Am 24. August 1963 schreibt Friedhelm "Timo" Konietzka Geschichte. Er schießt im Spiel für Borussia Dortmund gegen Werder Bremen das erste Tor der neugegründeten Fußball-Bundesliga.

Am 12. März 2012 ist seine Geschichte zu Ende. Konietzka hat im Alter von 73 Jahren nach jahrelangem Krebsleiden Suizid begangen. Der gebürtige Westfale war Repräsentant für einen orthopädischen Spezialschuh, den er unter anderem auch in einem Forchheimer Sportgeschäft bei Marc Bögelein vorstellte.

"Er war ein sehr bodenständiger Mensch. Ehrlich, nett und keineswegs abgehoben, weil er ein ehemaliger Profifußballer war", erinnert sich Marc Bögelein.

Der Forchheimer hatte die traurige Meldung am Montag über die Medien erfahren.

Konietzka erzielte bis 1967 für Borussia Dortmund und 1860 München in 100 Bundesligaspielen 72 Tore. Zudem stand er neunmal für die Nationalmannschaft auf dem Platz. Nach seiner aktiven Laufbahn hängte er seine Fußballschuhe keineswegs an den Nagel. Konietzka arbeitete als Trainer unter anderem für Borussia Dortmund, Bayer Uerdingen, Grasshoppers Zürich und den FC Zürich. Mit letzterem wurde er zwischen 1974 und 1976 dreimal in Folge Schweizer Meister. Dieses Kunststück schaffte der zwölffache Meister FC Zürich vor sowie nach der Ära Konietzkas bis jetzt kein zweites Mal in seiner Vereinsgeschichte.

Zuletzt betrieb Timo Konietzka mit seiner Ehefrau ein Gasthaus in Brunnen am Vierwaldstättersee.
Zur Trauerfeier wird Marc Bögelein dennoch nicht fahren. Seine Eltern haben sich jedoch noch nicht entschieden. Diese hatten ein enges Verhältnis zu Timo. In dem Gasthaus welches er betrieben hatte, gönnten sie sich mehrmals ein paar Tage der Entspannung und lernten dabei Timo kennen. "Vor ein paar Jahren war Timo auf Geschäftsreise. Am gleichen Tag hatte auch mein Vater Geburtstag. Timo bog extra von der Autobahn ab und besuchte uns zu Hause, damit er meinem Vater gratulieren konnte", erinnert sich Marc Bögelein.

Meister mit 1860 München


In der Saison 1964/65 gewann Konietzka mit Borussia Dortmund das DFB-Pokalfinale gegen Alemania Aachen. Ein Jahr später feierte Timo den nächsten Titel. Dafür musste jedoch erst ein Tapetenwechsel stattfinden. Nicht in schwarz-gelb sondern in blau-weiß mit 1860 München wird er in der Saison 1965/66 Deutscher Meister.