Behringersmühle
Bürgerversammlung

Die Wildcamper entwickeln sich zu einer Plage

Der Wanderparkplatz wird von zurückgelassenem Müll verschandelt. Das ärgert die Behringersmühler.
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Das Umfeld des Wanderparkplatzs in Behringersmühle wird von Wildcampern zweckentfremdet.Foto: Thomas Weichert; Montage: Beetz
Das Umfeld des Wanderparkplatzs in Behringersmühle wird von Wildcampern zweckentfremdet.Foto: Thomas Weichert; Montage: Beetz
Wird der Wanderparkplatz am Heuberg in Behringersmühle als wilder Campingplatz missbraucht? Darüber wurde während der Bürgerversammlung heftig debattiert, als Mirko Wolf ein Verbotsschild gegen wildes Camping forderte. Bürgermeister Georg Lang (CSU) hält aber nicht sehr viel von diesen Schildern.

Drei Wochen lang bekam Wolf nach eigenen Aussagen von der Marktverwaltung und dem Bürgermeister keine Antwort auf ein E-Mail, in dem Wolf sich über die Zustände am Wanderparkplatz vor den Tennisanlagen beschwert hatte. Im Schnitt pro Monat zählte Wolf drei Campingbusse, deren Besitzer und Mitfahrer sich auf dem Wanderparkplatz häuslich eingerichtet und dort auch übernachtet hätten.

Da werde sogar die Anlie gerstraße zum Heuberg zugeparkt, dass Bewohner dort mit ihren Fahrzeugen nicht mehr zu ihren Anwesen durchkommen.
Zudem werde massenweise Müll abgelagert, das Handbecken der Kneippanlage als Geschirrwaschbecken missbraucht und der Platz hinter den Wertstoffcontainern als Toilette verunstaltet. Wolf forderte daher Verbotsschilder für Camper dort.
"Ich habe so meine Zweifel, wie wirksam solche Schilder sind", entgegnete Lang und verwies auf Gößweinstein. Dort werde auch direkt unter Halteverbotsschildern geparkt.

Vorwurf der Ignoranz

"Das ist hier jeden Samstag dasselbe. Tritt ein Notfall ein, brauchen wir für den Heuberg einen Rettungshubschrauber, weil der Krankenwagen nicht durchkommt", konterte Wolf. Er warf dem Bürgermeister vor: "Das grenzt schon an Ignoranz, wie Sie mit den Anliegen aus Behringersmühle umgehen."

Marktgeschäftsleiter Paul Sponsel verwies darauf, dass die Gemeindeverwaltung keine Handhabe dagegen habe. Denn es sei nicht verboten, dass auf den Parkplatz jemand seinen Wohnwagen abstellt. Allerdings habe man wegen des wilden Campings die Polizei informiert.

"Ich verstehe Ihre Argumentation nicht, gar keine Schilder aufzustellen, denn das ist kein Einzellfall gewesen", ließ Wolf nicht locker.

"Was am Tennisplatz stattfindet, hat für den Tourismus in Behringersmühle null Wert", so auch Herbert Brendel. "Die verrichten ihr Geschäft hinter den Glascontainern, die als Sichtschutz für die wilde Toilette dienen, lassen ihren Müll da, übernachten in der Hütte der Kneippanlage und waschen ihr Geschirr im Armbadebecken der Kneippanlage", sagte Brendel. Dort sei richtiger Campingtourismus entstanden, so Brendel weiter.

Dietmar Winkler verwies schließlich darauf, dass man das Problem mit dem wilden Campen in Leutzdorf am Kulm auch gelöst habe.

Davon wusste jedoch Lang nichts. Lang sagte einen Ortstermin mit den Behringersmühlern zu, um sich die Sache selbst anzusehen. Auch ein Verbotsschild stellte er schließlich in Aussicht.

Hubertus Förtsch monierte dazu noch, das die Kletterer direkt unter die Kletterfelsen fahren "und am liebsten noch aus dem Auto durch das Schiebedach in den Felsen einklettern". Lang nahm das humorvoll und meinte, dass die Behringersmühler mit dem "Drive-In-Klettern" ein Alleinstellungsmerkmal sondergleichen hätten.
"Wenn das Feuerwehrhaus dort erst steht, kommt sowieso ein Schild hin mit der Aufschrift ,Feuerwehrzufahrt freihalten', und schon ist das Problem gelöst", meinte Josef Grillenberger.

Carola Kuhn beantragte, dass die Mitarbeiter des Gemeindebauhofs die Blumenkübel am Forellendenkmal gießen und die Booteinstiegsstelle mähen. Außerdem beantragte sie, dass man die Straßenbeleuchtung früh um fünf Uhr ausschalte. Denn es sei "ein Witz, wenn die Beleuchtung brennt, wenn es hell ist; jedoch nachts - wenn es dunkel ist - nicht. Ferner beantragte sie, den Zaun der Kläranlage als Sichtschutz für die Wanderer zu bepflanzen.
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