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Verkaufsoffene Sonntage in Forchheim: Einkaufsfreude umstritten

Vier verkaufsoffene Sonntage wird es heuer in Forchheim geben. FGL-Stadträtin reagierte auf diese Planung mit Kopfschütteln.
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Menschenmengen am Forchheimer Stadtrand: Bilder wie dieses wird es heuer an den vier verkaufsoffenen Sonntagen nicht geben, denn die Händler auf der Grünen Wiese sind ausgeschlossen.  Foto: Archiv/Josef Hofbauer
Menschenmengen am Forchheimer Stadtrand: Bilder wie dieses wird es heuer an den vier verkaufsoffenen Sonntagen nicht geben, denn die Händler auf der Grünen Wiese sind ausgeschlossen. Foto: Archiv/Josef Hofbauer
Wie viele Sonntage sollen heuer in Forchheim verkaufsoffen sein? Und wer soll teilnehmen: Nur die Händler der Innenstadt oder auch jene am Stadtrand? Bevor diese Fragen entschieden werden konnten, war im Stadtrat am Donnerstag Streit angesagt.

Heike Schade (FGL-Rätin und selbst Händlerin) sprach auch im Namen der Händlervereinigung Innerstädter: "Diese Art der verkaufsoffenen Sonntage unterstützen wir auf keinen Fall."

Die FGL-Rätin reagierte mit "Kopfschütteln" auf den Vorschlag, der bereits im Hauptausschuss am 19. Januar diskutiert worden war. Dort waren sich die Räte in einem Punkt einig gewesen: Die Stadt müsse auf aktuelle juristische Entscheidungen reagieren und dürfe keinesfalls das Risiko eingehen, die Händler auf der Grünen Wiese in diese sonntäglichen Veranstaltungen einzubinden. Denn die "prägende Wirkung des Marktes" muss an den verkaufsoffenen Sonntagen im Vordergrund stehen, so wollen es die Richter. Die offenen Geschäfte am Stadtrand könnten demnach nicht mehr im Zusammenhang mit dem Marktgeschehen in der Innenstadt gesehen werden.

Die Kritik von Heike Schade im Stadtrat am Donnerstag war aber noch grundsätzlicher gemeint: "Das Leben an den verkaufsoffenen Sonntagen findet nur auf der Hauptstraße statt", betonte sie. Mit anderen Worten: Die Forchheimer Innenstadt müsse während der sonntäglichen Veranstaltungen durch zusätzliche Angebote attraktiver gemacht werden.

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) reagierte "verwundert" über Heike Schades Aussage, die Stadt tue sich "keinen Gefallen" mit den vier verkaufsoffenen Sonntagen. Kirschstein erinnerte an die Debatte im Hauptausschuss: "Dort wurde doch deutlich, dass Konzepte zur Steigerung der Attraktivität willkommen sind".


Klage wagen!

Franz Noffke (REP) vertrat die Auffassung: "Ohne die Grüne Wiese werden die verkaufsoffenen Sonntage zum Flop." Daher plädierte Noffke dafür, die Händler am Stadtrand einzubeziehen und eine Klage zu wagen. Das Urteil von München, auf das Heike Schade verwiesen habe, müsse noch lange nicht für Forchheim gelten, meinte der REP-Rat.

OB Uwe Kirschstein fand es "unfair gegenüber den Händlern", das Risiko einer Klage zu wagen. Ulrich Schürr (JB) regte an, das Thema verkaufsoffene Sonntage künftig in die Hände des City-Managements zu legen - und die Planung nicht von der Werbegemeinschaft abhängig zu machen.

Als "ideologisch" bezeichnete Manfred Hümmer (FW) den Vorschlag von Anita Kern (SPD), die Gewerkschaft zu diesem Thema zu Wort kommen zu lassen. Dann müsste auch jemand im Stadtrat sprechen, der die Position der Gegenseite darlege. "Zum Beispiel ein Vertreter der Handelskammer."

Dazu kam es nicht. Eine 17:14 Stimmen-Mehrheit setzte sich schließlich für vier verkaufsoffene Sonntage (ohne Beteiligung der Grünen Wiese) im Jahr 2017 ein: Sie werden am 5. März, 21. Mai, 25. Juni und am 5. November stattfinden. Außerdem wird es, wie schon der Hauptausschuss angeregt hatte, eine lange Forchheimer Einkaufsnacht geben. Sie findet während der Afrika-Kulturtage am 30. Juni statt.
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