Forchheim
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Familienstützpunkte im Landkreis Forchheim

Drei Stützpunkte für Familien sind in Forchheim und dem Landkreis geplant. Zielgruppe sind Migranten und Alleinerziehende
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Im Mehrgenerationenhaus in Forchheim finden nicht nur Bürgerinnnentreffen statt, wie hier 2010 mit Stadträtinnen. Die Einrichtung dient auch als Treff für Familien mit Migrationshintergrund.  Foto. Archiv Oswald
Im Mehrgenerationenhaus in Forchheim finden nicht nur Bürgerinnnentreffen statt, wie hier 2010 mit Stadträtinnen. Die Einrichtung dient auch als Treff für Familien mit Migrationshintergrund. Foto. Archiv Oswald
Es kommen wieder mehr Kinder zur Welt - auch im Landkreis Forchheim. Zu dieser erfreuliche Feststellung von Landrat Hermann Ulm (CSU) kommt die Errichtung von drei Familienstützpunkten gerade recht. In Forchheim, in Ebermannstadt und in Neunkirchen am Brand sollen Einrichtungen entstehen, in denen vor allem Familien mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende und sozial benachteiligte Familien Unterstützung durch Angebote verschiedenster Art finden.
Ein Familienstützpunkt vernetze Eltern miteinander, in einem Familienstützpunkt könne in Kursen mangelnde Erziehungskompetenz gefördert werden , eine solche Einrichtung biete auch die Möglichkeit Sprechstunden eines Kinderarztes abzuhalten. Mit diesen Beispielen verdeutlichte Jugendamtsleiterin Dagmar May die vielfältigen Aufgaben einer solchen Einrichtung.


Die Vorplanung läuft bereits

Sozialpädagogin Jutta Strom-Haensch verwies auf ein entsprechendes Förderprogramm und schilderte die vorbereitenden Untersuchungen der Koordinierungsstelle und der Steuerunbgsgruppe, die den Auftrag hat, die Familienstützpunkte zu koordinieren. Einiges ist bereits im Gange: So fand im vergangenen Jahr die Gründung eines Netzwerkes Familienbildung statt, in dem Kitas, Kirchen und Gemeinden vertreten sind. Parallel dazu wurde eine Bestandsanalyse aller Anbieter von Familienbildung durchgeführt. In einer Befragung sei festgestellt worden, dass die meisten Angebote für Familien von Kitas, Beratungsstellen und Schulen gemacht würden - thematisch vorwiegend im Bereich Gesundheit und Erziehung. Auch Eltern sind befragt worden.


Hauptzielgruppe in Forchheim

Laut Untersuchung finden die meisten Angebote in der Stadt Forchheim statt - und hier sind auch die Zielgruppen am stärksten vertreten: Migranten, Alleinerziehende und sozial Benachteiligte Familien. Somit steht die Stadt Forchheim in einer Prioritätenliste für die Einrichtung von Familienstützpunkten auch an erster Stelle, gefolgt von Ebermannstadt und Neunkirchen. Hier sollen die ersten drei dieser Einrichtungen entstehen.
Als Nächstes werden die Gemeinden angeschrieben, ob sie die Sachkosten von jeweils 3000 Euro pro Jahr übernehmen. Sollte kein Interesse bestehen oder sich kein Einrichtungsträger finden, rücken die nächsten Gemeinden auf der Prioritätenliste vor - dies wären die VG Gräfenberg, Eggolsheim, die VG Kirchehrenbach und Gosberg, Gößweinstein, Heroldsbach und die VG Effeltrich.
Für 2017 errechnet sich ein Förderbetrag von 34  679 Euro, wobei sich der Landkreis in gleicher Höhe an den Kosten beteiligt. So stünden insgesamt für die Familienstützpunkte 69  358 Euro zur Verfügung. Der jeweilige Träger erhält für jeden Familienstützpunkt einen Festbetrag für Personalkosten vor Ort von 13 000 Euro pro Jahr, übernimmt aber die Raumkosten, Büro, Mobiliar, Strom und so weiterr.
Zusätzlich wird 2017 jedem Familienstützpunkt einmalig ein Betrag von 2000 Euro für die Erstausstattung gewährt.


Kritik an IT-Kosten

Um die bestehenden Angebote besser zu vernetzen und bekannter zu machen sei geplant eine Internetplattform für den gesamten Landkreis zu erstellen, erklärte Sozialpädagogin Jutta Strom-Haensch.
Allerdings stießen die mit 22 000 Euro kalkulierten Kosten für die Homepage im Jugendhilfeausschuss auf Kritik. FW-Kreisrat Manfred Hümmer erscheint der Betrag zu hoch gegriffen. Sein Vorschlag: Statt, dass jeder Landkreis für teures Geld eine eigenen Homepage kreiert, sollte das Sozialministerium eine für alle Einrichtungen nutzbare Plattform zur Verfügung stellen. Dafür müssten sich die Abgeordneten einsetzen.
CSU-Kreisrat Konrad Rosenzweig gab Hümmer bezüglich der hohen IT-Kosten recht .Die geplanten Stützpunkten seien zwar regional gut verteilt, stellt Rosenzweig fest. Zugleich erinnerte er aber auch daran, dass sich um das Thema Familie früher einmal die Kirche gekümmert habe.
Andreas Pfister (SPD) signalisierte, dass man sich in Neunkirchen bereits über den Familinstützpunkt unterhalten habe und und grundsätzlich mit der Einrichtung einverstanden sei - die Frage sei nur, was passiere, wenn einzelne Gemeinden ablehnten.
Dann rücke der nächste auf der Prioritätenliste vor, erklärte Jutta Strom-Haensch.
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