"Schöne Bunte Filme" steht auf der Visitenkarte von Kari Hennig. Das erinnert an die Image-Streifen, die zum Beruf des Forchheimer Filmemachers und Kameramanns gehören. Aber der 39-Jährige hat auch ein Händchen für schwere Stoffe.
Das bewies er beispielsweise 2004 mit seinem Kurzfilm "Antidot", der den Zuschauer mit einem Endzeitszenario nach einer Katastrophe konfrontiert. Und auch in seinem neuen Kurz-Spielfilm will sich Kari Hennig einem düsteren Stoff widmen. Die Geschichte spielt zur Zeit der Judenverfolgung im Deutschland der 40-er Jahre.
Zwar dreht Kari Hennig mit seinem 20-köpfigen Team in der Region, in einem Waldstück zwischen Kersbach und Effeltrich, doch es wird kein Film über ein regionales Ereignis werden. Der Schauplatz, eine Grube, hätte überall in Deutschland sein können, sagt Hennig, der nicht nur Regie führt, sondern auch das Drehbuch geschrieben hat. Ihm gehe es um eine allgemeingültige Aussage über die Würde des Menschen. "Die Grube", so auch der Titel des Streifens, "ist ein Sinnbild", sagt der Regisseur.
Im Mittelpunkt der Dreharbeiten am 20. und 21. Februar stehen drei junge Männer. Zwei von ihnen spielen Brüder, 20 und 15 Jahre alt. Der ältere Bruder ist ein fanatischer Befürworter des Nazi-Regimes. Um seinen kleinen Bruder zu initiieren, jagen die beiden einen 15-jährigen jüdischen Jungen in eine Grube. Dann händigt der ältere dem jüngeren Bruder eine Waffe aus und fordert ihn auf, den jüdischen Jungen zu erschießen: "Zeig, dass du ein Mann bist."
Der Plot ist zwar ein reines Fantasieprodukt von Kari Hennig; andererseits weiß jeder, dass sich solche und noch viel grausamere Geschichten massenhaft ereignet haben und noch immer ereignen. "Einem Zwang ausgeliefert zu sein und zu reagieren, ohne die eigene Würde zu verlieren, solche Situationen finden sich überall", sagt der Forchheimer Filmemacher. "Man muss zu seiner Würde stehen, auch wenn man einen hohen Preis dafür zahlt." Das "überraschende Ende der Geschichte" verrät Hennig nicht. Nur so viel: "Es wird ein hartes Ende sein, positiv und mit Beigeschmack."


Frei im Internet zu sehen

Ab Juni soll "Die Grube" in Forchheim zu sehen sein. Aber auch im Internet will Kari Hennig den Kurz-Spielfilm zeigen. Finanziert werde das Projekt über Crowdfunding. Forchheimer Firmen und Banken als Sponsoren hat der Filmemacher bislang nicht gewinnen können.
Geld verdienen wird mit der "Grube" niemand. "Der Film an sich dient für jeden als Demo und Referenz. Egal ob hinter der Kamera, als Jungdarsteller vor der Kamera oder auch als Praktikant", sagt der Regisseur. Er hofft, dass auch die Zuschauer einen Gewinn aus dem Werk ziehen werden.
Das Drehbuch sei bewusst dialogarm angelegt; erzählt werde vornehmlich durch Gestik und Mimik. Kari Hennig: "Jeder kann sich ein Stück selbst darin sehen."