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Ebermannstadt
Event

Die Ramstertalbrücke wird bunt

Graffiti-Künstler und Designer aus der Region gestalten beim "Kreativ-Mob" die Straßenunterführung am nördlichen Ende von Ebermannstadt.
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Manuel Dietsch hatte die Idee, die Ramstertalbrücke in ein Kustobjekt zu verwandeln.  Foto: Josef Hofbauer
Manuel Dietsch hatte die Idee, die Ramstertalbrücke in ein Kustobjekt zu verwandeln. Foto: Josef Hofbauer
Die Idee hatte Manuel Dietsch. Dem Grafiker aus Unterleinleiter war das Grau der Ramstertalbrücke schon lange ein Dorn im Auge. "Viel schöner wäre es, wenn sie bunt bemalt wäre", überlegte der gelernte Schreiner, der nach einem Grafik-Studium in Diensten von Adidas steht. Er überlegte sich ein Konzept, das er im Januar der Verwaltung der Stadt Ebermannstadt vorstellte. "Wir waren spontan begeistert", erklärt Andreas Kirchner, der die Fäden mit in die Hand genommen und das erste Graffiti- und Kunstfestival von 16. bis 18. Juni organisiert hat.
Zehn Grafiker aus Franken werden die 300 Quadratmeter Fläche der Ramstertalbrücke künstlerisch gestalten. "Die Genehmigung des Straßenbauamtes kam schneller als gedacht", freuen sich die Projektleiter Andreas Kirchner und Manuel Dietsch. "Das war völlig problemlos." Einzige Bedingung: Der Zustand des 1989 eingeweihten Bauwerkes sollte vor- und nachher dokumentiert werden.


Ein Ringer an der Wand

Damit sich das künftige Gesamtkunstwerk harmonisch in das Umfeld einfügt, haben sich die Designer auf das übergreifende Thema "Natur" geeinigt. Dafür wurden alle Flächen, die bemalt werden sollen, erst einmal "blaßgrün" gestrichen. Darauf sprühen die Künstler ihre Werke.
Angefangen hat Murat Basak, der mit seinem Bild "Mother Tree" dem Baum ein Gesicht gegeben hat. Gegenüber hat Manuel Dietsch einen riesigen Sumo-Ringer an die Wand gezaubert, der gegen die Macht der Wellen kämpft. Der Nürnberger Julian Vogel, der Graffiti für den Frieden sprüht und "Friedenswände", so genannte "World Teace Walls" im Irak, auf Hawaii, in Rumänien, Marokko, Peru, Uganda, Jamaica, Indien und der Türkei bemalt hat will sich ebenfalls an der Ramstertalbrücke verewigen. Seine Idee: Auf die Wandfläche unmittelbar neben der Wiesent will er ein Gesicht sprühen, das sich im Wasser spiegelt. Dazu in Spiegelschrift die Botschaft: "Water is life", die auf dem Wasser zu lesen sein wird.
Zu den Künstlern zählt auch der Nürnberger Grafiker und Illustrator Bastian Lohmaier, der Figuren und Cartoons vermischt und die Wandfläche mit krakenartigen Comic-Figuren bereichern will. Der in Ansbach geborene Carlos Lorente, alias "Kid Crow" findet immer wieder neue Möglichkeiten, seinen Künstlernamen möglichst kunst- und fantasievoll auf einer Wand zu platzieren.
Freude an Buchstaben hat auch die Nürnbergerin Hannah Rabenstein. Sie will die Ramstertalbrücke mit Schrift-Design verschönern. Chris Krieger von der Nürnberger Design-Agentur "Tribegas" gestaltet mit Apraydosen Markern, Airbrush und Pinsel Autos ebenso individuell wie Leinwände, Häuser oder alle anderen großen Flächen. Sven Küstner mit dem Künstlernamen "Haks One" ist ebenso mit von der Partie wie das 3-D-Fotorealisitik-Genie Heiner Kies. Seine Tiere, die er an die Wand zaubert, erwecken den Anschein, als würden sie jeden Moment lebendig werden.
360 Spraydosen stehen für das Mega-Event am kommenden Wochenende in Ebermannstadt bereit. "Spezialfarbe, nichts aus dem Baumarkt", versichert Manuel Dietsch. Er verrät: "Die Künstler freuen sich auf ihren Auftritt." Und: Alle seien beeindruckt, von der Art, wie das ausschließlich von Sponsoren getragene Projekt von der Stadt und den Bürgern ideell unterstützt werde.
Andreas Kirchner spricht von einer Win-win-Situation. Die Wertsteigerung der Infrastuktur sei verbunden mit einem Kunsterlebnis im öffentlichen Raum. So habe die bemalte Ramstertalbrücke das Zeug, zu einem Touristen-Magneten zu werden. Eröffnet wird das Kunstobjekt am Sonntag, 18. Juni.

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