Hohe Wellen haben die Äußerungen von Peter Eismann geschlagen, die der Forchheimer CSU-Kreisfraktionsvorsitzende in seiner Funktion als CSU-Ortsvorsitzender von Eggolsheim bei einer Jubiläumsfeier der Parteifreunde in Buckenhofen am Sonntagvormittag gehalten hat.

"Die CDU ist für mich keine konservative Partei mehr", kritisierte Eismann zu Beginn der umstrittenen Passage seines Grußwortes. Er forderte die CSU auf, das "nationale Element" wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Dann sagte Eismann: "So wie es früher Franz-Josef Strauß geschafft hat, die Ränder an uns zu binden, indem er die Oberhoheit über die politischen Formulierungen gefunden hat. Oder, auch wenn es von dem einen oder anderen falsch verstanden wird, wenn ein Mann wie Haider es schaffte, durch die richtige Wortwahl den kleinen einfachen Mann an sich zu binden, so etwas fehlt uns in der Partei und in diesem Land, nämlich einer der es schafft, mit ähnlichen Formulierungen wieder das nationale und konservative Element mehr zu betonten."

Udo Schönfelder, CSU-Kreisvorsitzender, kritisierte die Äußerungen seines Parteifreundes gegenüber dieser Zeitung: "Einen Jörg Haider in der Öffentlichkeit als Vorbild zu präsentieren, ist nicht akzeptabel. Schönfelder befürworte zwar, dass die CSU ihr konservatives Profil pflege. "Beim Namen Haider ist allerdings Schluss mit Befürwortungen, weil er ein ausländerfeindlicher Rechtspopulist war." Eine deutliche Aussprache mit Peter Eismann habe es in der jüngsten CSU-Kreisvorstandssitzung am Montag gegeben, betonte Schönfelder, der keine weiteren Details aus der nicht-öffentlichen Sitzung bekannt geben will. Allerdings distanziert sich der CSU-Kreisvorsitzende davon, Positionen und Vorgehensweisen eines Jörg Haider gutzuheißen.

Unter der Überschrift "CSU am rechten Rand" kritisiert Karl Waldmann, Kreisvorstandssprecher der Grünen, die "Jörg-Haider-Laudatio". Die CSU müsse sich schon fragen, so Waldmann weiter, ob Peter Eismann als Fraktionsvorsitzender im Kreistag noch tragbar ist.

Auch die Forchheimer FDP kritisiert Eismanns Äußerungen und fordert Konsequenzen: "Peter Eismann muss von all seinen politischen Ämtern zurücktreten", fordern die Liberalen um den Forchheimer Ortsvorsitzender Marcus Werther.

Peter Eismann hingegen fühlt sich falsch verstanden. "Ich will eine Debatte lostreten", sagte Eismann gestern auf Anfrage des FT, weil die derzeitige Profillosigkeit der CSU offensichtlich sei. Lediglich als Beispiel habe er auf Haider verwiesen. Eismann gehe es vielmehr darum, "rechts von uns keine Partei zu legitimieren". Man müsse den rechten Parteien den Boden entziehen, damit die Wähler nicht zu radikalen Parteien abwandern. Leider wolle offensichtlich niemand sein Anliegen verstehen. Deswegen habe er am Montag allen CSU-Ortsvorsitzenden per Mail im Kreis angeboten, gemeinsam das zukünftige Profil der CSU zu diskutieren.

Kritik speziell aus den eigenen Reihe könne Eismann nur mit Kopfschütteln quittieren. "Wenn man ´everybody's darling` sein will, bringt man das Land nicht voran", so Eismann.