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Ebermannstadt
Musik

Ebermannstadter Band rockt in Schottland

Die Ebermannstadter Kapelle "Blechhulza" versetzt bei ihren Konzerten in Glasgow und Dundee die Zuschauer in Euphorie Wallung. Die Stimmung ähnelt der beim Oktoberfest.
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Mit Blasinstrumenten und einer Sängerin bringen die ""Blechhulza" viel Power auf die Bühne. Fotos: privat
Mit Blasinstrumenten und einer Sängerin bringen die ""Blechhulza" viel Power auf die Bühne. Fotos: privat
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Die Menschen im riesigen Zelt toben. Maßkrüge werden gestemmt, die Gäste tanzen vor Begeisterung auf dem Tisch und jubeln "Zicke zacke, zicke zacke". Doch pünktlich um 22 Uhr wird die Veranstaltung geschlossen, obwohl die Gäste "One more song, one more song!" rufen.

Oktoberfest ist angesagt - doch diesmal nicht in München, sondern im schottischen Glasgow. Und auf der Bühne stehen fränkische Musiker mit ihrer Sängerin: Die Band mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Namen "Blechhulza" ist auf Europa-Tournee gegangen. "Gut, ganz Europa war es nicht. Aber immerhin fünf Tage in Glasgow und fünf Tage in Dundee", berichtet Musiker Patrick Grellner.
Die Band hätte aber auch drei Monate unterwegs sein können. Das sei aber nicht machbar gewesen, da die Musiker alle arbeiten oder studieren.


Ein besonderes Erlebnis

"Das war für uns ein besonderes Erlebnis", erinnert sich Bandkollege Julian Vogel. Jeden Abend hätten sie sechs, am Samstag sogar zehn Stunden auf der Bühne gestanden. In den Pausen zwischen den Auftritten habe ein DJ aufgelegt. "Interessant war, dass die Gäste alles nachgemacht haben, was wir vorgeturnt haben", sagt Patrick.

So hätten sie sich auch während der Pausen vorn hingesetzt und zum Beispiel die "Makarena"-Choreografie vorgemacht. "Da waren etwa 3 000 Leute im Zelt. Die Stimmung war bombastisch", erinnert sich Musiker Maximilian Stern.

Der am Bodensee lebende Däne Carsten Raun hatte die Sonnen-Brauerei in Ebermannstadt gekauft und organisiert große Bierfeste mit Oktoberfest-Atmosphäre. Er hatte die "Blechhulza" angesprochen, ob sie nicht auf Tournee gehen möchten . "Und wir haben zugesagt" sagt Patrick. Und Julian ergänzt: "Das war eine schöne Zeit, vor zwei Wochen sind wir zurückgekommen. Wir hatten viel Spaß, konnten aber wenig von der Gegend anschauen. Nur einmal hat uns Hannes Böhlein genötigt ein Castle zu besuchen."


Jung und dynamisch

Die Tournee habe die Band zusammengeschweißt, glaubt Patrick: "Das fördert die Teambildung, wenn man eine Woche zusammen lebt. Nur die Biermarken gingen schnell aus." Hier in der Region wüssten sie, was sie bei Auftritten erwartet, anders war das aber in Schottland. Aber die Band aus Holz- und Blechinstrumenten sowie einer Sängerin kam mit ihren traditionellen Weisen und ihrem Mix aus Rock, Pop und aktuellen Stücken hervorragend an. "Wir sind jung dynamisch und einzigartig", philosophiert Patrick. Und später mal? "Da sind wir alt, dynamisch und nimmer so der Hit."

Die Musiker sind zwischen 20 und 24 Jahren alt und kommen aus der traditionellen Blasmusik. Kennengelernt hatten sie sich über ihren gemeinsamen Musiklehrer: Wojciech Grabietz. "Der Wojciech ist genial. Er hat uns motiviert und die ersten Jahre auch gecoacht", erzählt Patrick. Sie haben auch in der Bigband des Gymnasiums Fränkische Schweiz und anderen Musikvereinen gespielt. Sie lieben die Musik und würden auch aus Freude daran auftreten, erklärt Julian: "Jeder kann Vorschläge machen oder mitentscheiden. Bei Unstimmigkeiten muss aber der Patrick entscheiden. Er ist auch Gründungsmitglied."

Vor acht Jahren wollte der damals 16-jährige Patrick Grellner eigentlich nur ein "Späßle" machen und hatte erzählt, er würde eine Band gründen. Der mittlerweile verstorbene Tobias Wiegärtner hatte sich darum bemüht, dass die Band wirklich gegründet wurde. Nach einer eskalierten Hausparty brachten die Jungs ihren Klarinettisten heim und beschlossen dabei den Namen: Blech- und Holzinstrumente ergab Blechhulza. Sie spielen das, was sie selbst gern hören. Und sie spielen überall, egal, ob öffentliche oder private Veranstaltung.

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