Pretzfeld

Die Pumpen bereiten Pretzfeld Sorgen

Die Wasserversorgung im Pretzfelder Ortsteil Wannbach im Allgemeinen und das alte Überhebepumpwerk im Besonderen beschäftigte die Pretzfelder Gemeinderäte.
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Die Überhebepumpen im Kellergeschoss des Wannbacher Pumpenhauses Foto: Carmen Schwind
Die Überhebepumpen im Kellergeschoss des Wannbacher Pumpenhauses Foto: Carmen Schwind
"Unser Wasser ist seit Jahren in Ordnung", sagte Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökologen) in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats Pretzfeld. Sechs Jahre zuvor habe es aber einmal Probleme gegeben. "Da haben wir die Bevölkerung sofort informiert und leicht gechlort. Seitdem haben wir bei den jährlichen Überprüfungen immer sehr gute Werte", ergänzte die Bürgermeisterin.

Die Wasserversorgung in Wannbach im Allgemeinen und das alte Überhebepumpwerk im Besonderen waren weitere Themen des Abends. Hierzu war Wolfgang Fuchs vom Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg eingeladen worden. Er erklärte den Räten, dass es bei Wannbach zwei Quellen gibt, deren Wasser dann im freien Fall in ein Becken läuft. Danach werde es mit Hilfe zweier Pumpen, die in einem Pumpenhaus untergebracht sind, in den nahegelegenen Hochbehälter transportiert. Dieser versorgt Wannbach mit Wasser. "Man kann Rostablagerungen an den Pumpen erkennen. Das ist ein Zeichen, dass die Dichtungen defekt sein können", sagte der Ingenieur.


"Komplexe Zusammenhänge"

Außerdem zeigte Fuchs anhand einer Grafik auf, dass dieses System an das Wassersystem von Lützelsdorf, Ober- und Unterzaunsbach angeschlossen ist. "Und da gibt es komplexe Zusammenhänge", merkte Fuchs an.
Ein Problem seien die Hochbehälter. "Ich dachte, die sind auf gleicher Höhe? So hatte man uns das jedenfalls erzählt", warf Heinrich Wölfel (WGO) ein. Fuchs antwortete, dass dem nicht so sei. Deshalb werde wohl der Hochbehälter in Lützelsdorf nur 75 Prozent gefüllt. Weiter erklärte der Ingenieur, dass die Wasserversorgung auch direkt über die Leitungen erfolgen könne. "Das System ist in sich schlüssig, aber komplex", fasste der Referent zusammen.

Er schlug vor, dass man ermitteln solle, wie groß der Wasserbedarf ist und wie viel Wasser aus den Quellen kommt. Allerdings gebe es das Problem, dass die Leitung, die von den Quellen wegführt, nicht das komplette Wasser aufnehmen kann. Hier gebe es einen Wasserverlust.

Hans-Jürgen Müller (SPD/Ökologen) fragte nach der Fördermenge. Fuchs informierte, dass etwa vier Liter in der Sekunde Wasser aus den Quellen fließen, aber nur etwa zwei Liter durch die Leitungen gehen. Renate Hofmann (WIR) wunderte sich über eine UV-Anlage. "Die brauchen sie aktuell nicht, aber ich würde sie schon mal einplanen, falls einmal Keime auftreten sollten", empfahl Fuchs. Karl-Ludwig Grodd (WPA) wollte ihrerseits nicht glauben, dass es einen Höhenunterschied zwischen den Hochbehältern gibt und ärgerte sich, dass wohl seit Jahren schon der eine Hochbehälter nicht komplett gefüllt wird: "Da sollten wir den Schieber zumachen und schauen, ob er dann voll wird." Fuchs schlug vor, dass man auf die alten Pumpen verzichte und Unterwasserpumpen anschaffe, die jedoch vor dem Pumpenhaus in einem Wasserbecken angebracht werden.

Damit könne mehr Wasser gefördert werden und im Pumpenhaus sei mehr Platz für die Schaltanlage. Außerdem werde dadurch vielleicht auch der Hochbehälter wieder besser gefüllt. Rose Stark bedankte sich für die Informationen. Das weitere Vorgehen wurde danach in einer nicht-öffentlichen Sitzung besprochen.

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