Igensdorf
Defizit

Für die Post zahlt Igensdorf drauf

30 000 Euro muss die Gemeinde pro Jahr zuschießen, damit ihre Einwohner Briefe aufgeben können.
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Bürgermeister Wolfgang Rast vor dem Gebäude der früheren Postagentur mit Postbank Foto: Petra Malbrich
Bürgermeister Wolfgang Rast vor dem Gebäude der früheren Postagentur mit Postbank Foto: Petra Malbrich
Ihre Postagentur ist für die Gemeinde Igensdorf ein Defizitgeschäft. Vor gut einem Jahr wurde das Bankgeschäft aufgegeben, die Räume der Postagentur gekündigt, im Rathaus umgebaut und die Dienstleistungen des Postgeschäfts anschließend weiter angeboten.

Nun sind die beiden Varianten miteinander verglichen worden. Zugrunde gelegt wurde das umsatzstärkste Quartal von Oktober bis Dezember. Doch nicht nur die Räume der Post hatten sich geändert, sondern auch der Vertrag mit der Post. Dieser hat der Gemeinde die laufenden Vergütungen um mehr als 160 Euro pro Monat gekürzt.


Eingebrochene Erträge

"Deshalb sind die Erträge eklatant weniger", erläuterte Michael Pfundt, der geschäftsführende Beamte der Marktgemeinde. Diese Vergütungsverkürzung wurde beim Vergleich auch auf den alten Standort angerechnet.
Ein Minus von 36 000 Euro bedeutet die Postagentur des alten Standorts.

Jetzt mit der Agentur im Rathaus beläuft sich dieses Defizit auf 30 000 Euro. Mietkosten fallen indes nicht mehr an. "Bei beiden Varianten nicht erfasst sind die Ausfallzeiten des Postpersonals, für das dann Rathauspersonal eingesprungen ist", erläuterte Pfundt. "Das ist Wirtschaftsförderung eines Privatbetriebs", kommentierte dies Dritter Bürgermeister Hans Jürgen Röhrer (SPD).

Zusätzlich müsse man längere Öffnungszeiten abdecken, da laut Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) viele Leute aus jenen Nachbargemeinden, deren Postagentur geschlossen worden sind, den Weg ins Igensdorfer Rathaus suchen. Das Defizit dieser Orte müsse Igensdorf am Ende mittragen. Würde die Post selbst einen Betreuer suchen, gäbe es nur noch für zwei Stunden pro Woche die Möglichkeit, Postgeschäfte zu erledigen.

Die Gemeinde muss zwei Stunden täglich die Postagentur öffnen. "Wo läuft das Defizit hin? Geraten wir in eine Kostenfalle?", warf Bürgermeister Rast in den Raum. Der Gemeinderat müsse sich künftig mit der Post beschäftigen. Wie lang wolle man das jetzige Angebot für die 5000 Bürger aufrechterhalten? Diese Frage stellte der Rechnungsprüfer den Gemeinderäten.

Der Antrag der CSU-Fraktion, den Erhalt der Post mit einem Standort und Betreiber außerhalb des Rathauses zu gewährleisten, hatte sich schnell erledigt. Es war anhand der vorgelegten Zahlen allen Beteiligten klar, dass sich kaum ein Privatunternehmen dafür erwärmen würde, sich in Igensdorf zu engagieren.
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