Hundsboden
Wirtschaft

Fränkische Kostproben am Tag der offenen Hofläden

Am Tag der offenen Hofläden zeigen sich die bäuerlichen Direktvermarkter in der Fränkischen Schweiz von ihrer besten Seite. In den Regalen gibt es auch einen fränkischen "Single Malt Whisky" zu entdecken.
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Heinz und Brigitte Schüpferling lassen sich von Rositta Erlwein den Whisky erklären. Foto: Franz Galster
Heinz und Brigitte Schüpferling lassen sich von Rositta Erlwein den Whisky erklären. Foto: Franz Galster
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Welch großer kulinarischer Reichtum in der Fränkischen Schweiz schlummert, wurde deutlich beim Tag der offenen Hofläden, organisiert von "Frische Ernte". Dies ist ein Zusammenschluss bäuerlicher Direktvermarkter in der Fränkischen Schweiz.

Acht Betriebe zwischen Hausen, Wüstenstein und Unterrüsselbach nahmen am Wochenende daran teil. Das kurze Eröffnungszeremoniell fand in der Edelbrennerei und Sektherstellung Erlwein in Hundsboden statt. Mit dem "Fürstenruf" eröffneten die Effeltricher Hornets, das sind drei Bläserinnen der Effeltricher Jagdhorngruppe, den Reigen. Gemeint war hier der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU), der die Veranstaltung stellvertretend für alle Höfe hier eröffnete.


Fremdenverkehr und Kunden


Die Ziele der Vereinigung treffen den Kern positiver Regionalvermarktung.
Das berührt den Fremdenverkehr ebenso wie das riesengroße Kundenpotenzial um Erlangen und Nürnberg. Zum anderen zeigen die offenen Höfe der Direktvermarkter den Einheimischen, dass es hier ganz besondere Produkte kennenzulernen und zu nutzen gibt. Zudem wird die Region als Ganzes unterstützt. Mit "Auf, auf zum fröhlichen Jagen" gaben die Bläserinnen nebenbei einen zarten Hinweis, dass die Jagdsaison am gleichen Tag begonnen hat.

Derweil wartet drinnen eine perfekt eingerichtete Probierstube mit einladendem Ambiente auf die Gäste. Eine Rundumversorgung ist den ganzen Tag vorbereitet. Seit Jahren haben sich Rositta und Ludwig Erlwein vom "Preuschnhofs" auf den Obstbau konzentriert. "Kirschen verkaufen wir als Frischware, der Rest wandert in die Flasche", erläutert Ludwig Erlwein. Edelbrände und Liköre oder auch der Apfeledelschaumwein "Charlemagner" warten darauf, gekostet zu werden. Mancher Besucher mag sich die Augen reiben, im Regal einen fränkischen "Single Malt Whisky" zu entdecken. "2009 haben wir ihn eingefüllt. 2014 kam er in die Flasche", erzählt Rositta Erlwein, der Erfolg gibt ihnen Recht. Kreativität zahlt sich aus.

"Testen darf nur meine Frau Brigitte", sagt Heinz Schüpferling, Besucher aus Affalterthal. Einer muss ja fahren. Aber es gibt neben dem Alkohol ja noch viel anderes zu entdecken. Wer sich umschaut, findet weitere Produkte vom Hof, darunter diverse Fruchtaufstriche.


Breite Palette


Auf der anderen Seite des Trubachtales lädt in Moggast der Hofladen/Brennerei Kormann zum Verweilen, besser gesagt zum Probieren. Ein großer Ausstellungsraum zeigt die breite Palette regionalen Angebots. Schwerpunkte wie Bärlauch mit vielen Variationen, Sirup, eine Rosenecke oder eine Löwenzahnecke machen neugierig. Es sind viele saisonale Produkte.

Franziska und Thomas Kormann haben sich ebenfalls auf Obstbau spezialisiert. Dem kommt ergänzend ihre Brennerei entgegen, die seit über 60 Jahren besteht. Viele Ideen flossen seit 2000 ein in einen sehenswerten Hofladen. Kirschbrand mit dunkler Schokolade oder Williams-Christ-Brand mit weißer Schokolade, feine Kombinationen für den genüsslichen Gast sind interessante Kombinationen.

Franziska Kormann erwarb den Titel als Edelbrand-Sommeliere an der Hochschule Weihenstephan und gilt somit als "Botschafterin des geistigen Genusses. Spannend hören sich ihre Präsentationen an. Im Hofladen findet sich eine breite Palette bäuerlicher Produkte. "Wir sind ein Familienbetrieb und keine Fabrik", legt Franziska auch Wert auf eine gewisse Einmaligkeit.

Doreen aus Gera nutzt ihren Urlaub zu einer Hoftour und macht einen längeren Stopp in Moggast. "Den ganzen Tag essen wir das leckere Brot aus Hundsboden. Hier in Moggast lernten wir das Schnappsbrennen im Detail anschaulich kennen oder auch die selbstgemachte Marmelade. Das alles gibt es bei uns sehr selten", sagt sie. Und wer ein Geschenk sucht, wird in einem Hofladen offensichtlich fündig. Der Genuss für den Gaumen lässt derweil auch das regnerische Wetter draußen vergessen.

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