Reifenberg

Die Reifenberger sind rot-weiß im Herzen

Auch Deutschlands erfolgreichster Verein braucht die Unterstützung seiner Fans. Eine Gruppe aus Reifenberg tut seit über 20 Jahren beinahe alles für den FC Bayern München.
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Katrin Saffer und Yvonne Kemmerth wollen ihre Manschaft unterstützen. Fotos: privat
Katrin Saffer und Yvonne Kemmerth wollen ihre Manschaft unterstützen. Fotos: privat
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Im Lexikon wird ein Fan als jemand beschrieben, der sich sehr für etwas begeistert. Solche Fans hat auch der Verein "Rot-weiße Franken Reifenberg", denn diese begeistern sich für den FC Bayern München. "Wir sind aber keine Erfolgsfans, sondern echte Fans, die ihren Verein auch in schweren Zeiten unterstützen", erklärt die Vorsitzende des Fanclubs, Yvonne Kemmerth.

Sie hat selbst einmal aktiv Fußball gespielt und war neun Jahre alt, als sie 1994 am Fußballplatz davon hörte, dass im Reifenberger Feuerwehrhaus ein offizieller Fußballclub des FC Bayern gegründet werden soll. "Ich war ganz aufgeregt und meine Schrift war bei der Unterschrift ganz krakelig", erinnert sie sich.

Der harte Kern

Viele Reifenberger waren bereits in den 60er-Jahren zu den Bayern-Spielen gefahren, sodass es im Ort eine große Fangemeinde gab.
In den 80er-Jahren hatten die Fans dann begonnen, sich zu organisieren.
"Als der Josef Wiemann und ich von einem Auswärtsspiel in Frankfurt zurückgefahren sind, haben wir endgültig beschlossen einen Fanclub zu gründen", erinnert sich Matthias Sitter. "Unser harter Kern besteht aus 15 Mitgliedern, die Dauerkarten haben", sagt die Vorsitzende.

Für Auswärtsspiele an Karten zu kommen, sei ausgesprochen schwer: "Da gibt es halt die vielen Erfolgsfans, die es uns echten Fans schwer machen", sagt auch erzählt Andreas Wischnewski. "Aber einer von uns ist immer dabei", ergänzt Matthias Sitter. "Und unsere Reiselust ist ungebrochen", sagt Max Riedelberger. Sie alle finden es cool, wenn man ihre Fahne im Stadion sieht - in London im Wembley-Stadion oder auch im marokkanischen Agadir. "Wir wollen die Spieler aktiv unterstützen, auf Stehplätzen, mit unseren Stimmen und unseren zwei gesunden Händen - mehr braucht ein Fan nicht", erklärt Max Riedelberger. Ihr Engagement für den FC Bayern hat den rot-weißen Franken schon einmal stehenden Applaus der anderen Fans gebracht. Zudem sind sie im Internet bereits als beste Fans gelobt worden.

Auf ihren Reisen schauen sie sich allerdings nicht nur in den Stadien um, sondern auch in den jeweiligen Städten. Die Reifenberger lieben es, auf ihren Reisen mit Menschen und fremden Kulturen in Kontakt zu kommen. "Wir sind für einen Verein und nicht gegen einen anderen", erklärt Matthias Sitter das Verhältnis zu den Fans anderer Clubs.

Soziale Verpflichtung

Ihr Fanclub ist für die Reifenberger wie eine große Familie. Eine, mit der man viel Zeit verbringt, bei der man auch im Auto nebeneinander schläft, viel miteinander lacht und mit der man vor allem viele schöne Momente erlebt.
Doch nicht nur die Fußballspieler sollen unterstützt werden. "Der FC Bayern gibt uns quasi eine Verpflichtung vor: Wenn es einem gut geht, soll man soziale Verantwortung für andere übernehmen", sagt Kemmerth. Das bedeutet, dass sie Einnahmen ihrerseits spenden.
Für den Fanclub ist der Verein unglaublich wichtig, doch wie sieht es umgekehrt aus? Raimond Aumann war früher Nationaltorhüter und Kapitän des FC Bayern München. Heute ist er dort Direktor für Fan- und Fanclubbetreuung. "Ich freue ich mich, dass der FC Bayern von Fanclubs wie den Reifenbergern unterstützt wird."
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