Reuth
Jubiläum

Kindergarten in Reuth feiert 60-jähriges Bestehen

Seit sechs Jahrzehnten hilft der Reuther Kindergarten den Kleinen über ihren Schritten ins Leben. Bei einem Festgottesdienst erinnern sich Wegbegleiter.
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Festgottesdienst für den Reuther Kindergarten  Foto: Heidi Amon
Festgottesdienst für den Reuther Kindergarten Foto: Heidi Amon
60 Jahre - so lange gibt es nun schon den katholischen Kindergarten St. Johannes der Täufer Reuth. Das war Grund genug für die Pfarrgemeinde St. Johannes und das Team des Kindergartens, einen Festtag auf die Beine zu stellen. Und die Reuther folgten der Einladung zuhauf. Eltern, Großeltern, Geschwisterkinder, Ehemalige, Verwandte, Bekannte und viele Gäste besuchten die Veranstaltung.

Auch Vizelandrat Otto Siebenhaar (FW), Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) und Burgermeister Franz Streit (CSU) hatten sich die nötige Zeit genommen. Eröffnet wurde der Festtag mit der Abholung der Kindergartenkinder am Kindergarten. Gemeinsam zog man zur Pfarrkirche.


Ein schützendes Dach

Dort in der Kirche wurde das Jubiläum mit einem feierlichen Gottesdienst unter der Überschrift "Wir bauen ein Haus" mit den Salesianer-Patres Heinz Weierstraß, Richard Brütting und Josef Brandl gefeiert. "Jedes Haus hat ein Fundament, hat Fenster und ein Dach. Uns will Jesus ein Fundament sein, das unser Haus stützt. Und wir können auf Gottes Segen vertrauen, der uns schützendes Dach ist", sagte Pater Weierstraß.

Für die musikalische Begleitung sorgte die Kirchenband "Tabor". "Heute stehen sie im Mittelpunkt - die Kinder" betonte Pater Weierstraß in seinen Grußworten. Auf lebendige Weise hatte der Reuther Nachwuchs auch mitgeholfen, den Gottesdienst zu gestalten. Da war zum Beispiel die Geschichte vom neuen Haus zu hören. Da war auch der symbolische Bau einer Mauer mit Kartons zu sehen. Spannend und interessant war das Interview, das Kim, Kora und Lilly - sie alle sind ehemalige Kindergartenkinder - mit Theo Leppert und Betti Hartwig führten.
Theo Leppert war einer von jenen Handwerkern, die beim Bau des Kindergartens dabei waren.


Gefahr am Hang

Man schrieb das Jahr 1957, als Pfarrer Josef Büttel den Grundstein für den Kindergarten legte. Theo Leppert erinnert sich noch gut an diese Zeit: Er sprach von der der mühevollen Handarbeit und dem großen Grundstück, auf dem noch eine Scheune und ein Schweinestall standen.

Eine besorgniserregende Situation gleich zu Baubeginn ist Leppert auch im Gedächtnis geblieben: ein Hangrutsch, bei dem sofortiges Handeln nötig war und Bauarbeiter, Feuerwehr und freiwillige Helfer Tag und Nacht zusammenhalfen, um die Rutschgefahr zu bändigen.

"Wie haben die Kinder damals gespielt?" war eine Frage an Betti Hartwig. Sie war vor über 50 Jahren im Hort als Erzieherin tätig. "Und die heute 78-Jährige wusste noch so manches aus dem Kindergarten-Alltag der damaligen Kinder: "Es gab Puppen und Puppenwagen, bunte Holzklötzchen und Constri-Bausteine aus Plastik."

66 Kinder waren seinerzeit eingetragen, das Kindergartengeld betrug pro Woche zwei Deutsche Mark. Immer montags musste das Geld bezahlt werden. "Es war eine einfache, aber sehr schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Die Kinder sind doch unser größter Schatz", sagte Betti Hartwig zum Anschluss ihrer Erinnerungen.
Momentan werden laut Kindergartenleiterin Eva-Maria Gerstner 50 Kinder in den beiden Gruppen "Sonnenschein" und "Regenbogen" betreut.

In 60 Jahren hat sich im Reuther Kindergarten sicher viel verändert. Einiges ist aber über all die Jahrzehnten aber gleich geblieben. Dazu zählt das Bedürfnisse der Kinder nach Bewegung und Erlebnissen mit all ihren Sinnen.
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