, im Dachgeschoss die Statik prüfen zu lassen. Der Sitzungssaal im Dachgeschoss könnte mit einem Erker noch heller werden. Auch hier müsse aber geklärt werden, ob eine derartige Ergänzung am Dach förderschädlich ist.

Der Vorschlag von Simon Berninger (ÜFWG/SPD), mehrere Beschäftigte in einem Zimmer unterzubringen, konnte keine Mehrheit finden. Geschäftsstellenleiter Bernd Meierhöfer wies daraufhin, dass der Datenschutz unbedingt gewährleistet sein müsse und es deshalb nicht sinnvoll sei, mehrere Sachgebiete in einem Raum unterzubringen.

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