Effeltrich
Hobby

Ein Brieftaubenzüchter aus Leidenschaft

Wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt, dann treffen sich die Mitglieder des Brieftaubenvereins Sturmvogel Effeltrich, um ihre Meister zu küren. Unter den Prämierten war in diesem Jahr auch Franz Förstel. Es ist eher noch eine Untertreibung, den 75-Jährigen als einen Taubenzüchter aus Leidenschaft zu bezeichnen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Franz Förstel  liebt seine Tauben   über alles. Foto: Wirth
Franz Förstel liebt seine Tauben über alles. Foto: Wirth
Förstel hat sich schon als Kind für Tauben begeistert und hätte damals auch gerne selbst eigene gehabt. Doch in der Nachkriegszeit war dies freilich nicht so einfach. "Meine ersten eigenen Tauben habe ich mir dann 1957 auf dem Taubenmarkt in Forchheim gekauft", erinnert sich Förstel.

Als sich dann im Jahr 1958 Brieftaubenfreunde in Effeltrich entschlossen hatten, einen eigenen Verein zu gründen, trat Förstel dem Verein sogar noch als Gründungsmitglied bei. 1959 hat er sich von den Burker Züchter Hans Hofmann für 12 Deutsche Mark ein Paar Tauben gekauft: "Das war viel Geld damals." Mit diesen beiden Tauben hat Förstel anschließend einige schöne Erfolge feiern können. 1963 hat er eine der Tauben 14 Mal für einen Flug gesetzt - und sie holte prompt 14 Mal einen Preis.

Vielleicht auch aufgrund dieser Erfolge ist Förstel 1965 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins gewählt worden. Zwischen 1972 und 2008 war er sogar Vorsitzender. Förstel macht sich viele Gedanken darüber, was es heißt, ein guter Züchter zu sein. "Als Züchter hat man auch Verantwortung gegenüber den Tieren. Man muss sie hegen und pflegen."

Das sinkende Interesse schmerzt

An jedem Morgen geht sein erster Gang zu seinen Tauben. Dann überzeugt er sich, dass es ihnen gut geht, und sie auch genug zu fressen und trinken haben. "Brieftauben züchten ist eine Leidenschaft. Ohne meine Tauben würde mir etwas fehlen", sagt Förstel.

Besonders schlimm war es für ihn deshalb, als er 1999 aus gesundheitlichen Gründen pausieren musste. Zum Glück sprangen seine Frau und sein Sohn in die Bresche und kümmerten sich in dieser Zeit um die Tauben.
Heute besitzt Franz Förstel 120 Tiere. Am Effeltricher Brieftaubenverein schätzt er nicht zuletzt auch die Möglichkeit, sich mit Gleichgesinnten über auszutauschen. "Wenn das Reisejahr 2012 so erfolgreich für mich war, dann liegt dies auch an der Kameradschaft und Hilfsbereitschaft", sagt Förstel.

Auch deshalb schmerzt es ihn, dass "sich immer weniger für Brieftauben interessieren". Heute hat der Effeltricher Verein gerade noch 39 Mitglieder.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren