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Forchheim
Tour

Die Roten radeln durch Forchheim

Genosse Rinderspacher ärgert sich über die "Bevormundung" und wirbt für die "Kraft aus den Regionen".
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Genossen auf Tour durch Forchheim (v.l.): Anita Kern, MdL Markus Rinderspacher, Sigrid Wagner Reiner Büttner, Reiner Kurzmann und MdL Christoph Rabenstein.  Foto: Ekkehard Roepert
Genossen auf Tour durch Forchheim (v.l.): Anita Kern, MdL Markus Rinderspacher, Sigrid Wagner Reiner Büttner, Reiner Kurzmann und MdL Christoph Rabenstein. Foto: Ekkehard Roepert
Jeden Sommer schwingt sich Markus Rinderspacher (46) in den Sattel und tourt durch den Freistaat, den er nicht für frei genug hält. Der SPD-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag ist der Meinung, dass die bayerischen Bürger in einem "zentralistisch aufgestellten" Staat leben. "Weniger Bevormundung wünscht sich Rinderspacher und setzt sich für die "Freiheit der Kommunen" ein.


5000 Kilometer

Seine Touren als "roter Radler" hat er 2010 begonnen. Rund 5000 Kilometer kamen seitdem zusammen. Die Forchheim-Tour beschränkte sich - aus Zeitmangel - allerdings auf wenige Kilometer im Stadtgebiet. Menschlichkeit und Moderne, das seien die beiden Standbeine der SPD. In Forchheim habe er sich auf den Aspekt "Moderne" konzentriert, sagt Rinderspacher.
Er besuche zwei innovative Firmen, "die für Aufbruch stehen" - die Werbeagentur Claudius Bähr+friends und die Radhersteller von yt-industries.
Flankiert wird er bei seinem roten Radausflug an die Regnitz von Vertretern der Orts- und der Kreis-SPD. Reiner Büttner, der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, informiert den Genossen aus München über die Arbeit des neuen OB Uwe Kirschstein. "Er füllte sein Amt von Anfang an mit Souveränität aus", sagt Büttner. Von der Opposition werde Kirschstein fair behandelt. Und er habe den Eindruck, betont Reiner Büttner, "dass im Stadtrat eine neue Freude an der Diskussion eingekehrt ist". Natürlich habe er von München aus nicht die Gelegenheit, die politische Arbeit der bayerischen SPD-Kollegen in den 71 Landkreisen und 25 kreisfreien Städten zu beobachten, sagt Markus Rinderspacher. Nach Forchheim kommen wollte er auch, "weil es mir ein großes Bedürfnis" ist, Uwe Kirschstein persönlich zu gratulieren." Was ihm so zu Ohren gekommen sei, behauptet sich Kirschstein sehr gut. "Ich kenne Kommunen, da wird gegen neue Oberbürgermeister nach allen Regeln der Kunst geballert."


Schluss mit dem Bittstellerei

In Gesprächen mit Politikern, Unternehmern und Bürgern auf der Straße kreist Markus Rinderspacher immer wieder um sein Hauptanliegen: Die "Bittstellerei" müsse ein Ende haben. Die Kommunen müssten, einen viel höheren Anteil am allgemeinen Steueraufkommen erhalten, meint Markus Rinderspacher. Diese Verbund-Quote liege derzeit bei 12,7 Prozent. Die Bayern-SPD plädiere für 15 Prozent, das wären 700 Millionen Euro mehr für die Kommunen. In Baden-Württemberg liege diese Quote bei 23 Prozent. "Das merkt man auch beim Fahrradfahren", sagt der Chef der Bayern-SPD: "Vergleichbare Radwege, die bei uns Feldwege sind, werden in Baden-Württemberg asphaltiert." Die Kommunen dort seien reicher und selbstständiger.
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