Hallerndorf

Ein Großparkplatz für Hallerndorf

In der Gemeinderatssitzung in Hallerndorf hieß das Streitthema diesmal Großparkplatz am Kreuzberg.
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In der Gemeinderatssitzung in Hallerndorf hieß das Streitthema diesmal Großparkplatz am Kreuzberg. Erst im vergangenen Jahr hatten die Gemeindevertreter in Hallerndorf die Errichtung eines großen Parkplatzes auf der Hallerndorfer Seite des Kreuzberges abgelehnt.
Doch die Betreiber des Friedel-Kellers wollten diesen Beschluss nicht so einfach hinnehmen. Erneut legten sie ihren Antrag auf Vorbescheid bei der Bauabteilung des Landratsamtes vor. Die ursprüngliche Planung wurde leicht angepasst: Auf die zunächst vorgesehenen fünf Busparkplätze wolle man verzichten, stattdessen die Anzahl der Pkw-Stellplätze auf 147 erhöhen.


Großparkplatz in der Kritik

Während der Diskussion des Gemeinderates wurden kritische Stimmen laut: Matthias Erlwein (JAB) ist sich sicher, dass sich auch mit diesem Parkplatz nichts an der chaotischen Parksituation am Kreuzberg ändern werde: "Wir müssen durchgreifen und aufräumen!"
Er sieht durch das Bauvorhaben eine zunehmende Verschandelung des Kreuzberges. In seinen Ausführungen forderte er sogar, den Kreuzberg aus dem Hallerndorfer Wappen zu entfernen. Zudem seien laut Erlwein die bisherige Infrastruktur und die Abwasserleitungen dort oben einem zu erwartenden Ansturm keineswegs gewachsen.
Er forderte die Gemeindeverwaltung zur Überprüfung sämtlicher vom Friedel-Keller betriebenen Einrichtungen auf gültige Genehmigungen auf. Auch Stephan Beck (WG Willersdorf-Haid) zeigte sich kritisch: "Wenn dort so viele Parkplätze entstehen, dann ist das ein Riesennachteil". Er wies darauf hin, dass der Weg dann für Wanderer und Fahrradfahrer gefährlich werde. Erlwein beantragte eine namentliche Abstimmung: "Damit die Menschen bei den nächsten Wahlen wissen, wer den Kreuzberg kaputt gemacht hat!" Diese wurde jedoch abgelehnt.
Am Ende stimmte der Gemeinderat zehn zu sieben für den Parkplatz. Auf eigenen Wunsch wurde Erlweins Name bei der Ablehnung vom Schriftführer notiert.


Einigkeit bei Bauanträgen

Weitere eingereichte Bauanträge wurden einstimmig genehmigt. Beanstandungen gab es lediglich beim Antrag auf Errichtung einer Lagerhalle. Hier wurde zur Auflage gemacht, dass drei Meter Abstand zur Grundstücksgrenze einzuhalten seien.
Auch dem Tekturantrag zur Planfeststellung der Fa. Megalith Daigfuss Kalksandsteinwerke wurde zugestimmt. Die Firma will in der Gemarkung Willersdorf Sand abbauen.
Offen war noch die Frage zur Notwendigkeit der Hebeanlage im alten Gemeindehaus Pautzfeld. In der letzten Sitzung stellen die Gemeinderäte eine Entscheidung zurück. Architekt Jürgen Schönfelder erläuterte erneut die Sachlage, erklärte aber auch, dass eine Hebeanlage reiche.
Das Regenwasser vor dem Eingang könne so auch in den Schmutzwasserkanal geleitet werden. Dem stimmten die Gemeinderäte dann zu.
Beim nächsten Thema entschieden sich die Gemeinderäte einstimmig für die Öffnung und Verrohrung des Kaulberggrabens in Pautzfeld. Voraus ging die Erläuterung des Bauentwurfs durch Josef Nagengast vom Ingenieurbüro Kittner & Weber. Durch das Vorhaben soll künftig mehr Wasser in den Dorfweiher gelangen.


Unmut beim Gemeinderat

Auch der Antragstellung zur Neugestaltung des Dorfweihers wurde, wenn auch mit einer Gegenstimme, stattgegeben. Uwe Marzog vom Planungsbüro Roos & Marzog aus Bamberg hatte die Maßnahme zuvor erläutert.
Die Entscheidung fiel zwar positiv für die Neugestaltung aus, der Entscheidungsweg verursachte jedoch Unmut beim Gemeinderat. Denn dieser wurde im Vorfeld nicht informiert. Erst im Nachhinein wurden die bereits getroffenen Entschlüsse der Teilnehmergemeinschaft zur Genehmigung vorgelegt.


Weiher ohne Nutzen?

Die Neugestaltung des Weihers blieb nicht unkommentiert. Ob sich der Fischereiverein für die Pflege einsetze, wollte zum Beispiel Thomas Bauer (WG Pautzfeld) wissen. Reinhold Kotzer war sich hingegen sicher, dass den Pautzfeldern ein Dorfplatz statt des Weihers lieber gewesen wäre: "Ein Weiher bringt keinen Nutzen", argumentierte er. Dann wäre jedes öffentliche Geld für die Katz, konterte Rainer Albart vom Amt für Ländliche Entwicklung.

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