Forchheim
Finanzen

Königsbad: Forchheim badet im Zwei-Millionen-Defizit

Die Zahl der Besucher steigt seit Jahren doch die Unterdeckung des Betriebes kann nicht entscheidend abgebaut werden.
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Die Belegung des Königsbades schwankt extrem, je nach Tages- und Jahreszeit: An Spitzentagen im Sommer kommen bis zu 4400 Besucher. Das Foto entstand am Mittwoch um 16.30 Uhr. Foto: Ekkehard Roepert
Die Belegung des Königsbades schwankt extrem, je nach Tages- und Jahreszeit: An Spitzentagen im Sommer kommen bis zu 4400 Besucher. Das Foto entstand am Mittwoch um 16.30 Uhr. Foto: Ekkehard Roepert
Die Geschichte des Königsbades wird jährlich neu erzählt. Das liegt nicht an dem von Bäderchef Walter Mirschberger vorgelegten Jahresbericht, denn der ähnelt meist jenem des Vorjahres.
Aber die Einschätzungen des Königsbades durch die Lokalpolitiker weichen so stark voneinander ab, dass immer wieder neue Bilder dieser Einrichtung entstehen: Auf "dem richtigen Weg" sei Mirschberger mit der Gestaltung und Vermarktung des Bades trotz der 978.000 Euro Schulden, meinte Josua Flierl (CSU).
Dagegen trieb es Stefan Schick (FDP) die Sorgenfalten auf die Stirn: Die Abschreibung von einer Million Euro sei auch Teil des Verlustes, den dieses Bad schreibe, betonte Schick und kam folglich auf ein Jahresdefizit von knapp zwei Millionen Euro.


Ende der Fahnenstange

"Trotz etlicher Verbesserungen" sah auch Ulrich Schürr (JB) "Anlass zur Sorge". Denn "das Ende der Fahnenstange" sei erreicht, ist Schürr überzeugt: Große Einsparungsmöglichkeiten, um das Defizit abzubauen, gebe es nicht mehr. Über erhöhte Eintrittsgelder lasse sich das Defizit keinesfalls wirksam mildern. Vielleicht könnte die Kooperation mit den Stadtwerken ein entscheidender Schritt sein, schlug Schürr vor.


Unterdeckung stagniert

Während also die einen "Freude und Stolz auf die Einrichtung" zeigten, wie Udo Schönfelder und Hans-Werner Eisen (beide CSU), reagierten andere eher grimmig: "1,9 Millionen Euro Defizit - das ist kein Grund für Freude und Stolz", sagte Gerhard Meixner (Grüne) - "das belastet den städtischen Haushalt und wir müssen den Bürgern auch sagen, dass sich das Bad niemals tragen wird".
Hans-Werner Eisen betonte aber auch, dass "trotz stagnierender Unterdeckung" das Konzept aufgehe, immer mehr Besucher in das Königsbad zu bringen, indem Attraktionen wie Rutschen etc. geschaffen würden.
Erfolgreiche Aspekte der Badgestaltung konnte Walter Mirschberger einige aufzählen.

Erstens: Obwohl der jährliche Landkreis-Zuschuss von 150.000 Euro (der für vier Jahre vereinbart war) 2015 erstmals entfiel, konnte das fehlende Geld durch eine bessere Auslastung des Bades wieder eingespielt werden.
Zweitens: Die Gesamtbesucherzahl im Königsbad steigt seit 2012 kontinuierlich; damals wurden 281 476 Besuche gezählt, im vergangenen Jahr waren es bereits 310.056. Eine Kooperation mit Firmen soll die Zahl weiter nach oben bringen.
Drittens: Durch einen neuen Strom-Vertrag mit den Stadtwerken werden 70.000 Euro im Jahr eingespart.
Viertens: Der Bau der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Königsbades steht kurz bevor, was ebenso Sparpotenziale birgt wie der von Walter Mirschberger angekündigte "Querverbund mit den Stadtwerken" (Blockheizkraftwerk) und das bald wieder verwendete eigene Brunnenwasser.

Reiner Büttner (SPD) wollte wissen, "wie das Bad im Vergleich dasteht". Sowohl Betriebsleiter Christian Lenkl als auch Bäderchef Walter Mirschberger warnten davor, Vergleiche anzustellen. Die Anforderung an das Aufsichtspersonal zum Beispiel seien in einem Solebad wie in Staffelstein mit einer Becken-Tiefe von 1,35 Meter ganz andere als in Forchheim, gab Mirschberger zu bedenken.
Aber, betonte Christian Lenkl, wenn er auf den Bäder-Fachtagungen mit anderen Betriebsleitern spreche, komme er zu dem Schluss: "In Forchheim sind wir am untersten Rand vom Defizit."

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