Neunkirchen
Wahlkampf

Drei Bewerber sind einer Meinung

Bei einer Podiumsdiskussion geht es in Neunkirchen unter anderem um den Schutz vor Hochwasser und der Zukunft des Jugendtreffs. Die Absichten und Pläne der Kandidaten unterscheiden sich dabei nur unwesentlich.
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Heinz Richter, Andreas Pfister und Martin Mehl (v.l.) wollen in den kommenden Jahren die Geschicke Neunkirchens als Bürgermeister beeinflussen. Foto: fra-press
Heinz Richter, Andreas Pfister und Martin Mehl (v.l.) wollen in den kommenden Jahren die Geschicke Neunkirchens als Bürgermeister beeinflussen. Foto: fra-press
von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Frank

Neunkirchen — In zwei Tagen können die Neunkirchner darüber bestimmen, wer in den kommenden sechs Jahren in ihrem Rathaus sitzen soll. Der amtierende Bürgermeister Heinz Richter (FWG) bewirbt sich um eine zweite Legislaturperiode. Zweiter Bürgermeister Martin Mehl (CSU) und SPD-Marktgemeinderat Andreas Pfister wollen dies verhindern und selbst auf den Chefsessel.
Bei einer von der Kolpingsfamilie St. Josef veranstalteten Podiumsdiskussion stellten sich die drei Kandidaten einen Abend lang unter dem Motto "WählBar 2014" den Fragen des Moderators Steffen Düll. Düll ist Jugendbildungsreferent des Kolping Diözesanverbands Bamberg.


Schäden in der Natur

Wer unter den Zuhörern gehofft hatte, die eine oder andere überraschende Aussage oder gar ein konkretes Wahlprogramm zu hören, wurde allerdings enttäuscht. Stattdessen glichen sich die Aussagen und Absichten zu den lokalen Themen in der Gemeinde weitgehend.
So auch, als das Gespräch auf die geplante, von vielen Bürgern herbeigesehnte, von einigen aber auch abgelehnte Westumgehung kam. Diese soll die Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2243 weitgehend vom Schwerlastverkehr befreien und die Unannehmlichkeiten für die Anwohner der Friedhofstraße auf ein erträgliches Maß reduzieren. Zwar machte Mehl deutlich, dass die Umgehungstraße die Neunkirchner Bürger spalte und auch zu irreparablen Schäden an der Natur führen werde.

Plädoyer für Umgehung

Auf der anderen Seite sei die Vorfinanzierung des Planfeststellungsverfahrens durch einen Bürgerentscheid entschieden worden. Mehl betonte aber auch die Dringlichkeit, die Friedhofstraße unabhängig von einer möglichen Westumgehung sicherer zu machen und auch die Kreuzung "Erlanger Straße/Henkersteg/Zu den Heuwiesen" durch einen Kreisverkehr wirksam zu entschärfen.
Dagegen bekannte sich Bürgermeister Richter nach wie vor voll und ganz zu der Westumgehung. Er will alles daran setzen, möglichst zu einem Planfeststellungsverfahren zu gelangen und bald schon in die Dringlichkeitsstufe 1 des Regionalen Straßenausbauplans zu kommen.
Pfister warnt seinerseits vor einer Umsetzung der Maßnahme in der Friedhofstraße in Verbindung mit einem Innerortskonzept. Erst müsse nach dem Planfeststellungsverfahren sicher sein, dass eine Westumgehung überhaupt realisiert wird.
Jetzt die Verkehrssicherheitsmaßnahmen durchführen und die Anwohner mit den anteiligen Kosten belasten, nur um dann noch einmal umbauen zu müssen - das werde es mit der SPD nicht geben. Dringenden Handlungsbedarf sieht Pfister zudem bei der Umsetzung eines Hochwasserschutzkonzepts in Neunkirchen, um künftig die immer wieder auftretende Überflutung des Innerorts, des Grundschulbereiches und der Brandbachauen wenn nicht vermindern, dann zumindest abmildern zu können.
Bürgermeister Richter setzt bei der Hochwasserproblematik vor allem auf Sofortmaßnahmen: beispielsweise Hochwasserschotten an gefährdeten Gebäuden wie der Grundschule und dem evangelischen Kindergarten. Oder das Ausbaggern des Bachbetts nach den Vorgaben eines Flussbaumeisters. Gleichzeitig möchte Richter die Neunkirchner zu mehr Eigenschutzmaßnahmen anhalten.

Unterstützung für die Jungen

CSU-Kandidat Mehl (CSU) vertraut zur Vermeidung künftiger Hochwasserschäden auf ein effektives Hochwasserschutzkonzept. Dieses möchte er zeitnah umsetzen. Dabei könnte seinen Vorstellungen nach die Ausweisung von Retentionsflächen und Feuchtgebiete auch einer erhöhten Artenvielfalt bei Flora und Fauna zugutekommen.
Mehl kritisierte in diesem Zusammenhang allerdings, dass man jetzt erst im Markt gezielt aktiv werde.
Als ein weiteres Hauptthema wurden die drei Bewerber noch mit der Jugendproblematik konfrontiert, die sich unlängst durch die Schließung der Jugendtreff-Container an den Heuwiesen aus brandschutztechnischen Gründen verschärft hatte.
Bürgermeister Richter berichtete in diesem Zusammenhang von einem Krisengespräch mit Jugendpfleger Michael Mosch, Kreisjugendring, Polizei und Jugendamt. Ziel sei aller sei es in diesem Zusammenhang, den Treff so schnell wie möglich wieder zu eröffnen. In den kommenden drei Jahren soll nun zunächst ein Jugendtreff im Haus Jakobus eröffnen.
Pfister teilt die Forderung nach einer schnellen Wiedereröffnung. Nur so könne verhindert werden, dass Jugendliche in andere Gemeinden abwandern. Pfister möchte zudem gern einen zweiten Jugendpfleger einstellen.
Martin Mehl sprach sich seinerseits ebenfalls eindringlich für den Bau eines Jugend- und Vereinshauses aus, wo auch die Offene Jugendarbeit einen Platz hat.

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