Die Unruhen in Ägypten bestimmen die Nachrichten. Mittendrin ist die ehemalige Pastoralreferentin aus Ebermannstadt, Andrea Friedrich. Die 39-Jährige war während ihres Sabbatjahres in der Zeit von September bis Dezember 2011 in Ägypten unterwegs.
"Es war eine sehr angespannte Situation dort. Ich konnte nicht großartig auf die Straßen gehen und konzentrierte mich daher voll auf mein Sprachstudium," erzählt Andrea Friedrich, die eine Leidenschaft für Fremdsprachen hat. Neben Französisch und Spanisch lernt sie nun auch die arabische Sprache.
Bei einem Sabbatjahr haben Arbeitnehmer, insbesondere Beamte, die Möglichkeit auf eine Freistellung von maximal einem Jahr. Können aber nach dem Jahr wieder an ihre alte Arbeitsstelle zurückkehren.
Im Fall von Andrea Friedrich hatte sie sich eine Zeitspanne von acht Jahren gesetzt, bevor sie das Sabbatjahr begann. In diesen acht Jahren hat sie auf einen festgelegten Prozentsatz ihres Gehaltes verzichtet. Im Gegenzug bekam sie ein freies Jahr und erhielt weiterhin ihr Gehalt. "Es ist eine Art Solidaritätsmaßnahme".

Bolivien als neue Heimat?


Der Senegal war ihre erste Station. In den Monaten von März bis Juni besuchte sie den westafrikanischen Staat. "Ich hab' die Zeit im Senegal genutzt, um neue Kontakte zu knüpfen. Außerdem wollte ich die Frauenarbeit genauer beobachten," erzählt Friedrich.
Vor allem das Weltkirchliche interessiert sie. "Wie andere Kulturen leben und sich zu ihrem Glauben bekennen. Jede Kultur ist auf ihre eigene Art und Weise faszinierend," fügt sie hinzu.
Den südamerikanischen Staat Bolivien bereiste Friedrich in den Monaten von Juli bis September: "Dabei wollte ich mehr in die Tiefe gehen als in die Breite.Ich nahm mir vor, bolivianische Kinder zu unterrichten," sagt Friedrich. Das südamerikanische Land Bolivien reizt Andrea Friedrich schon sehr zu der Überlegung, eines Tages einmal dorthin auszuwandern. "Es ist ein beeindruckendes Land, vor allem die Schönheit. Neben Haiti ist es das ärmste Land Amerikas und die Kirche versucht alles, um den Menschen mehr Selbstbewusstsein zu geben".
Nach ihrem Sabbatjahr hat sie ihre Arbeit als Pastoralreferentin in Priesendorf wieder aufgenommen. Andrea Friedrich schließt nicht aus, noch einmal ein Sabbatjahr in Anspruch zu nehmen. "Mich interessieren alle Länder."
Der Vortrag, den Andrea Friedrich halten wird, handelt von dem Thema "Ein Jahr - drei Länder - ein interkultureller Vergleich”. Dabei berichtet sie von ihren Erlebnissen aus dem Senegal, Bolivien, Ägypten und zeigt Unterschiede zwischen Reichtum und Armut, der Millionstadt Kairo und Dörfern in Bolivien. Wie leben die Menschen dort, wie sieht es mit der Religion aus? All das präsentiert Andrea Friedrich in ihrem Vortrag am Donnerstag, 26. Januar, um 20 Uhr im Ebermannstadter Resengörg-Saal, Hauptstraße 36. Der Eintritt ist frei.