Forchheim

Fensterbrettla

Landrat Reinhardt Glauber (FW) zögerte im Kreisausschuss: Er sei nicht sicher, sagte er zu Kämmerin Carmen Stumpf, ob er sie noch als Kämmerin ansprechen sollte.
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Dieser Ausdruck gehöre doch der vergangenen Finanzverwaltung der Kameralistik an. Sollte man im Zeitalter der Doppik statt von einer "Kämmerin" nicht besser von einer "Finanzmanagerin" sprechen?
Tatsächlich klingt das Wort Kämmerer wohltuend veraltet. Es erinnert an jene goldenen Zeiten, als es noch Geld- und Schatzkammern gab. Im Jahr 2012 dagegen ist Geld ein Synonym für Fiktion geworden. Man blicke nur in Richtung Salzburger Land. Dort hat eine Beamtin 340 Millionen Euro Steuergeld verspekuliert. Und der Landesfinanzdirektor stellt geschockt fest, dass er in den letzten Jahren offenbar nicht über Geld, sondern "über eine Fata Morgana debattiert" habe.
Vielleicht hatte Carmen Stumpf eine jener Horrorgeschichten aus der modernen Finanzwelt im Hinterkopf, als sie den Titel "Finanzmanagerin" dankend ablehnte: "Kämmerin," sagte sie dem Landrat, "das passt schon."

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