Dormitz
Verkehr

Dormitzer protestieren mit den Füßen

Die Bürgerinitiative "Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal" führt Interessierten bei einem Spaziergang die möglichen Folgen der Umgehungsstraße von Dormitz vor Augen.
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150 Interessierte machten sich laut Veranstalter auf den Weg.Foto: p
150 Interessierte machten sich laut Veranstalter auf den Weg.Foto: p
Hinterher sind die Veranstalter schlichtweg begeistert: "Dass so viele Dormitzer unserer Einladung zur Trassenbegehung folgen würden, habe ich nicht gedacht", sagt Karin Weber, die ehemalige Gemeinderätin aus Dormitz. Annähernd 150 Menschen drängten sich laut einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative "Umweltverträgliche Mobilität im Schwabachtal" auf dem Feldweg, der die beiden Orte Dormitz und Weiher verbindet, aber der geplanten Umgehungsstraße nordwestlich von Dormitz zum Opfer fallen würde.

Buckenhof habe es vorgemacht, dass es ohne Umgehung Verbesserungen geben könne: etwa durch den "Flüsterasphalt" und verkehrsverlangsamende Maßnahmen. Dies und vor allem ein attraktiver Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) seien geeignet, die Ortsdurchfahrt von Dormitz zu entlasten. Gemeinsam mit Bernhard Birnfeld vom Bund Naturschutz (BN) blickten die Teilnehmer auf die rot-weißen Bänder, die die zukünftige Straße markieren.

Der Blick ging bergab zum zukünftigen Süd-Kreisel, der durch ein 3,30 Meter hohes Holzbauwerk simuliert wurde. Birnfeld zeigte auf den Holz-Kreisel: "Von dort sollen Autos und Lkws auf einem vier Meter hohen Damm Richtung Berg fahren." Esther Schuck von der BI Schwabachtal verweist auf die bereits gebaute Umgehung Heroldsberg. "Trotz Umgehung fahren immer noch viele Autos durch den Ort und ich fürchte, dass es hier in Dormitz ähnlich sein wird. Dormitz hat dann nichts gewonnen, aber viel verloren", ist sie überzeugt.

Weitere Belastungen

Auf die Anlieger der Ortsstraße würden nach dem Bau der Umfahrung weitere Belastungen zukommen.
Sie würden entweder weiterhin mit Ziel-, Quell- und Durchgangsverkehr an einer nicht verkehrsberuhigten Ortsstraße leben oder die Straße werde verkehrsberuhigt und die Rückbaukosten würden umgelegt. Die Bürgermeister aus Buckenhof, Spardorf und Uttenreuth machten laut Pressemitteilung durch ihre Anwesenheit deutlich, dass sie sich für ein gemeinsames Verkehrskonzept und langfristig für die Stadt-Umland-Bahn einsetzen wollen.

Georg Förster (FW), Bürgermeister von Buckenhof und Vorsitzender des Abwasserzweckverbandes, macht zudem darauf aufmerksam, dass durch den Bau der Umfahrung Folgekosten auf Dormitz und Uttenreuth zukommen werden. Denn das Abwassersystem werde nicht ausreichen.

Bernhard Kreissl, Sprecher der Interessensgemeinschaft "Landwirte gegen die Umgehung", vermisst vom Bauamt den Blick über Landkreisgrenzen. Seiner Meinung nach könnte eine bessere Nutzung der Mühlenstraße südlich von Dormitz und eine Vorfahrtsänderung am zukünftigen Süd-Kreisel Abhilfe schaffen. red



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