Sigritzau

Feuerwehren im Landkreis Forchheim üben den Ernstfall

64 Feuerwehrmänner und -frauen aus 31 Wehren des Landkreises Forchheim probten eine Woche lang in einem Brandschutzcontainer.
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Im Container brennt es lichterloh. Acht Feuerwehrleute wagten sich hinein, um das Feuer zu löschen.  Fotos: Barbara Herbst
Im Container brennt es lichterloh. Acht Feuerwehrleute wagten sich hinein, um das Feuer zu löschen. Fotos: Barbara Herbst
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Die Flammen schlagen aus dem Container, überall wo man hinsieht ist nur Rauch zu sehen. Mittendrin: Acht Feuerwehrmänner mit ihrem Ausbilder. In voller Montur, mit Gasmasken auf dem Kopf und Sauerstoffflasche auf dem Rücken, versuchen die Feuerwehrler den Brand zu löschen.

Die ganze Woche fand eine besondere Übung für Atemschutzträger statt. Es handelte sich um eine Weiterbildung im Bereich des Atemschutzes. Das bayerische Innenministerium und der Landesfeuerwehrverband Bayern bieten hierfür kostenlos einen Brandübungscontainer an.

Dieser stand diese Woche am Verkehrsübungsplatz in Sigritzau. 64 Feuerwehrmänner und -frauen aus 31 Feuerwehren des Landkreises wurden in dieser Woche geschult.

"Die Plätze sind sehr begehrt", erklärte Thomas Windisch, Leiter Atemschutz des Landkreis Forchheim. Insgesamt gibt es im Landkreis knapp 860 Atemschutzträger und nur 64 Weiterbildungsplätze. Seit knapp neun Jahren gab es keine dieser Übungen im Landkreis Forchheim mehr.

Die Ausbilder würden entscheiden welche Feuerwehren bei der Übung bedacht werden, erklärt Windisch. Wen die Wehren dann schicken bliebe ihnen selbst überlassen.


Schon immer bei der FFW

"Ich bin da so reingeboren", erklärt Kristina Held. Sie war in diesem Durchgang die einzige Frau unter den Teilnehmern. Seit sie denken könne, sei sie schon bei der Feuerwehr aktiv, erzählt sie. Mittlerweile ist sie zweite Kommandantin bei der Feuerwehr in Kunreuth.

Für die Forchheimer Feuerwehr ist sie ebenfalls aktiv. "Es geht um den Dienst am Nächsten, Leuten zu helfen gehört dazu", sagt Held. Sie war schon einmal in so einem Übungscontainer, nun stand ihre zweite Weiterbildung dieser Art an.


Erst die Theorie, dann die Praxis

In Gruppen von acht Leuten finden die Übungen statt. Sie beginnt mit einer Theoriestunde, in der den Teilnehmern die Grundbegriffe und die Vorgehensweise erklärt werden. Danach geht es an die Praxis. In dem brennenden Container sollen die Feuerwehrleute die Hitzeeinwirkungen, das Verhalten des Rauches und der Ausrüstung kennen lernen.

"Die Ausbildung wird immer wichtiger", erklärte Windisch. Zwar seien in den letzten Jahren die Zahlen der Einsätze zurückgegangen, jedoch würden die Niedrigenergiehäuser so ihre Tücken haben. Bei diesen Häusern entstehen bei einem Brand sehr hohe Temperaturen, höher als bei einem schlecht gedämmten Haus. Die Temperaturen in dem Container sollen denen eines echten Brandes sehr nahe kommen, bis zu 700 Grad wird es in dem Container heiß. "Das ist Realbrandverhalten", sagt Windisch.

Um bei einem echten Einsatz nicht im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Schlauch zu stehen, sind solche Übungen von großer Bedeutung.

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