Forchheim

Die Stadt arbeitet an ihrem Takt

Die jährlich 700.000 Bus-Fahrgäste in Forchheim sollen ein besseres Angebot erhalten. Daher kündigt die Stadt den Vertrag mit dem Landkreis.
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Rund 2000 Forchheimer nutzen täglich den Bus. Demnächst dürfen sie mit einem besseren, als den im Zentrum üblichen 30-Minuten-Takt rechnen. Foto: Ekkehard Roepert
Rund 2000 Forchheimer nutzen täglich den Bus. Demnächst dürfen sie mit einem besseren, als den im Zentrum üblichen 30-Minuten-Takt rechnen. Foto: Ekkehard Roepert
Kündigen und neu verhandeln. Auf diese Vorgehensweise einigten sich die Stadträte im Finanzausschuss. Die Finanzierung des Busverkehrs in der Großen Kreisstadt soll neu gestaltet werden. Idealerweise strebt Roland Brütting (Chef im Forchheimer Verkehrsamt) bei den Verhandlungen mit dem Landkreis Forchheim an, dass die Stadt weniger ausgibt und dafür die Angebote im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verbessert.

Ein Vertrag aus dem Jahr 2013 regelt die Finanzierung der Buslinien. Damals wurde vereinbart, dass sich die Stadt mit 25 Prozent an den Mehrkosten für einen verbesserten ÖPNV im Stadtgebiet beteiligt. Dieser Vertrag läuft Ende 2018 aus und verlängert sich, wenn nicht gekündigt wird, um ein weiteres Jahr.


Fehlende Abrechnungen

Die Kündigung regte Roland Brütting im Finanzausschuss an, weil dadurch auch Altlasten aufgearbeitet würden. So gibt es beispielsweise die Vereinbarung, dass die Stadt jährlich eine Abschlagszahlung leistet und der Landkreis das vorherige Geschäftsjahr abrechnet. Doch zuletzt wurde eine Abrechnung im Jahr 2009 vorgelegt. Die Schuld dafür liege zwar nicht beim Landkreis, sondern beim Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN),

meinte Roland Brütting, doch könnte ein neuer Vertrag sicherstellen, dass künftig immer im Folgejahr abgerechnet werde - unabhängig vom VGN. Vor allem soll auch die Qualität des Angebotes steigen. 120 000 Euro blättert die Stadt Forchheim bislang hin, um den jährlich rund 700 000 Bus-Gästen einen 30-Minuten-Takt im Stadtgebiet anbieten zu können. Wobei vereinbart war, auf manchen Linien einen 15- bis 20-Minuten-Takt anzustreben, was bislang nirgends umgesetzt wurde.

Der FW-Stadtrat Ludwig Preusch untermauerte die Aussage von Roland Brütting, dass die "Legende von den Geisterbussen" überhaupt keine Berechtigung habe. Im Gegenteil: Auf vielen Linien seien die Busse derart voll, dass längst ein 20-Minuten-Takt fällig wäre.

Auch Annette Prechtel (Grüne) nahm Brüttings Vorschlag der Vertragskündigung dankbar auf: Der Begriff "Angebotsverbesserung" sei das entscheidende Stichwort für die anstehende Vertragsverhandlung. "Der Takt muss deutlich verbessert werden", forderte die FGL-Stadträtin. In Forchheim sei der Bus gerade für die älteren Menschen ein unabdingbares Verkehrsmittel.

Roland Brütting analysierte: Teilweise sei auch die im Vertrag mit dem Landkreis benutzte Begrifflichkeit fragwürdig; etwa die Trennung der Stadtteile von der "Zentralstadt". In den Stadtteilen werde ein 30-Minuten-Takt angeboten. Der verfehle aber beispielsweise in Kersbach in der Hauptverkehrszeit den Richtwert von 20 Minuten.

Brütting hofft, im neuen Vertrag die Beteiligung der Stadt so zu gestalten, dass für manche Fahrgäste sogar ein Reduzierung des Fahrpreises herausspringt, weil Zuschüsse in Richtung von Mobi-Card-Nutzern fließen könnten.

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