Forchheim
Markt

Für Hans Erhardt ist Kunst, was das Meer anschwemmt

In Forchheim stellten Künstler sich und ihre Arbeiten vor. Bestaunt werden konnten vergoldetes Treibholz, Keramikblüten, Wollkleider und vieles mehr.
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Udo Gering führte Kinder in die Kunst des Glasblasens ein. Foto: Carmen Schwind
Udo Gering führte Kinder in die Kunst des Glasblasens ein. Foto: Carmen Schwind
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"Der erste Künstler ist das Meer, denn es schwemmt die Wurzel an. Ich vergolde sie nur", erklärte Hans Erhardt den Besuchern seines Standes in der Jahn-Kulturhalle. Er und zahlreiche weitere Aussteller sorgten bei der Osterausgabe des traditionellen Hobbykünstler- und Kunsthandwerkermarktes in der ausgebuchten Halle für ein riesiges Angebot.


Nur Unikate


Auf zwei Ebenen zeigten die Künstler ihre Werke und begeisterten die Besucher. Hans Erhardt beispielsweise vergoldet Schwemmholz. Zuhause hat er keinen Platz mehr für seine Unikate, deshalb schlug seine Ehefrau vor, dass er doch ausstellen und einige Stücke verkaufen könnte. Wer sich die Holzteile genauer ansieht, kann in der einen Wurzel Pinocchios lange Nase oder in der anderen eine Hexe sehen.

Ganz ausgewöhnlich ist der vergoldete Fruchtstand einer Banksia, die es nur in Australien gibt.
Einige Arten öffnen sich erst bei großer Hitze, wie zum Beispiel einem Buschfeuer.


Blüten aus Keramik


Etwas weiter zeigte Evelin Baumgärtner Blüten aus Keramik für den Garten. Seit zehn Jahren gießt sie Keramik in Blütenformen. "Die werden dann bei 1050 Grad gebrannt, danach gefärbt und nochmal gebrannt", erklärte Evelin Baumgärtner den Kunden. Sie sei gerne in Forchheim, denn die Veranstalter seinen nett und sie fühle sich wohl.

Einige Besucher fühlten sich in der Zeit zurück versetzt und erinnerten sich an ihre Jugend, als sie am Stand von Constanze Dahlke vorbeikamen. Diese saß hinter einem Spinnrad und verwandelte Schafswolle in Fäden. Aus denen hatte sie auch noch Kleidungsstücke gestrickt.


Kleidung nach Wunsch


"Das habe ich von meiner Oma gelernt", erzählte Constanze Dahlke. Sie erstelle auch Kleidung nach Kundenwunsch.

Passend zur neuen Schafwollbekleidung konnten die Kunden einige Stände weiter selbstgemachten Schmuck von Inge Stinauer erwerben.

Noch etwas weiter diskutierten die Besucher Wanda und Kurt Sandler mit Ausstellerin Monika Frohnhöfer. Diese sammelt seit vielen Jahren Sprüche, die sie an Hauswänden sieht und brennt sie in Tontafeln.

Kurt Sandler aus Forchheim hatte bei seinem Besuch in Niederbayern ebenfalls solche Sprüche an Hauswänden gesehen und erzählte Monika Frohnhöfer davon. "Uns gefällt der Hobbykünstlermarkt sehr gut, und wir sind auch nicht zum ersten Mal da", so Wanda Sandler.


Strahlende Kinderaugen


Vorbei an Osterhasen, Puppen, Bären, Tassen, Marmeladen, Bildern, Patchwork- oder Papierarbeiten gelangte der Besucher auch an den Stand des Glasbläsers Udo Gering. Hier fanden sich viele Kinder ein, denn sie durften nicht nur zuschauen, sondern selbst Glas blasen.

"In meiner Kinderglasbläserei lade ich etwa 5000 Kinder jährlich zum Mitmachen ein", berichtete Udo Gering. Er hat den Beruf von seinem Vater und der vom Opa gelernt. "Eigentlich wollte meine Mutter, dass ich was G'scheit's lerne. Aber das ist meine Berufung. Und ich bin so glücklich, wenn ich die strahlenden Kinderaugen sehe", verriet der Glasbläser. Er arbeite auch mit behinderten Kindern. Gerade Autisten würden beim Glasblasen ihre Welt verlassen und im Hier und Jetzt ankommen.

Besucher Alexander Reuth erzählte, dass das auch mal sein Traumberuf war, denn er hatte als Kind eine Glaskugel erstellt. Aber auch als Physiotherapeut ist er sehr zufrieden.

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