Kersbach
Feier

Ein Prosit auf das Jahr der Schnapszahlen

In Bruno Treitls Familie gibt es in diesem Jahr fünf Schnapszahl-Geburtstage. Er selbst wird am Donnerstag 88 Jahre alt.
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Bruno Treitl. Foto: Michael Memmel
Bruno Treitl. Foto: Michael Memmel
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von Karen Peemöller

Wenn die Nachbarn am Donnerstag, 22. August, zum Gratulieren und zum Frühstücken zu Bruno Treitl kommen, dann werden sie bestimmt auch den einen oder anderen selbstgemachten Schnaps serviert bekommen. Schließlich wird der Kersbacher 88 Jahre alt und feiert somit einen echten Schnapszahl-Geburtstag. Da trifft es sich gut, dass seine zweite Ehefrau Marlis seit Jahren aus Walnüssen, Quitten und Beeren verschiedene Liköre ansetzt.

Und dieses Jahr wird viel davon gebraucht, denn in Bruno Treitls Familie gibt es 2013 noch vier andere Geburtstage mit einer Schnapszahl. So wird seine Cousine Irmgard (Sommer) 77, seine Söhne Norman und Dieter 66 und 55, und die Großnichte Leone (Mirschberger) 44 Jahre alt.
Ein Jahr voller Schnapszahlen also, ob das wohl Glück bringt? Senior Treitl weiß es nicht, aber er freut sich darüber, auch wenn er es "schöner fände 40 Jahre jünger zu sein."

Medaille als Dank

Das älteste Geburtstagskind, Bruno Treitl, wurde im heutigen Tschechien in Schönbach im Egerland geboren. 1949 kam die Familie nach Bubenreuth.

Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre in Erlangen zog es ihn nach Würzburg, wo er in einem Brennstoffgroßhandel tätig war, bevor er sich 1959 als Mineralölkaufmann selbstständig machte.

In Bubenreuth war Treitl stets sehr aktiv, gründete eine Ortsgruppe des Alpenvereins und des Fränkische Schweiz-Vereins, war Vorsitzender beim Sportverein und saß 18 Jahre im Gemeinderat. Sein Engagement würdigte die Gemeinde Bubenreuth sogar mit der Bürgermedaille. 1973 zog es ihn dann nach Kersbach, wo er heute noch mit seiner Frau wohnt. 1987 trat Bruno Treitl in den Ruhestand, doch Ruhe kehrte noch lange nicht ein.

Denn 1988 lernte er den damaligen Leiter des Kaiserpfalzmuseums kennen, der ihn motivierte, sich als Ausstellungs- und Museumsführer zu versuchen. Dann kam auch noch eine Tätigkeit als Stadtführer in Forchheim dazu, und so zeigte Bruno Treitl rund 20 Jahre lang Touristen und sonstigen Interessierten Stadt und Museum und organisierte Osterbrunnenfahrten in die Fränkische Schweiz.

Tägliche FT-Lektüre

Jetzt lässt es sich Bruno Treitl auf seiner mit Blumen geschmückten Terrasse mit seiner Marlis gutgehen, mit der er mittlerweile seit 27 Jahren verheiratet ist. Er löst Kreuzworträtsel, liest gerne Romane, Reiseberichte und jeden Mittag seinen Fränkischen Tag.

Den 88. Geburtstag feiert er am Wochenende mit seiner Familie und ganz besonders mit denjenigen, die dieses Jahr auch einen Schnapszahl-Geburtstag feiern. Eine ähnliche Konstellation gab es ja bereits vor elf, 22 und 33 Jahren, doch damals sei das keinem aufgefallen. "Da hatten wir noch nicht so viel Zeit, um auf der Terrasse zu sitzen und nachzudenken", schmunzelt Marlis Treitl.

Geburtstagswünsche hat Bruno Treitl nicht, denn "was man braucht, das hat man, und was man nicht hat, das braucht man auch nicht mehr". Allerdings hofft er sich auch in den nächsten Jahren noch bester Gesundheit zu erfreuen, um mit seiner Frau noch ein paar Liköre unter dem Nussbaum genießen zu können.

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